AS-Reporter Alvaro de la Rosa

Experte: Was man in der Real-Kabine über Kroos tuschelt

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Toni Kroos (l.) mit Nationaltrainer Jogi Löw.

Madrid - Als Reporter der "AS" darf Alvaro de la Rosa Toni Kroos im Dress von Real Madrid aus nächster Nähe verfolgen. Der Experte ist begeistert und fordert für den Spieler eine wichtigere Rolle in der Nationalmannschaft.

Alvaro de la Rosa schreibt für das Hausblatt von Real Madrid, die "AS".

"Der Abstecher von Toni Kroos nach Berlin wird der deutschen Nationalelf mehr als nur guttun. Nicht nur, dass der neue Spieler von Real Madrid in kaum drei Monaten einen enormen Sprung nach vorne gemacht hat – eigentlich ist er sogar schon der neue Chef der Madrilenen. Seit er hier ist, erinnert sich kaum noch jemand an Xabi Alonso. Kroos hat ihn aus dem Gedächtnis der Fans gelöscht. Man kann sagen, dass Carlo Ancelotti dem deutschen Bundestrainer Joachim Löw einen neuen Pirlo geschenkt hat – nur, dass dieser gerade mal 24 Jahre alt ist. Und so wie es aussieht, wird er den italienischen Superstar in seiner Entwicklung weit hinter sich lassen.

Kroos kam nach der WM als Zehner zu Real, doch Ancelotti setzte ihn auf der Sechs ein – und hat so seine Leistung auf ein noch höheres Niveau gebracht. „Wenn Toni ein Stück weiter hinten spielt, stehen ihm mehr Räume zur Verfügung und er kann befreiter aufspielen“, sagt der Real-Trainer. Jetzt hat Joachim Löw die Qual der Wahl: Er kann ihn wie bei seiner brillanten WM weiter auf der Zehn einsetzen oder ihm wie bei Real die Zügel des DFB-Teams überlassen, um so noch mehr von seinem Mittelfeld-Allrounder zu profitieren.

In Madrid haben seine sensationellen Auftritte zuletzt den ein oder anderen sprachlos gemacht. Kroos ist der Spieler bei Real, der die meisten Minuten auf dem Platz hat. Carlo Ancelotti liebt es, dass er ganz und gar ohne Druck agiert. Hinzu kommt, dass seine Mitspieler von seinem Charakter angetan sind. In der Kabine erzählt man sich, dass Kroos in der Woche des Clásicos und der Partie gegen Liverpool eine derart fokussierten Eindruck machte, dass er fast schon einer Maschine ähnelte.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Kroos war schon zu seiner Zeit beim FC Bayern ein wichtiger Spieler. Bei Real kann er jetzt aber zum alles entscheidenden Akteur, zum Schlüsselspieler werden. Wie viele Spieler gibt es denn schon, die diese beiden Positionen mit ähnlicher Perfektion ausführen können? Joachim Löw muss nur einen Blick auf Kroos’ Zahlen und seine Statistiken in Madrid werfen: Sie sind beinahe perfekt. So gut wie jeder Pass findet seinen Adressaten, er gewinnt so viele Bälle wie nie, und nach vorne ist er der unumstrittene Motor Reals. Gut, manch einer sagt, dass er so weit hinten nicht mehr zu seinem gefürchteten Abschluss kommt, aber Fakt ist: Eine Kiste hat Kroos in dieser Saison schon gemacht, seine letzte Spielzeit bei Bayern schloss er auch nur mit vier Toren ab.

Der Moment von Toni Kroos ist gekommen. Und es wird auch Zeit, dass Bundestrainer Joachim Löw ihm die Kontrolle über die deutsche Mannschaft gibt."

Spanische Presse: "Niemand vermisst Xabi"

Heynckes: "Toni Kroos spielt fantastisch"

Alvaro de la Rosa

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