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Rauballs Sorge um Sicherheit bei WM

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DFL-Präsident Reinhard Rauball macht sich Sorgen um die Sicherheit bei der WM in Südafrika. © dpa

Frankfurt - Reinhard Rauball und Theo Zwanziger fordern Konsequenzen aus dem Anschlag auf die Fußball-Nationalmannschaft von Togo. Für die deutschen Kicker hat das aber zunächst noch keine Folgen.

"Wir können es nicht bei dem Satz

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bewenden lassen: Südafrika ist etwas anderes als Angola“, sagte Rauball (63) beim Neujahrsempfang der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Montag in Frankfurt mit Blick auf die Weltmeisterschaft im Sommer am Kap.

Darin sei er sich mit Theo Zwanziger, dem Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), einig. “Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir Sicherheitsfragen in den Griff bekommen“, forderte Rauball, den auch die Sorge um die beim Afrika-Cup noch tätigen 14 Bundesliga- und fünf Zweitliga-Spieler umtreibt. Zwanziger verlangte ebenfalls ein “neues Nachdenken“ - auch wenn Südafrika und Angola unterschiedliche Nationen seien. Rauball sprach von einem “furchtbaren terroristischen Akt“.

Für die Vorsichtsmaßnahmen rund um die Nationalmannschaft bei der WM haben die Vorfälle von Angola im Moment keine unmittelbaren Folgen. “Wir sind noch im Bereich der Konzeptionen“, erklärte Zwanziger und verwies auf den Sicherheitsbeauftragten Helmut Spahn, der eng mit den Behörden vernetzt sei: “An diesen Modellen wird weiter gearbeitet - auch vor dem Hintergrund des Anschlags in Angola.“

Bei dem Angriff von Rebellen auf den Mannschaftsbus Togos waren drei Menschen getötet und neun verletzt worden. Die Mannschaft hat sich daraufhin vom Afrika-Cup zurückgezogen. Wenn Nationalspieler Bedenken äußern, ob ihre Familie zur WM nach Südafrika mitreisen können, “dann ist das nicht mehr unser Standard“, erklärte Rauball mit einem Kopfschütteln.

Leverkusens Torwart René Adler hatte in der “Bild am Sonntag“ gesagt: “Das ist doch alles krank. Ich frage mich, wie die das mit der Sicherheit bei der WM handhaben wollen. Wir als Team werden sicherlich beschützt sein, aber was ist zum Beispiel mit den Familienangehörigen?“

Südafrika wehrt sich gegen Zweifel

Unterdessen wehrt sich Südafrika gegen Zweifel an der Sicherheit. Natürlich gibt es auch in dem Kap-Staat manche Gefahren. Allerdings drohen den mehreren hunderttausend Fußballfans aus aller Welt kaum Rebellen oder heimische Terroristen. Dafür besteht die Gefahr, dass die berüchtigte Kriminalität Südafrikas die Freude an einem großartigen Fußballturnier schmälern könnte. Schließlich zählt hier - trotz manch positiver Entwicklungen im Kampf gegen das Verbrechen - die Mordrate zu den höchsten der Welt. Aber das war der FIFA und der Welt bewusst, als entschieden wurde, die WM 2010 in Südafrika auszutragen - und Pretoria hat zugesichert, alles zu tun, um friedliche Spiele zu ermöglichen.

Südafrikas Polizeisprecher Vish Naidoo klagte, dass wieder einmal Afrika an den Pranger gestellt werde. “Unverantwortlicher Journalismus ... nährt den Afro-Pessimismus im Westen, wo alles, was in Afrika geschieht, immer mit Negativem verbunden wird.“ Südafrikas Regierung hat das Thema Sicherheit während der WM zur höchsten Priorität erklärt. “Wir arbeiten mit nationalen und internationalen Diensten zusammen, um die Sicherheit der Besucher während der WM sicherzustellen“, versicherte erneut WM- Kommunikationschef Rich Mkhondo. Ein ganzes Heer von Sicherheitskräften - von 190 000 Mann ist die Rede - soll die Fans und das Turnier schützen.

dpa

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