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Politiker fordern Hymnen-Sing-Pflicht

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Nicht alle Spieler der Nationalelf haben bei den EM-Spielen bei der Hymne mitgesungen.

Berlin - Politiker von CDU und CSU haben nach dem EM-Ausscheiden gegen Italien eine Pflicht zum Singen der Nationalhymne für Fußball-Nationalspieler gefordert.

“Es sollte zum guten Ton gehören, dass die Spieler die Hymne mitsingen. Sie spielen schließlich für die deutsche Nationalmannschaft und nicht für sich selbst! Peinlich genug, dass wir darüber diskutieren müssen, eigentlich müssten die Spieler von selbst darauf kommen!“, sagte Hessens Innenminister Volker Bouffier (CDU) der “Bild“-Zeitung (Montag).

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hat die Forderungen hingegen zurückgewiesen. „Man muss jetzt nach so einem verlorenen Halbfinale nicht alle möglichen Gründe suchen, warum wohl was nicht geklappt hat“, sagte der CSU-Politiker am Montag im Bayerischen Rundfunk.

Eine Titelgarantie ist das Singen nicht. Torwart Gianluigi Buffon sang vor dem EM-Endspiel wie immer gemeinsam mit seinen Kollegen voller Inbrunst die italienische Hymne. Spaniens Akteure gewannen nach EM 2008 und WM 2010 am Sonntag den dritten Titel in Serie. Sie schwiegen bei den musikalischen Darbietungen vor dem 4:0. Spaniens Hymne hat keinen Text.

"Balla-Balla-Balotelli ballert Deutsche ab" - Pressestimmen zum Deutschland-Aus

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Gazzetta dello Sport (Italien): Stolzes Italien © Screenshot
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Corriere della Sport.it: Balotelli! Italien im Finale © Screenshot
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La Repubblica (Italien): Großes Italien, nicht nur Balotelli © Screenshot
Marca (Spanien): Italiens Balotelli macht Angst © Screenshot
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The Sun (England): Magischer Mario © Screenshot

Im deutschen Team singen einige Akteure wie Mesut Özil oder Lukas Podolski bei der Hymne nicht mit, andere wie Bastian Schweinsteiger oder Philipp Lahm hingegen schon. Bundestrainer Joachim Löw singt auch, gibt aber keine Linie vor.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete und Ex-Turnweltmeister Eberhard Gienger sieht die Sache differenziert. “Ob ein Nationalspieler die Hymne mitsingt oder nicht, muss er selbst entscheiden“, sagte er. Grünen-Chef Cem Özdemir sagte der Zeitung: “Ich singe die Nationalhymne mit - andere nicht. Das Schöne an unserem Land ist: Das darf jede und jeder für sich selbst entscheiden. Es gibt ja schließlich keine Mitsingpflicht!“

dpa

Das ist Jogis EM-Kader!

Folgende Spieler stehen im EM-Kader: © dpa
TORHÜTER: Manuel Neuer (FC Bayern): Ultras, weder Gelsenkirchener, die ihn als abtrünnig verurteilen, noch Münchner, die ihn niemals zu akzeptieren bereit sind, interessieren sich für die Nationalmannschaft und die EM nicht. So hat Neuer die Chance, mal wieder uneingeschränkt gemocht zu werden. Seine Saison bei den Bayern schwankte zwischen Heldentaten (Elfmeterschießen in Madrid) und grotesken Fehlern in der Liga. © dpa
Tim Wiese (Werder Bremen): Auf Sardinien, im ersten Trainingslager, hielt der DFB einen Medientag ab, da musste auch der Muffel Tim Wiese eine ganze Stunde Interviews geben. Hinterher beschwerte er sich, immer nur gefragt zu werden, warum er denn von Bremen nach Hoffenheim gehe, wenn er dauerhaft Champions League spielen wolle. Die nächsten Wochen wird die Frage lauten: Wie wird er es schaffen, eine stille Nummer zwei zu sein? © dpa
Ron-Robert Zieler (Hannover 96): Mit 23 schon sagen zu können: Früher war ich bei Manchester United – beeindruckend. Allerdings: Ron-Robert Zieler hat sich in Sir Alex Fergusons Starauswahl nicht durchsetzen können, er war der dritte Torwart, den man nicht als Erben des großen Edwin van der Sar sah. Er durfte nach Hannover wechseln, wo er für die Mannschaft ähnlich wichtig wurde, wie der verstorbene Robert Enke es war. Große Stärke: Ruhe. © dpa
ABWEHR: Philipp Lahm (FC Bayern): Vor zwei Jahren war der Münchner noch der Aushilfskapitän, der Vertreter des verletzten Michael Ballack. Doch schon in Südafrika hat er sich gezielt als dauerhafter Nachfolger positioniert. Sogar eine Autobiografie hat er schon hinter sich, über deren überschaubaren Konfliktstoff wochenlang zu Gericht gesessen wurde. Das Image vom harmlosen „Fipsi“ ist seitdem Vergangenheit, Lahm blickt bei Pressekonferenzen und Interviews ein wenig grimmiger und entschlossener. Für den großen Titel wird es nach drei verlorenen Finals (EM 2008, zweimal Champions League-Finale) mit 28 Jahren Zeit. © dpa
Holger Badstuber (FC Bayern): Nicht so sehr Champions League-betroffen wie die anderen Bayern, weil er im Finale gesperrt fehlte. Zur WM 2010 rutschte er eben noch so in der Kader, spielte in der Vorrunde linker Verteidiger, das war nicht seins. Im Zentrum starke Entwicklung in den letzten zwei Jahren, nahm sich mit dem im Wintersport bekannten Münchner Thomas Baschab einen eigenen Mentaltrainer. In der DFB-Abwehr gesetzt.  © dpa
Jerome Boateng (FC Bayern): Der weltbeste Innenverteidiger, der aber noch nie Innenverteidiger gespielt hat – so wurde über Jerome Boateng, 23, mal geschrieben. Bei den Bayern ist er auf der von ihm favorisierten Position dauerhaft erst zum Zug gekommen, als kein anderer mehr da war. Durchwachsene Saison. Joachim Löw hat ihn für die EM als Außenverteidiger auf dem Zettel und lobt: „2010 auf links, das war sehr zufriedenstellend.“ © dpa
Marcel Schmelzer (Borussia Dortmund): Jürgen Klopp hat ihn auf der Reservebank der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund entdeckt – ab da hat Schmelzer eine Superkarriere gemacht. Kritiker sehen ihn international jedoch an die Grenzen gestoßen. Gut ist er, wenn er einen Gegenspieler zermürben und totlaufen kann (wie am liebsten Bayerns und Hollands Arjen Robben). Das Kopfballspiel dagegen ist nicht Marcel Schmelzers Kernkompetenz. © dpa
Mats Hummels (Borussia Dortmund) © dpa
Benedikt Höwedes (FC Schalke 04): Der Bundestrainer schwärmt von seinen drei Innenverteidigern Badstuber, Mertesacker und Hummels – was im Umkehrschluss bedeutet, dass er den Schalker Höwedes in einer anderen Rolle sieht. Der 24-Jährige kann auch linker oder rechter Verteidiger spielen, im Verein bewies er sich auch auf der Sechser-Position – doch überall gibt es bessere. Höwedes bleibt als Trost da wohl nur: Spieler wie ihn nennt man polyvalent.  © dpa
Per Mertesacker (Arsenal London): „Im Training macht er einen sehr guten Eindruck“, sagt Löw über den England-Legionär, der kraft der Erfahrung aus 80 Länderspielen der klare Abwehrchef sein müsste. Problem: Er hat drei Monate in Folge einer komplizierten Knöchelverletzung nicht gespielt. Vorteil: Der 27-Jährige mit der dank seiner Körpermaße enormen Reichweite hat Erfahrung mit Comebacks. Auch 2010 hat er sich „reingequält“, wie Löw weiß. © dpa
MITTELFELD: Sami Khedira (Real Madrid): Phänomenale Entwicklung: Vor zwei Jahren war er noch das (fast schon ewige) Talent vom VfB Stuttgart, nun spielt er, mit erst 25, in der Weltstarliga. Bei Real Madrid wurde er, obwohl ihn anfangs Skepsis begleitet hatte, Stammspieler und soeben spanischer Meister. Ist auch eine „Celebrity“, seit er mit Lena Gercke, Ex-„Germany’s Next Top Model“ zusammenlebt. Das Private wird öffentlich – stört ihn, „aber gehört dazu“. © dpa
Mario Götze (Borussia Dortmund): Das Supertalent des deutschen Fußballs hat, obwohl erst 19, dank eines Nike-Privatvertrags ausgesorgt, die Lebenshaltungskosten in der Pension Götze (eigene Wohnung im elterlichen Reihenhaus) sind wohl überschaubar. In sein erstes Turnier geht der mögliche deutsche Messi mit dem Handicap einer längeren Pause (Schambeinentzündung) und nur als Nummer zwei auf der Zehner-Position; da regiert noch Mesut Özil. © dpa
Toni Kroos (FC Bayern): Seine Saison beim FC Bayern war anfangs sehr stark, klang aber unspektakulär aus. Mal zur Aushilfe im defensiven Mittelfeld, dann wieder auf der Lieblingsposition zentral und offensiv – Toni Kroos, 22, spielte immer, ohne aber einen festen Platz zu haben. In der Nationalmannschaft wurde für ihn der Begriff des „Zwischenspielers“ geprägt – bei der EM wird sich Löw aber nicht auf dieses System stützen. © dpa
Bastian Schweinsteiger (FC Bayern): Der Pflegefall im Team: Was macht der Wadenmuskel? Und vor allem: Wie geht’s der Seele, verziehen sich die Schatten über ihr? Nach dem verlorenen Champions League-Finale und seinem verschossenen Elfmeter (Pfosten, Zentimeter-Pech) macht Schweinsteiger den Eindruck, als wolle er nur noch im Kapuzenpulli durch die Gegend laufen. Dabei hat man noch das Bild von der EM 2008 so klar vor Augen: Der Bastian, wie er mit schwarz-rot-goldenem Zylinder deutsche Siege feiert. Die Schweini-Unbeschwertheit ist dahin, seit der Oberaudorfer vor zwei Jahren die Verantwortungsrolle auf seine Schultern geladen hat. Für ihn gilt wie für Lahm: Einer aus der „goldenen Generation“, die langsam liefern muss. © dpa
Mesut Özil (Real Madrid): Nach der WM 2010 wechselte er zu Real Madrid, das ein paar Monate einen Ersatz brauchte für den brasilianischen Topstar Kaka. Die Vertretung Özil wurde zur Dauerlösung, in Spanien wird die Genialität und Schönheit seines Spiels besungen. Der immer noch schüchtern wirkende Deutsch-Türke erlebt aber auch die Schattenseiten: Paparazzi lauern – selbst wenn er in Italien zu einem Date auftaucht. © dpa
Thomas Müller (FC Bayern): Als er im Champions League-Finale gegen Chelsea das 1:0 köpfte, war er wieder da: ein Gänsehaut-Moment wie bei der WM 2010 in seinen großen Partien gegen England und Argentinien. Thomas Müller, der Mann für die historischen Tore. Rechtzeitig zur EM hat er damit ein Zeichen gesetzt – auch wenn seine Saison in der Bundesliga einige Dellen hatte (weniger Treffer als in den Jahren davor, ein paar Mal Ersatzbank). © dpa
Lukas Podolski (1. FC Köln): Der Kölner findet es eine Wahnsinnsvorstellung, „mit 28 Jahren mal 100 Länderspiele zu haben“. Er schafft es wohl schon mit 27, bei der EM könnte die Marke im dritten Vorrundenmatch erreicht werden. „Poldi“ ärgert sich nur, dass diese Spiele in der Ukraine sind und nicht in seinem Geburtsland Polen. „Ab dem Viertelfinale“, schätzt er, „werden die Kartenwünsche aus der Familie kommen“. © dpa
André Schürrle (hinten, Bayer Leverkusen): Versprühte in den Trainingslagern gute Laune. Das hatte zum einen damit zu tun, dass Spaßmacher Marco Reus sein bester Kumpel ist – doch ebenso beeindruckte Andre Schürrle den Bundestrainer mit Fleiß und steigender Form. Er sitzt im linken Mittelfeld Lukas Podolski im Nacken, im Training hinterließ der 21-Jährige auch auf der rechten Seite einen guten Eindruck. Stärke: funktioniert als Einwechselspieler. © dpa
Marco Reus (Borussia Mönchengladback): Wer ist der lustigste Spieler im Kader? „Definitiv am meisten Spaß haben wir mit Marco Reus“, verrät Ilkay Gündogan über seinen zukünftigen Kollegen in Dortmund. Reus erhielt soeben eine auch fachlich wertvolle Auszeichnung: In einer Umfrage unter den Bundesligaprofis wurde der Mönchengladbacher zum besten Spieler gewählt. Löw plant mit Marco Reus (18 Bundesliga-Tore) als Joker Nummer eins. © dpa
Lars Bender (Bayer Leverkusen): Ein Bender musste sein, entschied Jogi Löw. Man könne die Zwillinge auch als Spielertypen kaum unterscheiden. Aber er brauchte einen, „der sich von unseren anderen Mittelfeldspielern abhebt“. Er nahm Lars, den Leverkusener, den er vielleicht mal für einen Spezialauftrag braucht; „Wenn es gilt, in den letzten Minuten die Kreise eines bestimmten gegnerischen Spielers mit Zweikampfstärke einzuengen.“ © dpa
Ilkay Gündogan (Borussia Dortmund): Noch im Februar hat er eine Halbzeit in der Regionalliga spielen müssen – mit Dortmund II gegen Kaiserslautern II. Nun ist der 21-Jährige aber zumindest im Team Deutschland II angekommen. Löw sieht bei dem Ex-Nürnberger die Perspektive: „Ballsicherheit, gute Übersicht – und er sucht den Abschluss, weiß, wo das Tor steht.“ Der „kleine Schweinsteiger“ hat aber noch den großen Schweinsteiger vor sich. © dpa
STURM: Mario Gomez (FC Bayern): Nach Toren (26 in der Bundesliga, 12 in der Champions League) eine ertragreiche Saison – an deren Ende dennoch Zweifel stehen, ob der Knipser Gomez ein zeitgemäßer Mittelstürmer ist. Am Dauermitbewerber Klose ist Gomez noch nicht vorbei, er wird wohl als Reservist anfangen und auf seine Chance warten müssen. Seine bisherigen Turniere (EM ‘08, WM ‘10) verliefen unerfreulich für den 26-Jährigen. © dpa
Miroslav Klose (Lazio Rom): Wegen Rückenschmerzen ließ er ein paar Trainingseinheiten aus und witzelte: „Das hat wohl mit dem Alter zu tun.“ Klose hat sich in Italien neu erfunden, mit zwölf Toren für Lazio Rom spielte er seine abschlussstärkste Saison seit 2007. Joachim Löw vertraut seinem Routinier (115 Länderspiele) voll und ganz: „Miro kennt seinen Körper perfekt, keiner versteht es wie er, auf den Punkt fit zu werden.“ © dpa

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