Rettig: "1860 München ist das Negativ-Beispiel"

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Andreas Rettig ist kein Freund der wirtschaftlichen Unvernunft

München - FCA-Geschäftsführer Andreas Rettig predigt weiterhin "wirtschaftliche Vernunft" und erklärt den TSV 1860 zum Negativ-Beispiel. Den Löwen und auch dem FC Bayern will der Aufsteiger das Wasser abgraben.

"Wirtschaftliche Vernunft" - dieses Credo hängt FCA-Geschäftsführer Andreas Rettig über alles. Aktuell: Lieber nur Jan Moravek als einzigen Winterneuzugang, als jene "wirtschaftliche Vernunft" aufs Spiel zu setzen. Nicht mehr ausgeben als einnehmen: Wer an seinem kaufmännischen Grundsatz Kritik übt, dem führt Rettig Ex-Bundesligisten vor Augen, die in den Amateurfußball abgestürzt sind.

Jetzt nimmt er einen Verein ins Visier, der noch einigermaßen Glück im finanziellen Unglück hatte: den TSV 1860. "Das negative Beispiel in die andere Richtung ist 1860 München", sagt er der Augsburger Allgemeinen und erinnert sich an die Saison 2003/04, als er mit Köln abgestiegen ist, die Löwen aber "in der Winterpause Alles oder Nichts gespielt" haben. "Die haben Millionen ausgegeben. Wir sind abgestiegen, die sind abgestiegen. Wir sind gleich wieder aufgestiegen, und 60 hat sich davon nie wieder erholt." Nur Investor Hasan Ismaik ist es nun zu verdanken, dass die Löwen überlebt haben und sich nicht zu den anderen Negativbeispielen gesellen, die Rettig gerne ins Feld führt.

Die Entwicklung der vergangenen Jahre gibt Rettig Recht. Auch aktuell sieht es ganz gut aus: Trotz des Sparkurses geben die Schwaben in der Bundesliga eine passable Figur ab. Der Klassenerhalt ist schwierig, aber nach wie vor drin. Die Begeisterung um den Tabellensiebzehnten ist jedoch die eigentliche Sensation, denn selbst nach Niederlagen feiern die Fans ihre Mannschaft frenetisch.

Auch bei den Fans gräbt der FCA dem TSV 1860 und mit Einschränkungen dem unantastbaren FC Bayern das Wasser ab. "Vor 20 Jahren hast du als Junge sehr viel Mut gebraucht, um mit einem FCA-Trikot rumzulaufen", erinnert sich der Aufsichtsratsvorsitzende Peter Bircks im Interview mit der Zeitung. "Das ist jetzt ganz anders. Diese Generation ziehen wir nach. Die Väter, die immer noch etwas Bayern- oder 60-lastig sind, schwenken auch schon langsam um."

So selbstbewusst diese Aussagen klingen: Bircks, der auch beruflich viel Kontakt nach München hat, übt sich in Demut: "Man darf nie vergessen: Wir waren ja noch nie etwas." Weder Deutscher Meister, noch Pokalsieger, meint er damit. Und: "Der FCA ist nicht der Nabel der Welt." Demut - auch eine Eigenschaft, bei der die Löwen in der Vergangenheit nicht immer ein Positiv-Beispiel waren.

kim

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