Reportage bei Sky Sport News HD

Wie der Fußball Flüchtlingen eine Zuflucht bietet …

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Drehten drei Tage lang mit Oscar und America: Nössing und ihr Kollege di Marco von Sky Italia.

München - Heiligabend ist ein besonderer Tag, auch für einen Sportnachrichtensender wie Sky Sport News HD. Geht es sonst fast ausschließlich um Tabellen, Top-Transfers und TV-Verträge, zeigt der 24-Stunden-Kanal den Fußball heute von einer anderen Seite.

Dreaming America heißt die 30-minütige Reportage über die beiden Flüchtlingskinder Oscar und America, für die der Ball weitaus mehr darstellt als nur ein simples Spielobjekt. Ganze sechs Mal (7.30, 10.30, 13.30, 16.30, 19.30 & 21.30 Uhr) wird die Reportage heute zu sehen sein. Warum sie sich lohnt, verrät Moderatorin Birgit Nössing (33) im tz-Interview:

Frau Nössing, was macht Dreaming America zu einer Weihnachtsgeschichte?

Nössing: Ohne jetzt zu viel verraten zu wollen: Sie hat ein positives Ende. So eine Geschichte passt sehr gut in die besinnliche Zeit, in der die Menschen mehr Zeit zum Nachdenken haben. Letzten Endes hat mich auch genau das dazu veranlasst, diesen Film zu machen.

Wie kam es dazu?

Nössing: Als Italienerin hat mich diese Thematik in Sizilien und Lampedusa schon immer interessiert, daher wollte ich hin und alles mit eigenen Augen sehen. Es ist ja doch etwas anderes, wenn man darüber liest oder selber mit den Betroffenen spricht. Ich habe also die Leute angeschrieben und nach etwas Wartezeit hat es auch geklappt.

In der Regel geht es in Ihrem Arbeitsalltag um Millionentransfers, Trainerentlassungen etc. Von welcher Seite haben Sie den Fußball nun kennengelernt?

Auch auf dem Fußballplatz in Caltagirone auf Sizilien wurde gedreht.

Nössing: Das war schon ein großer Spagat für mich, einer der Protagonisten hatte ja nicht mal Fußballschuhe. Erst als wir welche besorgt hatten, konnte er mitmachen. Auch Robert Lewandowski äußert sich sehr bewegend über einen Flüchtling, der wie er wohl fünf Tore in wenigen Minuten erzielt hat. Als er ihnen dann Glück gewünscht hat, merkt man stark, dass sie doch alle dieselbe Leidenschaft eint: auf den Platz gehen, Spaß haben und die Sorgen vergessen.

Welche Rolle spielen Stars wie Lewandowski & Co. für Flüchtlinge wie America und Oscar?

Nössing: Als wir mit den Jungs über Flucht und ihre Schicksale geredet haben, waren sie oft den Tränen nah. Kaum haben sie aber das Thema gewechselt und über die Stars gesprochen, haben die Augen geleuchtet. Der eine mag Götze lieber, der andere Lewandowski – das waren dann wieder die ganz normalen Gespräche über Fußball, durch die sie ihre Erlebnisse ein Stück weit vergessen können.

Was ohne die Arbeit von kleinen Vereinen wie dem FC Wacker München aber auch nicht möglich wäre.

Nössing: Richtig, letztlich braucht es einfach Menschen, die Brücken bauen. Dass der FC Bayern da einen Tag organisiert und die Flüchtlinge diesen Klub mal hautnah erleben können, ist auch toll. Klar, der FCB will damit auch eine Botschaft senden, aber eigentlich geht es um etwas anderes, darum, dass man die Menschen einfach für ein paar Minuten glücklich macht und berührt. Das hat mich sehr fasziniert.

Wie lief die Arbeit mit den Kids?

Nössing: Am ersten Tag war der Respekt noch sehr groß, wir konnten ja auch nicht einschätzen, ob sie sehr traumatisiert sind oder überhaupt Bock haben. Ich habe dann aber sehr schnell gemerkt, dass sie sich sehr darüber freuen – wir sind Freunde geworden. Sogar auf Facebook! 

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