Deutschland in Gruppe F gelost

Reaktionen zur WM-Auslosung: Das sagt Löw über Deutschlands Gruppengegner

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Bundestrainer Joachim Löw in Moskau.

Die WM-Auslosung hat interessante Duelle hervorgebracht. So sind die Reaktionen von Offiziellen und aus der internationalen Presse.

Joachim Löw kniff im Moskauer Kreml hoch konzentriert die Augen zusammen, aus der Ruhe brachten ihn die "Losfeen" Diego Maradona, Cafu und Fabio Cannavaro aber nicht. Mexiko, Italien-Bezwinger Schweden und Südkorea sind 2018 bei der Fußball-WM in Russland die Gegner von Weltmeister Deutschland in Vorrundengruppe F - es hätte schlimmer kommen können. Dennoch wird der Weg zum fünften Stern kein Spaziergang, bereits im Achtelfinale könnte es zu einem Duell mit Rekordweltmeister Brasilien kommen.

Wir haben die Stimmen und Reaktionen zur WM-Auslosung zusammengefasst:

Joachim Löw (Bundestrainer) über die DFB-Gruppe:

„Sportlich sehr interessante Gegner. In der Gruppe wollen wir den Grundstein für eine erfolgreiche Titelverteidigung legen. Das ist unser Ziel.“

„Erschrocken bin ich sicher nicht. Da gibt es keinen Grund für uns, nervös zu sein. Ich denke, es wird spannend, auch in dieser Gruppe. Andere Nationen haben ja auch aufgeholt und haben klasse Einzelspieler.“

....über Gruppengegner Mexiko:

"Mexiko ist eine Mannschaft von wahnsinnig gutem Niveau. Wir kennen sie noch vom Confed Cup, da haben wir sie geschlagen. Sie haben eine technisch und taktisch sehr gute Mannschaft. Das ist ein schwerer Brocken zum Auftakt. Ein erster Gegner, den keiner auf die leichte Schulter nehmen kann. Sie haben die letzten Jahre immer klasse abgeschnitten und gut gespielt. Man weiß bei einem Turnier: Wenn es losgeht, muss man bereit sein. Und danach muss man sich steigern."

...über Gruppengegner Schweden:

"Sie haben Italien in den Play-offs rausgekegelt, sie sind also absolut nicht zu verachten. Sie sind gefährlich, ich erinnere nur an das 4:4 in der WM-Qualifikation nach 4:0-Führung. Dieses Spiel hat gezeigt, dass man niemals aufgeben darf. Diesmal wollen wir 5:0 führen, um sicher zu sein. Ich war nicht überrascht, dass sie zur WM fahren. Sie sind harte Kerle, der Geist in der Mannschaft ist sehr gut, sie haben großes Selbstvertrauen und verteidigen gut. Sie wissen, dass für sie alles möglich ist."

...über Gruppengegner Südkorea:

"Der größte Feind ist, wenn man glaubt, gegen Mannschaften wie Schweden oder Südkorea nur 80 oder 90 Prozent abrufen zu müssen. Aber die kämpfen ums Achtelfinale mit allem, was sie haben. Ich kenne sehr viele koreanische Spieler, Heung-Min Son von Tottenham Hotspur, klar, sie sind ja auch in der Bundesliga teilweise - aber ich kann sie nur schwer aussprechen. Sie haben eine klasse Mentalität und sind sehr schnell. Sie werden besser und besser. 1981 habe ich in Frankfurt mit Bum-Kun Cha zusammengespielt, das war der Beste."

Reinhard Grindel (DFB-Präsident): 

„Eine sehr interessante Gruppe mit reizvollen Aufgaben für unsere Mannschaft. Ab jetzt beginnt für Joachim Löw und sein Team die Vorbereitung auf die ersten drei WM-Gegner.“

Manuel Neuer (Nationaltorwart): 

„Wir haben Gegner zugelost bekommen, die uns nicht unbekannt sind. Das ist mir immer am liebsten, wenn wir wissen, was auf uns zukommt. Es sind alles sehr ernstzunehmende Gegner, bei denen es aber unser klares Ziel sein muss, uns als Gruppenerster durchzusetzen. Mexiko spielt meist einen aggressiven Fußball. Auf die Schweden können wir uns gut einstellen. Da sie sich gegen Italien durchgesetzt haben, werden wir sie sicher nicht auf die leichte Schulter nehmen. Südkorea ist bekannt spielstark. Es ist eine interessante Gruppe mit drei Gegnern aus drei Kontinenten.“

Tae-Yong Shin (Trainer Südkorea): 

„Deutschland ist die beste Mannschaft, aber wir spielen zuerst gegen Schweden. Wir dürfen nicht den Fehler machen, uns zu sehr auf Deutschland zu konzentrieren.“ Mexikos Nationalteam twitterte indes: „Wir haben vor nichts und niemandem Angst!“

Janne Andersson (Trainer Schweden):

"Es werden schwierige Spiele. Wir werden unser Bestes geben. Nach den Play-offs gegen Italien spüre ich großes Selbstvertrauen in unserer Mannschaft."

Juan Carlos Osorio (Trainer Mexiko): 

„Das ist eine gute Gruppe für Mexiko. Wir haben gute Chancen, wir werden bestens vorbereitet sein. Es gibt keinen größeren Gegner als Deutschland, sie sind Weltmeister, das wird großartig. Ich freue mich darauf, gegen sie zu spielen. Wir können sie herausfordern und hoffentlich auf Augenhöhe mit ihnen spielen. Die anderen Gegner sollte man aber auch nicht unterschätzen. Schweden hat in der Qualifikation Holland und Bulgarien geschlagen und dann Italien in den Playoffs rausgeworfen. Südkorea hat eine ähnliche Aufstellung, das sind zwei ähnliche Mannschaften mit sehr genau definierten Strategien.“

Thomas Müller (Nationalspieler): 

„Das ist eine interessante Gruppe. Wir haben aus allen Teilen der Welt etwas bekommen, so wie es sich für eine Weltmeisterschaft gehört. Von ihren Eigenschaften her sind es drei völlig unterschiedliche Teams, dementsprechend ist alles dabei. Wir müssen uns auf jedes Spiel neu einstellen. Mit Mexiko haben wir beim Confed-Cup Erfahrungen gesammelt. Aber eine WM ist noch mal etwas anderes. Je nachdem, wie wir drauf sind, wird die Gruppe schwierig oder einfach.“

Jérôme Boateng (Nationalspieler): 

„Unsere Gruppe ist sehr interessant, weil wir mit Mexiko und Südkorea auch auf Gegner anderer Kontinente treffen. Es wird nicht einfach, aber wir sind in dieser Gruppe Favorit.“

Leon Goretzka (Nationalspieler): 

„In erster Linie freue ich mich darüber, dass feststeht, gegen wen wir spielen. Wir können mit der Auslosung zufrieden sein. An Mexiko habe ich seit dem Confed-Cup natürlich sehr schöne Erinnerungen. Ich freue mich einfach sehr auf die Spiele.“

Albin Ekdal (Schwedischer Nationalspieler): 

„Natürlich ist DFB-Team ein Team, das ich nicht unbedingt in unserer Gruppe haben wollte. Deutschland ist eins der drei besten Teams bei der WM, es wird sehr schwer, sie zu schlagen. Korea und Mexiko sind ebenfalls gute Mannschaften, aber das werden die Spiele sein, die wir gewinnen können. Es hätte insgesamt auch schwerer kommen können, aber auch durchaus leichter.“

Andreas Granqvist (Kapitän Schweden): 

"Das ist völlig in Ordnung. Deutschland ist Favorit. Ich hoffe, dass wir mit den anderen beiden Mannschaften ums Weiterkommen kämpfen können."

Marco Fabian (Mexikanischer Nationalspieler): 

„Es ist wichtig, einen Sieg davonzutragen, ein gutes Ergebnis zu erzielen, egal wer die Tore schießt. Mein Traum ist zunächst einmal, dabei zu sein. Ich werde hart dafür arbeiten. Vor allem aber will ich, dass Mexiko bei der nächsten Weltmeisterschaft Geschichte schreibt.“

Guillermo Ochoa (Mexikanischer Nationaltorwart): 

„Jeder Gegner ist schwierig, es gibt keine einfache Nationalmannschaft. Wir treffen auf den aktuellen Weltmeister, das ist eine schöne Herausforderung. Wir wollen uns den Stachel aus dem Confederations Cup ziehen. Wir sollten auf unsere Fähigkeiten vertrauen. Wir sind gut und wir sind eine Nationalmannschaft, vor der sich die anderen fürchten sollten.“

Robert Lewandowski (Kapitän Polen): 

"Das ist keine leichte Gruppe. Daher sind wir auch nicht Favorit. Es ist schön, dass wir so interessante Gegner aus allen Kontinenten haben. Ich freue mich besonders auf das Duell mit Kolumbien und meinem Kollegen James." 

Kingsley Coman (Frankreich): 

"Die Gruppe ist für Frankreich okay. Wir können jeden Gegner schlagen. Unser Ziel ist auf jeden Fall weiterzukommen." 

Corentin Tolisso (Frankreich): 

"Das ist eine schwere Gruppe mit starken Gegnern. Da müssen wir uns ganz schön anstrengen, um ins Achtelfinale einzuziehen."

Matthias Sammer (Eurosport-Experte):

"Das ist eine interessante Gruppe. Man sollte die Gegner ernst nehmen, das wird auch der Trainer machen und dann sagen, aber Erster werden wollen wir trotzdem. Man schaut als Trainer schon ein bisschen auf potenzielle Achtel-, Viertel- und Halbfinalgegner, weil man Zeit hat, sich damit auseinanderzusetzen. Selbst wenn es den Trainer nicht interessiert, kann er gar nicht verhindern, dass ihm die Leute in seinem Umfeld sagen, was alles passieren kann."

Reaktionen aus der internationalen Presse:

Bei Deutschlands erstem Gruppengegner

Mexiko

hat man vor der vermeintlich schwierigen Aufgabe überhaupt keine Angst. Auf Twitter ließ der offizielle Account der Nationalmannschaft verlauten: „Unsere Gruppe steht fest. Wir haben vor nichts und niemandem Angst!“

Währenddessen sieht es bei den schwedischen Medien schon anders aus: Die schwedische Boulevardzeitung „Expressen“: „Schweden bekommt eine Alptraumgruppe“

„Aftonbladet“: „Es gab drei-vier Mannschaften, die man wirklich nicht haben wollte, eine davon ist Deutschland.“

Alle Informationen zur Auslosung finden Sie in unserem Live-Ticker. Den genauen Spielplan haben wir ebenfalls für Sie.

dpa/AFP/SID

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