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„Politisch motiviert“: Platinis Verteidigung sieht Prozess als „Ergebnis eines Komplotts“

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Michel Platini, ehemaliger Fußball-Nationalspieler und UEFA-Präsident 2007 bei einer Pressekonferenz
Michel Platini, ehemaliger Fußball-Nationalspieler und UEFA-Präsident 2007 © Sandrine Thesillat/Imago

In dem Gerichtsprozess gegen den früheren UEFA-Präsidenten sieht die Verteidigung von Michel Platini das «Ergebnis eines Komplotts».

Bellinzona - Der 66-Jährige muss sich wie auch der ehemalige FIFA-Präsident Joseph Blatter (86) von Mittwoch an wegen des Vorwurfs des Betrugs und anderer Delikte vor dem Schweizer Bundesstrafgericht in Bellinzona verantworten. Man könne «detailliert darlegen, dass das Verfahren gegen Herrn Platini politisch motiviert war, mit dem Ziel, ihn daran zu hindern, FIFA-Präsident zu werden», sagte Platinis Rechtsanwalt Dominic Nellen der Deutschen Presse-Agentur. «Wir sind zuversichtlich, dass das Verfahren zu einem positiven Ergebnis führen wird, das die völlige Aufrichtigkeit von Herrn Michel Platini in dieser Sache belegen wird. Ziel dieser Geschichte war es, ihn als FIFA-Präsident zu eliminieren.»

Den beiden früheren Fußball-Spitzenfunktionären wird vorgeworfen, dass sie den Weltverband über eine angeblich noch ausstehende Forderung Platinis für eine Beratertätigkeit für die FIFA und Blatter von Juli 1998 bis Mitte 2002 getäuscht haben sollen. Im Jahr 2010 sei eine laut Bundesanwaltschaft «fiktive Rechnung» über zwei Millionen Schweizer Franken von Platini eingereicht und von Blatter bestätigt worden. Die Summe ging 2011 von der FIFA auf ein Konto Platinis, der Weltverband zahlte auch 229 126 Franken Sozialversicherungsbeiträge. Die FIFA-Ethikkommission hatte Blatter und Platini 2015 für jeweils acht Jahre gesperrt. Auch wenn diese Sanktionen später reduziert wurden, bedeutete der Bann das Ende der Ambitionen Platinis auf die Nachfolge von Blatter als Weltverbands-Chef. Blatter hatte die Vorwürfe ebenfalls stets zurückgewiesen und erklärt, er blicke der Verhandlung «mit Optimismus» entgegen: «Ich hoffe, dass damit diese Geschichte ein Ende findet und alle Fakten sauber aufgearbeitet werden», ließ er zuletzt mitteilen. (dpa)

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