Aus in der CL-Gruppenphase droht

Real Madrid in der Krise: Muss Trainer Zinedine Zidane nächste Woche schon die Koffer packen?

Real Madrids Cheftrainer Zinedine Zidane geht in die Hocke und fängt einen Fußball
+
Nicht mehr unumstritten bei Real Madrid: Cheftrainer Zinedine Zidane

Die erneute Pleite in der Champions League gegen Schachtjor Donetsk hat das Fass bei Real Madrid zum Überlaufen gebracht. Die Königlichen haben das Weiterkommen zwar weiterhin selbst in der Hand, Trainer Zinedine Zidane wackelt aber dennoch gehörig.

  • In der spanischen LaLiga erfüllen die Königlichen ebenfalls nicht die Erwartungen.
  • Nur mit einem Sieg am letzten Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach ist Real sicher im Achtelfinale.
  • Auch die Führung der Spanier hat eine Teilschuld an der aktuellen Krise beim CL-Rekordsieger.

Der Ort? War derselbe. Nur Real Madrid war es nicht. Vor über zwei Jahren, am 26. Mai 2018, krönte Zinedine Zidane seine Königlichen just in Kiew nach einem 3:1-Sieg gegen Liverpool mit dem 13. CL-Sieg in der ruhmreichen Geschichte des spanischen Klubs. Es war der dritte in Folge, vor Zidane war das überhaupt noch keinem anderen Trainer gelungen. Am Dienstag, bei der Rückkehr des weißen Balletts an den Ort des Triumphs, war alles anders. Nach 90 Minuten stand es 0:2 (0:0) gegen Schachtjor Donetsk, Real zittert um den Einzug ins Achtelfinale und jener Zidane, der den erfolgreichsten Klub der Welt damals in Kiew noch ein Stück erfolgreicher gemacht hatte, muss nun um seinen Job bangen.

Bereits am Tag danach ließ der Klub über seine Hofpresse die Gerüchte um eine vorzeitige Trennung vom französischen Erfolgstrainer dementieren. Insbesondere in Madrid sind das jedoch die ersten Indizien dafür, dass in der Tat etwas im Busch ist. Das weiß auch Zidane selbst, der unmittelbar nach der Pleite zu Protokoll gab, dass er nicht zurücktreten werde. „Das kommt nicht infrage, ich fühle mich bei Kräften“, meinte der 48-Jährige trocken. Wer die Mechanismen in der spanischen Hauptstadt kennt, dürfte jedoch wissen, dass die Trainerbank im Estadio Santiago Bernabéu bei anhaltenden Negativresultaten einem Schleudersitz gleicht. Bei Platz vier in der Liga und dem drohenden Gruppen-K.o. in der Königsklasse fängt dieser schon leicht an zu wackeln.

Das kommt nicht infrage, ich fühle mich bei Kräften!

Trainer Zinedine Zidane über einen möglichen Rücktritt als Cheftrainer in Madrid

Fehlinvestitionen in Jovic & Co. - auch die Real-Bosse haben versagt!

Zidane hat allerdings schon des Öfteren bewiesen, dass er ein Überlebenskünstler ist. Ein Sieg gegen Gladbach (oder ein Remis, falls Inter parallel Schachtjor schlägt), und Real steht im Achtelfinale. Hinzu kommt, dass die Schuld beim spanischen Weltklub gut und gerne beim Trainer gesucht wird, obwohl die in Wahrheit auch woanders liegt. Spieler wie Éder Militão oder Luka Jovic stellen sich immer mehr als (in diesem Fall rund 110 Millionen teure) Fehlkäufe heraus, auch der notwendige Umbruch nach den CL-Siegen wurde nicht konsequent vorangetrieben. Hinzu kommt eine Finanzpolitik, die Real im Sommer zum Verkauf von Talenten wie Achraf Hakimi oder Sergio Reguilón zwang.

Drei Kracher in einer Woche entscheiden über Zidanes Zukunft bei Real

Schuldfrei ist Zidane aber nicht. Eine Handvoll Stars wie Marco Asensio, Eden Hazard oder Vinicius Jr. agieren derzeit unter ihren Möglichkeiten. Auch der Fitnesszustand des Teams, das aktuell in Kapitän Sergio Ramos, Fede Valverde sowie zum wiederholten Male Hazard auf viele Stars verletzt verzichten muss, sorgt bei Fans und Bossen für Unmut. Als Zwischenfazit stehen bislang sieben Siege, drei Remis sowie fünf Pleiten zu Buche. Und all das vor einer Woche, die es in sich hat: Erst geht’s in der Liga zum FC Sevilla, dann wartet Gladbach, zu guter Letzt steht noch das Derby gegen Atlético an. Danach wird abgerechnet. Das weiß auch Zidane. Ganz egal, was mal in Kiew war.

Auch interessant

Kommentare