Weltmeister im tz-Interview

Breitner: "Spanien? Noch immer weltmeisterlich!"

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Titelverteidiger in Brasilien: Die spanische Fußball-Nationalmannschaft.

München - Der Weltmeister greift ein! Am Freitag starten die Spanier ins Turnier, und zwar gegen keinen Geringeren als Holland. Einer dürfte bei der Neuauflage des WM-Finals 2010 besonders mitfiebern: Paul Breitner.

Der WM-Held von 1974 stand von 1974 bis 1977 bei Real Madrid unter Vertrag, hat Land und Leute nach wie vor in sein Herz geschlossen. Im tz-Interview verrät er, warum ihn diese Zeit so geprägt hat und was er Xavi & Co. zutraut.

Herr Breitner, Sie haben lange für Real gespielt. Verspüren Sie auch eine gewisse Sympathie für die Selección?

Paul Breitner: Natürlich. In Spanien habe ich die drei schönsten Jahre meines Lebens verbracht. Ich habe dort Beziehungen aufgebaut, die sehr intensiv waren und die ich heute noch in mir habe. Und zwar nicht nur mit Mitspielern oder Trainern. Das ging bis runter zum Gärtner oder Leuten, die Karussells betrieben haben. Diese drei Jahre waren so intensiv wie keine andere Zeit.

Was hat Sie denn so gefesselt in Spanien?

Paul Breitner: Alles. Ich bin rüber und habe gesagt: So, jetzt bin ich zu achtzig Prozent Spanier.

Ist das heute noch so?

Paul Breitner: Wenn ich drüben bin, schon. Dann lebe und esse ich wie die Spanier, nehme den kompletten Rhythmus an. Ich liebe die Sprache, das komplette Drumherum.

Geht das soweit, dass Ihr Herz bei Spielen zwischen Spanien und Deutschland entzweigerissen ist?

Paul Breitner: Nein, nein. Wenn wir mit Bayern gegen Real spielen, ist es ja das Gleiche. Mein Herz weiß schon, zu wem es halten muss – da gibt es keine zwei Meinungen. Einen Vorteil hat es aber schon: Am Ende kann ich immer sagen, dass einer meiner beiden Mannschaften im Finale steht (lacht).

Im ersten Spiel kommt es gleich zur Neuauflage des WM-Finals 2010. Spanien trifft wieder auf die Holländer. Ihre Meinung zum Spiel?

Paul Breitner

Paul Breitner: Schauen Sie, es ist ganz einfach. Bei Bayern gegen Real ging es ja um das Gleiche: Wenn unsere Mannschaft, wenn Bayern zweimal Normalform erreicht, sind wir besser. Wir haben es nicht. Und wenn die spanische Mannschaft von Anfang an Normalform erreicht, wird sie auch Weltmeister. Weil sie die Besten sind.

Aber Louis van Gaal ist auch nicht von gestern…

Paul Breitner: Ja, aber kein Trainer steht auf dem Platz. Der ganze Kader dieser Selección ist nach wie vor weltmeisterlich.

Dabei sind Casillas, Xavi & Co. auch nicht mehr die Jüngsten.

Paul Breitner: Das macht nichts. Bei ihrem ersten Triumph bei der EM 2008 waren sie noch eine relativ junge Mannschaft, jetzt sind sie ein Team, das von der Altersstruktur für dieses Turnier perfekt besetzt ist. Sie sind im besten Fußballalter.

Spielt es eine Rolle, dass der Kern bereits seit drei Turnieren zusammenspielt?

Paul Breitner: Klar. Ab einem gewissen Zeitpunkt ist das unverzichtbar und auch unbezahlbar, weil du in gewissen Situationen Probleme löst, die du ohne dieses absolute Verständnis nicht so lösen würdest.

Hinzu kommt, dass Real dieses Jahr auch noch die Champions League geholt hat. Kann so ein Triumph noch mal einen zusätzlichen Schub geben?

Paul Breitner: Es ist wichtig für den Beginn eines Trainingslagers, da kann so ein Erfolg durchaus die Art und Weise beeinflussen, wie man reinstartet. Nach ein, zwei Wochen sind diese Auswirkungen aber auch wieder vorbei.

Nun die wichtigste Frage: Wer kommt ins Finale?

Paul Breitner: Deutschland und Spanien.

Ergebnis?

Paul Breitner: 2:0 für Spanien. Nochmal: in Normalform hat Spanien die beste Mannschaft überhaupt. Aber das Gute ist ja, dass nicht immer die beste Mannschaft gewinnt.

Interview: J. Carlos Menzel Lopez

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