Respekt vor der Religion

Fußball-Novum: Premier-League-Partie unterbrochen, damit Muslime den Ramadan brechen können

Leicester-Coach Brendan Rogers (2.v.r.) und sein Spieler Wesley Fofana (3.v.r.).
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Leicester-Coach Brendan Rogers (2.v.r.) und sein Spieler Wesley Fofana (3.v.r.).

Die englische Premier League setzt ein Zeichen für Religionsfreiheit. Erstmals wurde eine Partie für die muslimischen Spieler im Ramadan unterbrochen.

Leicester - Bei großer Hitze gehören Trinkpausen im Fußball mittlerweile zur Normalität. Beim Premier-League*-Match zwischen Leicester City und Crystal Palace herrschten auf der Insel aber kühle sieben Grad - trotzdem gab es eine „Trinkpause“.

Der Grund: Die Protagonisten auf dem Feld nahmen Rücksicht auf die muslimischen Spieler Wesley Fofana und Cheikhou Kouyaté, die sich momentan im Fastenmonat Ramadan befinden.

Premier League erlaubt Fastenbrechen während des Spiels

Als nach einer halben Stunde die Sonne unterging, durften die beiden Akteure am Spielfeldrand Wasser und Energie-Gele zu sich nehmen. Tagsüber dürfen die gläubigen Moslems weder trinken noch essen. Deswegen haben Fußballspieler im Fastenmonat immer wieder Probleme mit ihrer Energieversorgung.

Die Aktion war vor dem Spiel abgesprochen, Schiedsrichter Graham Scott musste die Partie dafür nicht einmal unterbrechen. Palace-Torhüter Vicente Guaita wartete so lange mit dem Abstoß, bis die beiden Spieler wieder zurück auf dem Feld waren. Eine solche Aktion gab es in England noch nie.

Premier League: Spieler bedankt sich für Rücksichtnahme - „Solche Dinge machen den Fußball so wundervoll“

Leicester-Abwehrspieler Fofana bedankte sich nach der Partie bei seinen Mitspielern, dem Gegner und der Liga. „Ich bedanke mich bei der Premier League, Crystal Palace, Vicente Guaita und allen Foxes, die es mir ermöglicht haben, mein Fasten während des Spiels zu brechen. Solche Dinge machen den Fußball so wundervoll“, schrieb er auf Twitter und Instagram*.

Fofanas Trainer Brendan Rogers zollte den konstanten Leistungen seines Spielers trotz Ramadan Respekt. „Es ist bemerkenswert. Wenn man sich seine Leistung anschaut, obwohl er den ganzen Tag nichts gegessen hat, das ist beeindruckend“, sagte er. Der junge Fofana ist eine der positiven Überraschungen bei den Foxes in dieser Saison. Er hat wesentlichen Anteil daran, dass das Team noch immer Platz drei belegt und sich auf Champions-League*-Kurs befindet.

„Ich habe schon mit vielen Spielern mit Hingabe für ihren Glauben gearbeitet, vielen gibt das Kraft“, sagte Rodgers. Möglicherweise folgt bald auch die Bundesliga* diesem Beispiel. (epp) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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