Cristiano Ronaldo ist unersättlich

+
Cristiano Ronaldo: Wenige Titel mit Real, aber viele Tore.

Madrid - Am Dienstag erzielte Superstar Cristiano Ronaldo weitere drei Treffer in der Primera Division. „Pichichi“, die Auszeichnung für den besten Torschützen der Spielzeit, ist zum Greifen nah, außerdem der Rekord von 38 Toren in der spanischen Liga.

Das Champions-League-Finale ist futsch, und die Meisterschaft geht an den Erzrivalen FC Barcelona. Der spanischen Fußball-Rekordmeister Real Madrid blickt trotz des Gewinns der Copa del Rey auf ein enttäuschendes Jahr zurück. Einzig Superstar Cristiano Ronaldo winkt ein versöhnlicher Saisonabschluss: Nach seinem Dreierpack beim 4:0 (1:0) gegen den FC Getafe am Dienstag ist dem Portugiesen „Pichichi“, die Auszeichnung für den besten Torschützen der Saison, kaum noch zu nehmen. Und sogar der spanische Torerekord von 38 Treffern ist in Reichweite.

„Cristiano Ronaldo ist unglaublich und ein großartiger Profi“, sagte Reals Generaldirektor Jorge Valdano nach der Partie. Lob, das nicht von ungefähr kommt: Seit seinem spektakulären Wechsel von Manchester United im Sommer 2009 für die Rekordablösesumme von rund 94 Millionen Euro, hat Ronaldo eine beeindruckende Quote von 1,01 Toren pro Spiel in der Primera Divison vorzuweisen. „Unersättlich“, nannte ihn auch deshalb die Tageszeitung "Sport".

Diese Deutschen spielten bei Real Madrid

Nach Sami Khedira (links) ist Mesut Özil der zweite Deutsche im aktuellen Starensemble von Real Madrid. Vor ihnen standen schon sechs Profis aus Deutschland bei den “Königlichen“ unter Vertrag. Zeitraum © dpa
Günter Netzer spielte von 1973 bis 1976 in Madrid. Er absolvierte 85 Spiele und schoß 9 Tore. Netzer gewann mit Real 1975 das "Double" und 1976 die Meisterschaft. © dpa
Paul Breitner spielte von 1974 bis 1977 bei Real. Seine Bilanz: 84 Spiele und 9 Tore. Breitner gewann mit den "Königlichen" 1975 die spanische Meisterschaft und den Pokal. 1976 verteidigte er mit Real die Meisterschaft. © dpa
Uli Stielike spielte von 1977 bis 1985 bei den Königlichen. In dieser Zeit stand er 215 mal auf dem Platz und traf 41 mal. Mit Real Madrid wurde er 3 mal Spanischer Meister (1978, 1979, 1980) und 1985 UEFA-Pokalsieger. © Getty
Bernd Schuster spielte von 1988 bis 1990 für die "Königlichen". Seine Bilanz: 61 Einsätze und 13 Tore. Als Spieler gewann er mit Real 1989 und 1990 die spanische Meisterschaft. Von 2007 bis 2008 trainierte er den Verein später. Er holte mit Real einmal die spanische Meisterschaft sowie den spanischen Supercup. © dpa
Bodo Illgner spielte von 1996 bis 2001 bei Real. Er brachte es dort auf 91 Einsätze. Der Keeper schoss kein Tor. Er wurde mit den Madrilenen zweimal (1997 und 2001) spanischer Meister, holte zweimal die Champions League (1998 und 2000). Außerdem gewann Illgner mit Real 1998 auch den Weltpokal. © dpa
Christoph Metzelder spielte von 2007 bis 2010 bei Real. Er brachte es in dieser Zeit auf 23 Einsätze, schoss aber kein Tor. Er holte mit dem Verein 2008 sowohl die spanische Meisterschaft als auch den Supercup. © dpa
Sami Khedira wechselte im Kuli 2010 zu Real. er absolvierte dort noch kein Pflichtspiel. Sein Debüt für seinen neuen Verein gab er am 13. August 2010 gegen den FC Bayern München in einem Testspiel (im Duell gegen Franck Ribéry, rechts). © dpa
Mesut Özil gab am 17. August seinen Wechsel zu Real Madrid bekannt. Er verließ den Verein im Sommer 2013 und wechselte für 50 Millionen Euro zum FC Arsenal. © dpa
Und gleich der nächste Deutsch-Türke aus dem Ruhrpott, den es zu den Königlichen zog: Nuri Sahin gab am 9. Mai 2011 bekannt, dass er in Madrid einen Vertrag bis 2017 unterschrieben hat. Nach einem Jahr ließ er sich aber schon wieder nach Liverpool verleihen. Auch dort wurde er nicht glücklich und wechselte im Januar 2013 zu Borussia Dortmund. © dpa
Toni Kroos, Real Madrid
Am 17. Juli 2014 wurde der Wechsel von Toni Kroos vom FC Bayern zu Real Madrid bekannt gegeben. Der Weltmeister erhält bei den Königlichen einen Sechs-Jahres-Vertrag. © dpa

Für Verwirrung sorgt derweil die eigentliche Anzahl seiner Treffer in der laufenden Saison. In der Liste des spanischen Verbandes wird Ronaldo mit 36 Treffern geführt, die Tageszeitung "Marca", die den Titel des „Pichichi“ in den 50er-Jahren ins Leben gerufen hatte und noch heute offizell vergibt, schreibt ihm 37 Tore zu. Streitpunkt ist der Siegtreffer beim 2:1-Auswärtserfolg am dritten Spieltag in San Sebastian. Im Spielberichtsbogen wird Abwehrspieler Pepe als Torschütze geführt, die "Marca" sah in Ronaldo den Torschützen. Für den Titel ist am Ende aber das Urteil der Fachpresse entscheidend.

Unabhängig von der derzeitigen Anzahl seiner Tore wollen die Hauptstädter mithelfen, dass der Weltfußballer von 2008 die Bestmarke von Telmo Zarra (Athletic Bilbao/1953) und dem ehemaligen Madrilenen Hugo Sanchez (1990) mit jeweils 38 Toren in einer Spielzeit knackt. Bei der jüngsten Gala-Vorstellung Ronaldos legte der deutsche Nationalspieler Mesut Özil gleich zweimal mustergültig für „CR7“ auf. „Die Leistung der Mannschaft war ungemein solide. Die Spieler wollten den Ball immer öfter zu Ronaldo passen, als auf dem Spiel der Deckel drauf war“, sagte Valdano.

Für die Tageszeitung "AS" ist die Devise für die letzten beiden Saisonspiele deshalb klar: „Alle für einen: Cristiano.“ Es wäre vermutlich ein Rekord für die Ewigkeit, auch deshalb teilt Ronaldo den Plan: „Ich kämpfe darum, aber es ist keine Besessenheit.“ Besonders die Partie am letzten Spieltag in zwei Wochen im Bernabeu gegen Tabellenschlusslicht UD Almeira verspricht dabei satte Ausbeute. „Cristiano ist hungrig. Für den Portugiesen gibt es keine unwichtigen Spiele mehr“, schrieb Marca.

Ronaldos Verfolger im Rennen um die Torjägerkrone, Lionel Messi, kann im Gastspiel des FC Barcelona bei UD Levante am Mittwoch zwar noch nachziehen, mit 31 Treffern ist der Rückstand auf Ronaldo aber wohl zu groß. Für Messis Trainer Pep Guardiola kein Problem: „Das Einzige, was Leo wirklich interessiert, sind Titel.“ Titel mit der Mannschaft.

sid

Auch interessant

Meistgelesen

Bundesliga-Hammer: DFL plant Liga-Spiele WÄHREND der WM in Katar
Bundesliga-Hammer: DFL plant Liga-Spiele WÄHREND der WM in Katar
FC Liverpool gegen Manchester United: Premier League heute live im TV und Live-Stream
FC Liverpool gegen Manchester United: Premier League heute live im TV und Live-Stream
FC Schalke 04 - Borussia Mönchengladbach: Rückrunden-Kracher heute live im Free-TV und im Live-Stream 
FC Schalke 04 - Borussia Mönchengladbach: Rückrunden-Kracher heute live im Free-TV und im Live-Stream 
Jürgen Klinsmann und seine Trainer-Lizenz: Sitzt er gegen Bayern auf der Bank? DFB und DFL haben entschieden
Jürgen Klinsmann und seine Trainer-Lizenz: Sitzt er gegen Bayern auf der Bank? DFB und DFL haben entschieden

Kommentare