Anfeindungen im Netz

Schiedsrichter Mike Dean pausiert nach Morddrohungen - Premier League reagiert auf Shitstorm

Der Schiedsrichter Mike Dean sah sich Morddrohungen ausgesetzt. Am kommenden Wochenende wird er in der Premier League nicht zum Einsatz kommen und stattdessen eine Pause einlegen.

London - Schiedsrichter genießen im Fußball für gewöhnlich kein hohes Ansehen und sehen sich in der Öffentlichkeit zunehmender Kritik ausgesetzt. Ein englischer Unparteiischer zieht daraus jetzt die Konsequenzen.

Premier League: Schiedsrichter Mike Dean wird im Netz angefeindet

In Corona-Zeiten haben Schiedsrichter aufgrund der fehlenden Fans in den Stadien einen leichteren Job, möchte man glauben. Doch die aufgehetzte Stimmung bei den Spielen hat sich nun in soziale Medien verlagert. Frustrierte Fans lassen ihren Unmut gegen Schiedsrichter auf öffentlichen Plattformen freien Lauf.

Das jüngste Opfer ist der Premier-League-Schiedsrichter Mike Dean. Nachdem er online mehrere Morddrohungen gegen sich und seine Familie erhalten hat, wandte sich der 52-Jährige an die Polizei und wird am kommenden Wochenende keine Partie pfeifen. Nach Informationen der BBC hatte er aber ohnehin Anspruch auf eine Pause. Dean ist bereits seit über 20 Jahren in der Premier League im Einsatz. In der Europa League leitete er 2010 ein Spiel von Borussia Dortmund.

Premier League reagiert auf Shitstorm gegen Schiedsrichter Dean

Doch wie kam es zu so viel Hass und Feindseligkeit? In der Partie zwischen Manchester United und dem FC Southampton (9:0) am vergangenen Donnerstag hatte Dean Southamptons Jan Bednarek in der 86. Minute eine Rote Karte gezeigt, die nach Einspruch annulliert wurde. In der Partie zwischen dem FC Fulham und West Ham United (0:0) am Samstag hatte Tomas Soucek in der siebten Minute der Nachspielzeit Rot gesehen. Auch diese Entscheidung wurde am Montag vom englischen Fußballverband zurückgenommen. Alle Experten waren sich einig, dass es sich bei dem Ellenbogenschlag von Soucek um ein Versehen und keine aktive, böswillige Aktion handelte. West Ham-Coach David Moyes hatte Deans Entscheidung als „peinlich“ bezeichnet.

Premier-League-Chef Richard Masters nannte die Drohungen gegen Dean „unentschuldbar“ und rief die Betreiber sozialer Medien zum Handeln auf. Mike Riley, Geschäftsführer der englischen Schiedsrichtervereinigung, bezeichnete die Drohungen gegen Dean als „vollkommen inakzeptabel“ und begrüßte dessen Entscheidung, „derlei abscheuliche Mitteilungen“ der Polizei zu melden. Bereits am Mittwoch, den 10. Februar wird der populäre Schiedsrichter, der für seine auffällige Gestik und kleinen Späße berühmt ist, allerdings wie geplant das Pokalspiel zwischen Leicester City und Brighton & Hove Albion übernehmen. (ck/dpa)

Rubriklistenbild: © Clive Rose via www.imago-images.de

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