Fußball-Legende über das DFB-Team

Paul Breitner: "Gebt den Jungen eine Chance!"

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Noch läuft es beim DFB-Team nicht rund.

München - Im tz-Interview verrät Paul Breitner, dass er das DFB-Team gut aufgestellt sieht. Aber er fordert auch, der Mannschaft noch mehr Zeit zu geben.

Herr Breitner, sind auch Sie vor dem nächsten deutschen EM-Qualispiel am Freitag gegen Gibraltar überrascht vom schwachen Start in die EM-Quali?

Paul Breitner: Nein, überhaupt nicht. Das kam für mich nicht überraschend. Unsere Mannschaft befindet sich in einer Übergangsphase. Wir haben jetzt zwei Jahre Zeit bis zur Europameisterschaft. Für mich ist eine EM nur eine Zwischenstation auf dem Weg zum eigentlichen Turnier, der nächsten Weltmeisterschaft.

Hat der EM-Titel für Sie keinen hohen Stellenwert?

Breitner: Eine EM ist eine erste Bilanz. Vor dem Turnier kann ich als Trainer gucken: Welche Spieler, die nach der letzten WM dazugekommen sind, haben sich angeboten? Wer hat die Chance genutzt, in den Kader zu kommen? Die Fans, die nach dem Start in die Qualifikation jetzt enttäuscht sind, dürfen eines nicht vergessen: Die Nationalmannschaft hat nicht mal eben die Möglichkeit, gleichwertige Spieler zu verpflichten, wenn wichtige Spieler ihren Rücktritt erklärt haben. Beim FC Bayern ist so etwas kein Problem, da kann man sich auf dem nationalen und internationalen Spielermarkt umschauen. In der Nationalmannschaft muss Generation auf Generation nachwachsen und reifen.

Rudi Völler und Christoph Daum fordern Philipp Lahm daher auf, seinen Rücktritt zu überdenken…

Breitner: Die beiden interessieren mich nicht. Ich kann Philipp zu 100 Prozent verstehen.

Also sehen Sie ein Comeback von Lahm oder auch Miro Klose als falsches Zeichen?

Breitner: Natürlich. Wir müssen den jungen Spielern Zeit geben. Geben wir ihnen die Chance, in die entstandenen Lücken reinzustoßen. Als Franz Beckenbauer zurückgetreten ist, haben wir doch auch nicht gesagt: Was für eine Unverschämtheit, dass nicht gleich wieder ein neuer Franz da ist. Bei Gerd Müller war es auch so. Auch damals hat es Jahre gedauert, bis für Spieler solcher Klasse ansatzweise ein Nachfolger gefunden wurde. Wir werden jetzt mal ein, zwei Jahre durchschnaufen. Schließlich haben wir viele wunderbare Talente. Und dann werden wir in drei, vier Jahren wieder da sein, wo wir vor der WM in Brasilien auch schon waren: ein Topfavorit auf den nächsten WM-Titel.

Kann man die EM 2016 wirklich vernachlässigen?

Breitner: Eine WM steht für mich weit über einer EM. Vor zehn, 15 Jahren haben wir noch gesagt, das Teilnehmerfeld einer EM mit Brasilien und Argentinien verstärkt, das wäre die beste WM, die es gibt. Doch das wird sich jetzt ändern. Nachdem die nächste EM mit viel zu vielen Mannschaften verwässert wird, wird sich das Turnier in die Länge ziehen. Und an Qualität wird es durch den neuen Modus auch nicht unbedingt gewinnen.

Toni Kroos wird in Spanien gefeiert. Hilft seine neue Rolle bei Real Madrid auch dem DFB-Team?

Breitner: Jede Nationalmannschaft wird immer von den Topspielern profitieren, die im Ausland noch weiter reifen. Sie bringen neue Ideen, neuen Geist mit in die Mannschaft, wenn sie zu einem Länderspiel kommen.

Beim FCB läuft es auch ohne Kroos und trotz WM-Nachwehen bestens. War das zu erwarten?

Breitner: Ich habe nichts anderes erwartet. Wir sind der Überzeugung – und das haben wir immer wieder in den letzten Jahren betont –, dass wir den besten Kader der Welt haben. Und dann muss es möglich sein, immer wieder elf Spieler zusammenzustellen, die den FC Bayern so repräsentieren, wie wir uns das wünschen. Wir haben nicht nur elf gleichwertige Spieler, sondern viel viel mehr. Das macht sich jetzt bezahlt und ist der Hauptgrund, warum wir wieder souverän vorneweg marschieren.

Auch, weil die Spieler Pep Guardiola immer besser verstehen?

Breitner: Wenn ich sehe, wie unsere Mannschaft auftritt, wie überzeugend sie die Bundesliga beherrscht und in der Champions League mit tonangebend ist, dann brauche ich nicht mehr viel über den Einfluss von Pep sagen.

Wird Ihnen zu viel über das Thema Marco Reus gesprochen?

Breitner: Fußball ist Unterhaltung. Da sind Spieler wie Marco Reus grundsätzlich ein Thema. Interview:

Sven Westerschulze

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