Berühmteste Liga der Welt?

Premier League: Geschichte, Vereine, Meister - alle Infos zur Liga in England

Mittlerweile ein bekanntes Gesicht in der Premier League: Jürgen Klopp
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Mittlerweile ein bekanntes Gesicht in der Premier League: Jürgen Klopp

In der Saison 1991/1992 ging die Premier League an den Start. Vor allem die Top-Clubs aus Manchester und London drücken der Liga seither ihren Stempel auf.

  • Die Geschichte der Premier League begann im Sommer 1991.
  • Seit 1995 gehören ihr 20 Clubs an, die den Meister ausspielen.
  • Top-Torschützen wie David Beckham, Thierry Henry und Cristiano Ronaldo waren in der Liga aktiv.

Der englische Fußballverband The Football Association (FA) gründete im Jahr 1888 die erste Fußballliga der Welt: The Football League. Über mehr als ein Jahrhundert war sie die oberste Spielklasse in England. Verschiedene Umstände, unter anderem die zahlreichen Hooligans und die in die Jahre gekommenen Stadien, sorgten in den 1980er-Jahren jedoch dafür, dass The Football League massiv an Attraktivität verlor. Daher schlugen einige englische Spitzenteams wie Manchester United, der FC Arsenal und der FC Liverpool vor, eine neue Eliteliga zu gründen. 

Die FA war einverstanden und brachte 1991 die Premier League auf den Weg. Die Saison 1991/1992 war die erste der neuen Liga, zum ersten Meister ihrer Geschichte kürte sich Manchester United. Die Top-Torschützen des von Alex Ferguson betreuten Meister-Teams waren Éric Cantona, Ryan Giggs und Brian McClair, die jeweils neun Treffer erzielten. Damit waren sie jedoch weit entfernt von den besten Torjägern der Spielzeit 1991/1992: Teddy Sheringham erzielte 22 Treffer für Nottingham Forest und Tottenham Hotspur, Les Ferdinand traf 20 Mal für die Queens Park Rangers.

Premier League: der Modus

Zu Beginn ihrer Geschichte waren 22 Clubs in der Premier League vertreten. Der Weltverband FIFA äußerte jedoch bald Bedenken und so reduzierte die Liga die Anzahl der Vereine zur Saison 1995/1996 auf 20. Aufforderungen der FIFA, die Liga sogar auf 18 Teams zu schrumpfen, stießen jedoch auf Ablehnung seitens der Premier League. Im klassischen Ligasystem spielt jedes Team ein Mal zu Hause und ein Mal auswärts gegen jeden der anderen Vereine. So kommt jede Mannschaft auf 38 Begegnungen pro Saison. 

Der Sieger eines Spiels erhält drei Punkte, für ein Unentschieden bekommen die Kontrahenten je einen Zähler. Aus allen vergebenen Punkten ergeben sich die Tabelle und die Platzierungen der Clubs. Der Verein, der am Ende der Saison die meisten Zähler auf dem Konto hat, ist Meister. Die drei Teams mit den wenigsten Punkten steigen in die zweiklassige Football League Championship ab. Die Top-Torschützen liefern sich ein Rennen darum, wer am Ende der Saison an der Spitze der Torjägerliste steht.

Premier League: der überraschende Meister aus Blackburn

Eine der überraschendsten Meisterschaften in der Geschichte der Premier League war die der Blackburn Rovers in der Saison 1994/1995. Zuvor war der Club nur zwei Mal Meister geworden, und zwar 1912 und 1914. Im Sommer 1991 entging Blackburn nur knapp dem Abstieg in die dritte englische Liga. 

Wenige Monate zuvor hatte der lokale Stahlwerk-Besitzer Jack Walker den Club übernommen. Er investierte viel Geld in den Kader und sorgte dafür, dass die Rovers zur ersten Premier-League-Saison 1991/1992 den Aufstieg schafften. Anschließend kaufte Walker unter anderem den Stürmer Alan Shearer, um den Verein an die Spitze der Liga zu führen – und dies gelang auch. Die Platzierungen der Blackburn Rovers nach ihrem Aufstieg in die Premier League sahen wie folgt aus:

  • 1992/1993: Platz 4, Qualifikation für den UEFA-Cup um einen Punkt verpasst
  • 1993/1994: Platz 2, Qualifikation für den UEFA-Cup
  • 1994/1995: Platz 1, Meisterschaft

Im Sommer 1994 kaufte Jack Walker den Stürmer Chris Sutton und damit das letzte Puzzleteil zum ganz großen Coup. Shearer (34 Treffer) und Sutton (15 Tore) gehörten zu den Top-Torschützen der Saison 1994/1995 und hatten damit einen erheblichen Anteil an der Meisterschaft von Blackburn.

Premier League: Manchester United dominiert

Der Titel der Blackburn Rovers stellte jedoch für lange Zeit eine Ausnahme dar, denn die Spitzenteams dominieren die Premier League von Beginn an. So gewann Manchester United in den ersten neun Jahren der Geschichte der Liga sieben Meisterschaften. Zu verdanken ist dieser überragende Erfolg vor allem Alex Ferguson. Der Trainer trat sein Amt bei ManUnited im November 1986 an. Es dauerte einige Jahre, bis Ferguson den Club an die Spitze führte. Doch als er sich 2013 zur Ruhe setzte, war er insgesamt 13 Mal Meister mit Manchester geworden. 

Unvergessen ist vor allem die Saison 1998/1999, als United neben dem Meistertitel auch noch den FA Cup und die Champions League gewann und sich somit das historische Triple sicherte. Anschließend wurde Ferguson von Königin Elizabeth II. zum Ritter geschlagen. Eines der Erfolgsrezepte von Ferguson war es, junge Spieler zu entwickeln, darunter Top-Torschützen wie David Beckham, Wayne Rooney und Cristiano Ronaldo.

Premier League: der FC Arsenal unter Arséne Wenger

Zu den größten Kontrahenten von Manchester United in der Premier League gehören die beiden Londoner Spitzenclubs FC Arsenal und FC Chelsea. Die Geschicke von Arsenal wurden ebenfalls lange Jahre von einem Mann gelenkt: dem französischen Trainer Arsène Wenger. Er übernahm den Club im September 1996 und wurde mit ihm im Sommer 1998 erstmals Meister. 

Zwei weitere Titel folgten in den Jahren 2002 und 2004. Sieben FA Cups und der Einzug ins Champions-League-Finale 2006 machten die Ära Wenger zur erfolgreichsten Zeit in der Geschichte von Arsenal. Auch Wenger hatte den Ruf, junge Spieler zu Stars zu machen. Unter anderem gelang ihm dies mit den französischen Top-Torschützen Thierry Henry und Nicolas Anelka. Nach der Saison 2017/2018 erklärte Wenger seinen Rücktritt als Trainer von Arsenal.

Premier League: Der FC Chelsea wird zum Spitzenclub

Bevor die Premier League an den Start ging, hatte der FC Chelsea in seiner Geschichte lediglich eine Meisterschaft feiern können, und zwar im Jahr 1955. Der Club war hoch verschuldet, als ihn der russische Unternehmer Roman Abramowitsch im Jahr 2003 übernahm. Nicht nur tilgte Abramowitsch die Schulden in Höhe von etwa 90 Millionen Pfund. Er investierte auch in den Kader und finanzierte so unter anderem Tor-Torschützen wie Didier Drogba und Arjen Robben

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Sowohl 2004/2005 als auch 2005/2006 wurde der FC Chelsea Meister. Weitere Titel feierte der Club in den Saisons 2009/2010, 2014/2015 und 2016/2017. Mit fünf Meisterschaften in der Premier League ist Chelsea der zweiterfolgreichste Club hinter Manchester United.

Premier League: ManCitys Angriff auf die Spitze

Ende der 2000er-Jahre etablierte sich auch Manchester City als feste Größe an der Spitze der Premier League. Der Club war im Jahr 2008 von der Abu Dhabi United Group übernommen worden, die in der Folge viel Geld in den Kader fließen ließ. Unter anderem kamen die Top-Torschützen Carlos Tévez und Sergio Agüero nach Manchester. Die erste Meisterschaft in der Premier League feierte der Club 2011/2012. Auch 2013/2014, 2017/2018 und 2018/2019 konnte City Meister werden. Bemerkenswert war vor allem der Titelgewinn in der Saison 2017/2018, als Manchester 100 Punkte sammeln konnte. Es war das erste Mal in der Geschichte der Premier League, dass ein Team am Ende einer Spielzeit so viele Zähler auf dem Konto hatte.

Premier League: die überraschende Meisterschaft von Leicester City

Angesichts der Dominanz der vier Vereine aus Manchester und London in der Premier League war die Meisterschaft von Leicester City in der Saison 2015/2016 eine handfeste Überraschung. Im Sommer 2008 war der Club in die dritte englische Liga abgestiegen, schaffte jedoch ein Jahr später den direkten Wiederaufstieg in die zweite Spielklasse. Der Sprung in die Premier League gelang im Sommer 2014. 

Im ersten Jahr nach dem Aufstieg hatte Leicester lange gegen den Abstieg zu kämpfen und konnte diesen letztlich auch verhindern. In der Saison 2015/2016 verlor City nur drei Partien und hielt sich ab dem 23. Spieltag ununterbrochen an der Spitze der Tabelle auf. Die Top-Torschützen Jamie Vardy (24 Treffer) und Riyad Mahrez (17 Tore) hatten keinen geringen Anteil daran, dass Leicester letztlich mit zehn Punkten Vorsprung auf den FC Arsenal Meister wurde.

Von Alexander Kords

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