Saisonendspurt soll sichergestellt werden

Bundesliga-Hammer! DFL beschließt Quarantäne-Trainingslager - Lauterbach hebt sofort den Finger

Die DFL hat Quarantäne-Trainingslager für alle 36 Profiklubs im Mai beschlossen.
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Die DFL hat Quarantäne-Trainingslager für alle 36 Profiklubs im Mai beschlossen.

Die DFL hat auf die ansteigenden Corona-Infektionen reagiert. Alle Teams der Bundesliga und 2. Liga müssen sich im Mai in ein Quarantäne-Trainingslager begeben.

München - Die Deutsche Fußball Liga* hat wie erwartet die sogenannten Quarantäne-Trainingslager für die Vereine der 1. und 2. Bundesliga* beschlossen. Wie die DFL am Donnerstag mitteilte, werden ab 12. Mai alle 36 Profiklubs für die letzten beiden Spieltage in Isolation gehen. Somit soll sichergestellt werden, dass die laufende Saison bis zum 22. beziehungsweise 23. Mai beendet werden kann.

Vor dem Bezug der Trainingslager sollen sich Spieler und Betreuer ab 3. Mai bereits in eine „Quasi-Quarantäne“ begeben, die laut DFL der „Kontaktreduzierung sowie einer weiteren Minimierung des Infektionsrisikos“ diene. Die betreffenden Personen sollen sich hierbei „ausschließlich im häuslichen Umfeld oder auf dem Trainingsgelände beziehungsweise im Stadion“ aufhalten.

DFL schickt Bundesliga in Quarantäne-Trainingslager - Fall Hertha BSC gab den Anstoß

Die Quarantäne-Trainingslager waren länger schon als Maßnahme gegen die grassierenden Corona-Mutationen in Erwägung gezogen worden, dann aber doch zunächst verworfen worden. In der 2. und 3. Liga waren jüngst Holstein Kiel, der SV Sandhausen, der Karlsruher SC oder Dynamo Dresden geschlossen in Quarantäne geschickt worden. Nachdem Hertha BSC am vergangenen Donnerstag als erster Bundesligist nach positiven Tests für 14 Tage unter Quarantäne gestellt wurde, kamen die Pläne wieder auf den Tisch. Die Berliner befinden sich derzeit bis zum 29. April in häuslicher Quarantäne und müssen danach noch drei Nachholspiele bestreiten.

Das Präsidium folgte mit seiner Entscheidung einer Empfehlung der Task Force „Sportmedizin/Sonderspielbetrieb“ unter Leitung von Nationalmannschaftsarzt Tim Meyer. Demnach haben die Klubs sicherzustellen, dass Spieler, Trainerteam sowie Betreuerstab ab dem 12. Mai nur noch untereinander Kontakt haben. Dabei gelten weiterhin alle Vorgaben des medizinisch-hygienischen Konzepts.

Sollten einzelne Personen wie Mannschaftsärzte in Ausnahmefällen aufgrund besonderer beruflicher Verpflichtungen das Quarantäne-Trainingslager zwischenzeitlich verlassen müssen, soll die Rückkehr dieser Personen in den Mannschaftskreis nur unter Umsetzung von weiteren Schutzmaßnahmen möglich sein. Dazu zählt unter anderem ein negativer Antigen-Schnelltest.

Karl Lauterbach warnt vor Quarantäne-Trainingslagern

Zuletzt hatten sich mehrere Vertreter von Bundesliga-Vereinen für die Einkasernierung ausgesprochen, schließlich beginnt am 31. Mai die Abstellungsperiode für die Europameisterschaft. Auch die DFL verwies als Grund für die Maßnahme am Donnerstag noch einmal auf den „Termindruck“. Bis es zu den Nationalmannschaft geht, müssen die Ligen, deren Kalender prall gefüllt sind, mit ihrem Spielbetrieb durch sein. Viel Raum für Nachholspiele infolge coronabedingter Absagen gibt es nicht mehr.

Alleine Hertha muss nach Ende der Quarantäne, die mindestens bis zum 29. April geht, im Mai sechs Ligaspiele absolvieren. Noch mehr Coronafälle würden aber wohl auch diesen ambitionierten Zeitplan sprengen, weshalb die Trainingslager nun das Mittel der Wahl sind. Für den Gesundheitsexperten Karl Lauterbach birgt ein Bubble-Konzept aber auch Risiken. „Denn wenn es dann dort zu einer Infektionskette kommt, sind auch sehr viele gleichzeitig betroffen“, sagte der SPD-Politiker dem SID: „Von daher würde ich fast mit dem jetzigen Konzept weitermachen.“

Lauterbach lobte die Hygienekonzepte der DFL, die gegen die Mutante aber auch nicht mehr im vollen Umfang schützten. Die Spieler müssten sich des „Restrisikos“ bewusst sein. „Das ist tatsächlich der Preis, der gezahlt werden muss, wenn man die Liga zu Ende spielen will. Die Konzepte der DFL sind wirklich gut, aber es (die B117-Mutation/d. Red.) ist halt sehr ansteckend“, so der 58-Jährige. Bleibt zu hoffen, dass die Quarantäne-Maßnahmen der Mutante standhalten. (ck/sid/dpa) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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