Zweiter Spieltag der Champions League

Krise von Real Madrid: „Selbstmörderisches Manöver“ - Kroos unter Beschuss

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Toni Kroos.

Toni Kroos im Pech, Jose Mourinho immer stärker unter Beschuss: Titelverteidiger Real Madrid und Englands Rekordmeister Manchester United blieben am zweiten Champions-League-Spieltag sieg- und torlos.

Hamburg Ein fataler Fehlpass hat Toni Kroos binnen Sekunden zum Gesicht der Krise von Real Madrid gemacht und die sportliche Talfahrt der "Königlichen" noch beschleunigt. "Ein selbstmörderisches Manöver" nannte "AS" den Aussetzer des deutschen Nationalspielers. Dessen verunglückte Rückgabe war Ausgangspunkt des einzigen Tores bei der 0:1 (0:1)-Niederlage in der Champions League bei ZSKA Moskau.

Drei Spiele in Serie ohne Sieg, 319 Minuten ohne eigenen Torerfolg - auf dem Rückflug des Titelverteidigers war die Stimmung gedrückt. Dem neuen Trainer Julen Lopetegui gelingt es derzeit nicht, den nach Italien abgewanderten Superstar Cristiano Ronaldo zu ersetzen. Und in seiner Mannschaft mehren sich die Zweifel, dass dies überhaupt gelingen kann.

"Cristiano hat die Messlatte bei Real sehr hochgelegt. Man kann die Sonne nicht mit einem Daumen verdecken", sagte Torhüter Keylor Navas, der den frühen Treffer des Tages in der zweiten Minute nicht verhindern konnte. Fakt ist: Drei Spiele nacheinander ohne Tor hat es beim Champions-League-Sieger zuletzt vor mehr als zehn Jahren unter Coach Fabio Capello gegeben.

Und so wächst der Druck auf Lopetegui, der zu Saisonbeginn Zinedine Zidane auf der Trainerbank abgelöst hatte. Er selbst spielte die Brisanz der aktuellen Lage herunter: "Im Fußball gibt es solche Momente, es sind keine einfachen Momente. Das schnelle Gegentor war natürlich unerwartet, aber so etwas kann immer passieren."

Noch heftiger im Kreuzfeuer der Kritik steht weiterhin sein Kollege Jose Mourinho. Denn auch Manchester United steckt tief in einem Leistungsloch. Und anstatt nach drei Niederlagen in sieben Ligaspielen in der Königsklasse einen Befreiungsschlag zu landen, kam Englands Rekordmeister gegen den FC Valencia nicht über ein torloses Unentschieden hinaus.

Besonders ManUs einstiger Mittelfeldstar Paul Scholes ließ nach der langweiligen Partie kein gutes Haar an dem Portugiesen. "Ich war schon sehr überrascht, dass er die fürchterliche Vorstellung vom vergangenen Wochenende überlebt hat. Das Spiel gegen Valencia war kaum besser", wetterte der Ex-Nationalspieler bei BT Sport.

Mourinhos Replik fiel wie so oft patzig aus: "Das interessiert mich alles nicht. Freies Land, freie Rede, man darf sagen, was man will." Der 55-Jährige monierte stattdessen die fehlende Polizeieskorte für die Fahrt des Mannschaftsbusses zum Stadion und wirkte in der Pressekonferenz konfus. "Es gibt Dinge, die kann ich jetzt einfach nicht sagen", erklärte Mourinho kryptisch.

Euphorie herrscht hingegen um Juventus Turin. Italiens Rekordmeister kam auch ohne den gesperrten Ronaldo mühelos zu einem 3:0 (2:0)-Erfolg gegen den Schweizer Titelträger Young Boys Bern. Binnen 64 Minuten erzielte der Argentinier Paulo Dybala alle drei Tore und bescherte damit dem verhinderten Megastar einen entspannten Fußballabend in der VIP-Loge.

"Ronaldo kann sich noch eine Ruhepause nehmen", urteilte "Corriere dello Sport", der dreifache Torschütze hingegen widersprach: "Cristiano hat uns gefehlt. Wir müssen aber immer das Beste leisten, ob nun mit ihm oder ohne ihn." In den letzten 20 Minuten kehrte auch Ex-Weltmeister Sami Khedira nach überstandener Oberschenkelverletzung auf das Spielfeld zurück und kassierte dafür Lob vom Corriere: "Das war zusätzliches Benzin für Juve."

sid

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