Gegen Schnellschuss

Regionalliga-Reform: Fußball-Drittligisten fordern Expertenkommission

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Die Fußball-Drittligisten fordern mehr Unterstützung vom DFB. 

Die Auf- und Abstiegsreform der Regionalliga sorgt seit Wochen für Zündstoff. Jetzt haben sich die Fußball-Drittligisten zu Wort gemeldet und eine mangelnde Unterstützung durch den DFB angeprangert. Der Verband widerspricht.

Leipzig - Die Fußball-Drittligisten haben sich gegen einen Schnellschuss bei der anstehenden Auf- und Abstiegsreform der Regionalliga ausgesprochen und stattdessen die Bildung einer Expertenkommission gefordert. Diese solle unter Einbeziehung der 3. Liga nachhaltige, sportlich und finanziell faire Lösungen der Strukturprobleme der Ligen unterhalb der drei bundesweiten Ligen erarbeiten, hieß es am Donnerstag in einer Erklärung der 20 Clubs.

Auf dem Außerordentlichen Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) soll am 8. Dezember eine Entscheidung fallen. Seit Jahren gibt es Kritik, dass kein Regionalliga-Meister direkt in die 3. Liga aufsteigt - von fünf steigen derzeit nur drei nach Relegationsspielen auf. DFB-Präsident Reinhard Grindel plädiert für zwei direkte Aufsteiger aus den Regionalligen West und Südwest. Die Meister aus dem Norden, Nordosten und Bayern sollen zwei weitere Aufsteiger ausspielen. Bisher sind sechs verschiedene Anträge aus den Regional- und Landesverbänden eingegangen, darunter auch die Reduzierung auf vier Regionalligen. „Ich hoffe, dass es dazu noch vor dem Bundestag einen Konsens gibt“, sagte Grindel dem „Kicker“ (Donnerstag).

Aufstiegsreform zur 3.Liga: Betrifft das am Ende auch den TSV 1860?*

Drittligisten wehren sich gegen Grindels Idee

Gegen Grindels Idee wehren sich die Drittligisten. Ein solcher Beschluss hätte auch fatale Folgen für die DFB-eigene 3. Liga. Im September übergaben die Drittliga-Clubs einen Forderungskatalog an den DFB, der neben vier Regionalligen mit direktem Auf- und Abstieg weitere Punkte zur strukturellen Verbesserung der 3. Liga enthält.

Bis jetzt habe sich der Verband nicht geäußert. „Bis heute hat die 3. Liga als Profiliga mit rund 160 Millionen Euro Umsatz keinen Sitz und keine Stimme beim DFB. Es scheint, als habe der Verband auch bei der aktuellen Thematik die Belange der Liga aus den Augen verloren“, schrieben die Drittligisten. Die jetzige Vorgehensweise widerspreche deutlich der von Grindel immer wieder propagierten Vertrauenskultur.

Dem widersprach Peter Frymuth, als DFB-Vizepräsident Spielbetrieb und Fußballentwicklung für die 3. Liga zuständig. „Wir haben natürlich darauf reagiert. Unter anderem ist beschlossen worden, dass der DFB für die Vereine der 3. Liga künftig zwei Millionen Euro für zusätzliche Maßnahmen zur Nachwuchsförderung zur Verfügung stellt“, sagte er am Donnerstag in einem Interview auf der DFB-Homepage. Weitere Ideen und Vorschläge der Drittligisten würden aktuell bearbeitet und geprüft. Sie sollen bei der nächsten Tagung der Vereine besprochen werden.

Lesen Sie auch: Streitfall Regionalliga-Aufsteiger: Heikle Diskussionen bis in die 3. Liga

dpa

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