Champions League

PSG-Star Mbappé und der Kampf um das «Nonplusultra»

Kylian Mbappé
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Im Hinspiel gegen Bayern kaum zu stoppen: PSG-Star Kylian Mbappé (2.vr).

1:1 steht es zwischen Bayerns Kapitän Neuer und PSG-Weltmeister Mbappé. Das dritte Duell entscheidet nicht nur über das Halbfinale, sondern ebnet vielleicht den Weg Richtung Weltfußballer-Titel.

Paris (dpa) - Kylian Mbappé lachte beim lockeren Aufwärmprogramm des Starensembles von Paris Saint-Germain.

Fünf Tage nach seiner Tor-Gala im Viertelfinal-Hinspiel beim FC Bayern war dem Fußball-Weltmeister, der am Montagvormittag im sonnig-kühlen Paris noch eine Mütze trug, auf dem feinen Trainingsrasen schon die Vorfreude auf das schnelle Wiedersehen mit den Münchnern anzusehen. «Noch ist nichts gewonnen», warnte der 22-Jährige vor dem Rückspiel am Dienstag (21.00 Uhr/Sky), dem zweiten der Final-Revanche für 2020. Bester Laune klatschte Mbappé - mit Handschuhen - den mit Mund-Nasen-Schutz geschützten Präsidenten Nasser Al-Khelaïfi ab.

Fast acht Monate nach dem verlorenen Königsklassen-Endspiel von Lissabon, als Neymar, Mbappé und Co. immer wieder an Neuer verzweifelten, scheint PSG reif für den nächsten großen Schritt. Allen voran der Doppeltorschütze von München, der schon im Achtelfinale gegen Lionel Messi und den FC Barcelona viermal traf.

«Irgendwann wird er der Weltfußballer werden, da bin ich absolut von überzeugt», sagte Trainer Hansi Flick am Tag vor dem Rückspiel. «Er ist schnell, technisch stark und, was für einen Weltfußballer natürlich wichtig ist, er macht Tore. Das ist oftmals ein Kriterium, um ganz oben zu stehen.»

Im Gegensatz zu den Bayern um schon zweimal erfolgreiche Stars wie Neuer konnte Mbappé seine Sehnsucht nach dem Henkelpott aber noch nicht stillen. «Wir sind in den verschiedensten Phasen gescheitert», erinnerte Mbappé kürzlich in einem Interview des Senders RMCSport. «Obwohl für viele die WM der Heilige Gral ist, für mich ist die Champions League das Nonplusultra.» Nach dem sehr effektiv herausgeschossenen 3:2 im Hinspiel sind die Chancen für PSG auf das Halbfinale glänzend.

Nach dem Aus von Messi und Barça gegen das PSG-Ensemble um den herausragenden Mbappé und dem K.o. von Cristiano Ronaldo mit Juventus Turin gegen Porto könnte sich der Franzose auch in die Pole Position im Kampf um den Weltfußballer-Titel schieben. Gegen die Bayern, bei denen der zum Weltbesten gekürte Robert Lewandowski nach Knieverletzung am Comeback arbeitet, kann er sich den Weg zur begehrten Auszeichnung freischießen. «Das sollte in den nächsten Wochen nicht im Vordergrund stehen. Es sollte darum gehen, möglichst weit in der Champions League zu kommen», wiegelte Mbappé ab.

Im Achtelfinale kürte er sich zum jüngsten Spieler der Eliteliga mit 25 Toren. Im Hinspiel gegen Bayern kamen für den Mann des Abends zwei weitere Treffer dazu - und das gegen Neuer. «Ich liebe es, gegen die besten Spieler der Welt zu spielen, und Manuel Neuer ist einer der besten Torhüter der Geschichte», sagte Mbappé nach dem Hinspiel.

In diesem traten die Gäste - anders als im August in Lissabon - höchst effizient auf. «Ich habe es im Finale nicht geschafft, gegen ihn zu treffen, aber ich hoffe, dass ich es wieder schaffen kann.» Dieser Neuer wird im Sommer auch erneut Gegner sein, wenn der französische Superstar mit der Équipe Tricolore zur EM wieder nach München kommt - und dort zum Turnierstart auf Deutschland trifft.

Doch das ist noch weit weg. Zunächst zählt für Mbappé PSG. Die Frage lautet dabei: Wie lange noch? Sollte Paris gegen Bayern doch noch ausscheiden, dürften die Spekulationen um die Zukunft des Superstars weiter an Tempo gewinnen. Das gilt auch bei Neymar, der als bislang teuerster Spieler überhaupt mit einer Ablösesumme von 222 Millionen Euro bald von Mbappé abgelöst werden könnte. 250 Millionen Euro reine Ablöse sind für ein Mega-Geschäft im Gespräch.

Er werde immer wieder zur Zukunft befragt, sagte Mbappé nach dem Sieg in München. «Aber ich weiß es noch nicht.» Sein Vertrag bei PSG läuft nach dann vier Jahren am 30. Juni 2022 aus. Real Madrid, trainiert von Frankreichs Fußball-Ikone Zinédine Zidane, gilt als Favorit. Aber die Spur führte auch schon in die Premier League. «Für mich ist Mbappé ein Spieler für Real Madrid», sagte der frühere Weltfußballer und heutige Sky-Experte Lothar Matthäus, «er will Weltfußballer werden, da gibt es keinen anderen Club als Real. Als neuer Ronaldo.»

© dpa-infocom, dpa:210412-99-173287/3

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