Alter ist nicht alles: Der FC Augsburg ist aus Erfahrung gut

Partytime im Altenheim

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Jubel, Trubel, Heiterkeit: Dafür sorgen beim FCA vor allem die Oldies.

Augsburg - Gehstock, Kukident und Hörgerät liegen noch nicht im Spind von Lars Müller & Co.

Doch der FC Augsburg ist diesen Hilfsmitteln drei Jahre näher als etwa der SC Freiburg, denn er hat die zweitälteste Mannschaft im deutschen Profi-Fußball.

27,5 Jahre alt sind die FCA-Dinos im Schnitt. Die Stammelf bringt es sogar auf 28,8 Jahre. Nur Tobias Werner mit seinen 23 Lenzen und Daniel Baier, 24, drücken den Wert in der ersten Garnitur etwas. Von den wenigen Küken im Kader – Stephan Hain, Anton Makarenko und Patrick Lehner, alle 20 Jahre jung – kam in dieser Saison allein Hain zu drei Kurzeinsätzen bei den Profis.

Ansonsten sind da Müller, Michael Thurk und Mourad Hdiouad (alle 32), Ingo Hertzsch (31) und Sven Neuhaus (30) – „da nehmen wir uns alle nicht viel“, meint Hertzsch, auch mit Blick auf die Leistungsdaten.

Aus Erfahrung gut, lautet das Erfolgsmotto: Nach neun Spielen ohne Niederlage ist Partytime im Altenheim – die vielleicht größte Ü 30-Feier im deutschen Profi-Fußball! Neben dem FC Bayern, der ebenso auf viele bewährte Kräfte setzt. „Es gibt Teams, die sind mit ganz, ganz vielen alten Spielern Meister geworden“, meint Trainer Holger Fach, für den es ansonsten nicht entscheidend ist, ob sein Kader im Schnitt 26, 27 oder 28 Jahre alt ist.

Was ihn aber zweifelsohne interessiert, sind die Ergebnisse. Und in vielen der vergangenen Partien war die geballte Erfahrung der Routiniers entscheidend. Jedes, aber auch ausnahmslos jedes dieser Spiele war knapp – „aber irgendwo doch souverän“, wie Müller befindet. „In knappen Situationen kurz vor Schluss hilft es, wenn man sie schon zehnmal hatte“, ist er überzeugt: „Damit kann man besser umgehen als beim ersten Mal.“

Abwehrrecke Hertzsch sieht es ähnlich: „Das ist ein Vorteil. Dank unserer Erfahrung bleiben wir in vielen Situationen bis zum Schluss ruhig. Wir verfallen nicht in Hektik. Jeder von uns hat schon eine Menge solcher Spiele mitgemacht.“

Solche Spiele: Das sind bei Müller 116 Erst- und 191 Zweitligaspiele. Mit Borussia Dortmund hielt er 1996 sogar schon die Meisterschale in der Hand. Weitere Erfahrungs-Highlights: Hertzschs 227 Bundesliga-Partien und zwei Länderspiel-Einsätze unter Ex-Bundestrainer Rudi Völler, Hdiouads Champions-League-Spiele mit ZSKA Sofia, 23 Auftritte mit der marokkanischen Nationalmannschaft sowie Platz 2 beim Afrika-Cup 2004.

Werner, der jüngste Spieler der Stammelf, ist trotz seiner bereits 74 Zweitliga-Partien manchmal heilfroh, dass die „Alten“, wie Hain schelmisch sagt, dabei sind. „Ich ziehe mich an den älteren Spielern hoch, gerade an Lars Müller“, sagt der Mittelfeldspieler: „Er ist hinter mir sehr wichtig. Sie helfen mir auf dem Spielfeld unheimlich.“ Aber wer waren nun eigentlich die Super-Oldies im deutschen Bezahl-Fußball? Der FSV Frankfurt, mit 27,6 Jahren Altersdurchschnitt und vier Punkten Rückstand auf den Vorletzten in der Tabelle…

Alter allein ist eben doch nicht alles. „Das ist ein Negativ-Beispiel“, sagte Möhrle an seinem 29. Geburtstag: „Die stehen mit ihren alten Hasen ganz unten.“

Quelle: tz

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