1. tz
  2. Sport
  3. Fußball

Rettig beschwert sich über irre Talent-Jagd

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Andreas Rettig
Andreas Rettig war im Jahr 2000 einer der Initiatoren der Offensive zur Nachwuchsförderung © Getty

Augsburg - FCA-Geschäftsführer Andreas Rettig hat die Methoden der Berater im Umgang mit Fußball-Talenten pauschal gegeißelt und klare Regeln eingefordert, Bestrafungen inklusive.

Rettig sagte in einem Interview mit dem Fachmagazin Kicker, die deutschen Profiklubs wollten einführen, dass Berater mit Spielern unter 16 Jahre keine Verträge abschließen dürfen. „Die Jagd nach Talenten setzt viel zu früh an. Wozu braucht ein 14-Jähriger einen Berater?“, sagte der 48-Jährige: „Den jungen Spielern und Eltern wird so eine Pseudo-Wichtigkeit vorgespielt.“

Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten

Rettig, der im Jahr 2000 einer der Initiatoren der Offensive zur Nachwuchsförderung war, fügte an, die Vereine müssten sich einig sein, künftig Beratung nicht mehr zu vergüten. „Zudem müssen alle Spieler informiert werden, dass jeder Beraterkontakt zu meiden ist“, sagte Rettig.

Ein Verstoß sollte laut Rettig mit einer Nominierungssperre für Junioren-Nationalmannschaften bestraft werden. „Sonst bleibt es ein Papiertiger. Alle müssen wissen: Jetzt wird es ernst. Ich setze meine Karriere in der Nationalelf aufs Spiel“, sagte Rettig.

Es sei eine internationale Regelung anzustreben, die die Vereine vor der Abwerbung ihrer besten Talente schütze. „Es gibt belegte Fälle, in denen Berater Jugendlichen 200 Euro im Monat zahlen, damit sie ja keinen Fördervertrag bei einem Klub unterschreiben und somit jederzeit transferiert werden können. Das ist doch irre, was da passiert“, sagte Rettig.

sid

Auch interessant

Kommentare