Aufruhr nach abgebrochenem Spiel

PSG-Trainer Tuchel nach Rassismus-Skandal plötzlich heftig unter Beschuss - Jetzt reagiert er knallhart

In der Champions League gab es einen Rassismus-Eklat samt Spielabbruch. PSG-Trainer Thomas Tuchel wurde plötzlich zur Zielscheibe der Kritik. Nun äußerte er sich.

Update vom 10. Dezember, 11.15 Uhr: PSG-Trainer Thomas Tuchel war mittendrin, als das Spiel zwischen seiner Elf und Basaksehir wegen eines Rassismus-Skandals abgebrochen wurde. „Es ist wichtig, darüber zu sprechen, miteinander zu sprechen. Auch zu verstehen, was solche Dinge bedeuten und bei unseren Mitmenschen bedeuten, wie so was ankommt“, sagte Tuchel am Mittwochabend bei Sky. „Das war ein klares Statement gestern, auch ein nötiges Statement“, meinte er, nachdem Paris die Partie 5:1 gewonnen hatte.

Am Dienstag war die Partie abgebrochen worden, nachdem der vierte Offizielle den Istanbuler Co-Trainer Pierre Webo mit dem in Deutschland als „N-Wort“ umschriebenen Begriff bezeichnet haben soll. Aus Protest hatten beide Mannschaften den Platz verlassen. „Ich bin zu 1000 Prozent gegen jede Form von Rassismus“, betonte Tuchel. Er habe aber tags zuvor nicht gehört, was wer gesagt habe und wolle sich deswegen „das Recht nehmen, nicht zu urteilen, bevor nicht alles abgeschlossen ist“.

Erstmeldung vom 9. Dezember: Paris - Der Spielabbruch zwischen PSG und Istanbul Basaksehir bestimmte den Champions-League-Abend. Der Sieg und das Weiterkommen von RB Leipzig gegen Manchester United geriet da fast schon zur Randnotiz. In der 15. Minute war bereits Schluss im Prinzenpark - die Mannschaften verließen nach einer Äußerung des vierten Offiziellen den Platz.

Spielabbruch in der Champions League: Video macht Thomas Tuchel zur Zielscheibe

„Negru“, auf rumänisch „Schwarzer“, funkte Sebastian Coltescu an den Schiri. Aufgrund der leeren Ränge war das gut zu verstehen. Er meinte den Istanbuler Co-Trainer Pierre Webó, der sich wegen einer vorangegangenen Szene aufgeregt hatte. Es folgten heftige Diskussionen und schließlich der Spielabbruch.

Auf Twitter tauchte nun mehrfach ein Video von PSG-Trainer Thomas Tuchel auf, das ihn im Gespräch mit einem Basaksehir-Spieler zeigt. Der deutsche Coach wird zur Zielscheibe der Kritik. Denn einige werfen ihm vor, den vierten Offiziellen zu verteidigen.

Spielabbruch in der Champions League: Tuchel diskutiert mit gegnerischem Spieler

Der Mitschnitt zeigt folgende Konversation: Basaksehirs Gulbrandsen: „Es ist ein rassistischer Kommentar.“ Tuchel fragt: „Hast du ihn das sagen hören?“, woraufhin Gulbrandsen antwortet: „Nein, aber er hat es gesagt!“ Tuchel mahnt ihn schließlich zur Ruhe. „Beruhige dich. Ob er das gesagt hat, weißt du nicht.“

Stellt sich der Deutsche also nicht entschieden genug gegen Rassismus? Tuchel war in der Situation wohl lediglich darum bemüht, sich neutral ein Bild von der Situation zu machen und wollte den Offiziellen nicht vorschnell verurteilen. Vermutlich hat er den Ruf selbst nicht gehört. Wer Tuchel kennt, der weiß, dass er Rassismus aufs Schärfste verurteilt.

Auf Twitter wird trotzdem bereits diskutiert. „Hat Tuchel den Schiedsrichter unterstützt?“, wird gefragt. Andere User meinen: „Thomas Tuchel muss heftig dafür kritisiert werden, dass er sich für ihn eingesetzt hat“, oder „Thomas Tuchel hat den Rassisten verteidigt - das muss auch untersucht werden.“ (epp)

In der Europa League stehen zwei deutsche Vereine in der K.o.-Phase. Auf wen Bayer Leverkusen und die TSG Hoffenheim in der Zwischenrunde treffen, entscheidet sich bei der Auslosung am 14. Dezember ab 13 Uhr.

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