England als Vorbild?

Rechte-Poker: Ende der Champions League im Free-TV droht

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Das ZDF will auch weiter Spiele der Champions League zeigen.

München - Bayern- und BVB-Spiele nur noch im Pay-TV: Dieses Szenario droht demnächst in der Champions League. Die UEFA will immer mehr Geld und hat in Großbritannien bereits einen Milliarden-Deal ohne Free-TV abgeschlossen.

Der Alptraum vieler Fußballfans ist in Großbritannien bereits Realität. Kein Spiel der Champions League läuft im frei empfangbaren Fernsehen. Und vom nächsten Jahr an gibt es nicht einmal eine Zusammenfassung im Free-TV. Dieses Szenario droht nun auch in Deutschland.

RTL und ZDF als mögliche Interessenten

Die Ausschreibung für die deutschen Medienrechte der Königsklasse von 2018 bis 2021 läuft seit ein paar Wochen. Ob das ZDF oder ein anderer Free-TV-Sender wie RTL im Wettbieten der Pay-Plattformen eine Chance hat, ist angesichts des veränderten Marktes und der UEFA-Erwartungen fraglich.

Das ZDF würde den wichtigsten europäischen Clubwettbewerb gerne auch zukünftig zeigen. "Die UEFA weiß, was sie an uns hat, und wir wissen, was wir an der Champions League haben", sagte ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann der Deutschen Presse-Agentur. Er warb für seinen Sender: "Wir haben die Champions League redaktionell auf ein neues Niveau gehoben. Durch die Übertragung des ZDF ist die Wahrnehmung der Champions League globaler geworden."

Als möglicher weiterer Interessent im Free-TV-Bereich gilt in Fachkreisen nur noch RTL. "Wir schauen uns das an", sagte RTL-Sprecher Matthias Bolhöfer. Zuletzt hatte der Privatsender mit dem Kauf von Länderspiel-Rechten für Aufsehen gesorgt.

In England läuft alles im Pay-TV - für 1,3 Milliarden Euro

Internationaler Fußball bringt Top-Quoten. Und die Champions League habe zudem "eine Strahlkraft für das gesamte Programm", erklärte ZDF-Sportchef Fuhrmann. Es ist indes zu vermuten, dass der UEFA und ihrem Vermarkter TEAM steigende Einnahmen wichtiger sind. Darauf lässt zumindest der neue Vertrag für den britischen Markt schließen.

"All pay" nennen Fachleute die Variante, mit der die UEFA in Großbritannien einen Rekord-Vertrag abgeschlossen hat. 1,2 Milliarden Pfund (1,38 Milliarden Euro) zahlt BT Sports nach übereinstimmenden Medienberichten für die drei Spielzeiten von 2018 bis 2021. Das sind rund 30 Prozent mehr als für den noch bis Sommer 2018 laufenden Vertrag. Dieser Kontrakt erlaubte zumindest Zusammenfassungen im Free-TV.

"Wir sind jetzt wirklich exklusiv", frohlockte BT-Manager John Petter im "Guardian". Zum zweiten Mal setzte sich das britische Telekommunikations-Unternehmen gegen Sky durch und verdrängte nun auch den frei empfangbaren Sender ITV.

Sky durch andere Pay-Anbieter unter Druck

In Deutschland ist Sky beim Wettbieten um die Pay-Rechte der Champions League jahrelang als Sieger hervorgegangen. Doch das könnte sich ändern. Andere Bezahl-Plattformen wie Eurosport und DAZN haben Sky zuletzt attackiert. Eurosport erwarb bei der letzten Auktion der Deutschen Fußball Liga (DFL) Bundesliga-Rechte, und der Streamingdienst DAZN schnappte Sky die Premier League weg.

Während Sky zur Champions-League-Ausschreibung schweigt, hatte der DAZN-Vorstandsvorsitzende James Rushton im dpa-Interview angekündigt: "Wir werden sehr aggressiv vorgehen, sehr proaktiv." Das seit Mitte des vergangenen Jahres in Deutschland aktive Unternehmen hat nach seinen Angaben genug Geld in der Kasse für teure Rechte: "Absolut. Keine Sorge. Wir sind sehr gut finanziert."

Rushton kündigte an: "Wir werden zweifelsfrei Teil des Prozesses sein, klar." Aber es gehe "nicht nur um DAZN und Sky", sagte der Chef des neuen Herausforderers. Rushton sieht auch die Deutsche Telekom und Amazon als Wettbewerber. Und auch die arbeiten im Pay-Bereich.

BT Sports

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Independent

DAZN

ZDF

dpa

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