"Pray for Paris"

Wembley: Franzosen und Engländer vereint gegen Terror

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Der Sport spielte am Dienstagabend in Wembley nur eine untergeordnete Rolle.

London - Starke Worte, große Gesten und die Marseillaise aus 71.223 Kehlen: Im Londoner Wembley-Stadion hat Frankreich das vielleicht denkwürdigste Länderspiel seiner Fußball-Geschichte absolviert.

Vier Tage nach den Anschlägen von Paris vollzogen die Equipe Tricolore und England einen emotionalen Schulterschluss gegen Terror und Hass - der allerdings durch die Absage der Begegnung Deutschland gegen Niederlande kurz zuvor einen bitteren Beigeschmack bekommen hatte.

Das sportliche Geschehen trat wie angekündigt in den Hintergrund, dass die Engländer 2:0 (1:0) durch das erste Länderspieltor des 19-jährigen Dele Alli (39.) und den 51. Treffer von Wayne Rooney (48.) gewannen, war in der fast schon feierlichen Stimmung der Londoner Fußball-Kathedrale kaum mehr als eine Fußnote.

Der britische Premierminister David Cameron stimmte auf der Tribüne mit den Fans die französische Nationalhymne an, die entgegen der Gewohnheit nach „God Save the Queen“ gespielt wurde - so sollte die Solidarität mit dem französischen Volk unterstrichen werden. Zahlreiche englische Fans hatten Frankreich-Flaggen mit ins Stadion gebracht, ein großes Banner trug die Aufschrift „Pray for Paris“.

Prinz William und Cameron legten mit den Nationaltrainern Didier Deschamps (Frankreich) und Roy Hodgson (England) sowie weiteren Würdenträgern Blumen am Spielfeldrand ab, Kinder trugen eine französische Fahne mit der berühmten Losung „Liberte, Egalite, Fraternite“ ins Stadion. Die Spieler beider Mannschaften versammelten sich für ein gemeinsames Foto.

Mit dabei waren auch Frankreichs Mittelfeldspieler Lassana Diarra, der bei den Attentaten seine Cousine verloren hatte, und Angreifer Antoine Griezmann, dessen Schwester dem Anschlag auf die Konzerthalle Bataclan entkommen war. Beide saßen aber zunächst auf der Bank. Nationaltrainer Didier Deschamps hatte es jedem der 23 Spieler, die bereits für das Spiel gegen Deutschland (2:0) nominiert waren, freigestellt, nach London mitzureisen.

Bei einer Anschlagsserie während des Länderspiels zwischen Frankreich und Deutschland am Freitagabend in Paris sowie bei einem Überfall auf ein Rockkonzert in der französischen Hauptstadt waren mehr als 120 Menschen getötet worden.

sid

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