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Rettig: Warum ich mir den Abschied leisten kann

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Andreas Rettig hat nach eigener Aussage noch keinen neuen Job vor Augen

Augsburg - Im Interview erklärt Geschäftsführer Andreas Rettig, warum er sich den Abschied vom FC Augsburg leisten kann, ohne einen neuen Job vor Augen zu haben. Seine Frau spielt dabei eine Rolle.

Andreas Rettig will sich im Sommer mit dem Klassenverbleib beim FC Augsburg verabschieden. “Das wäre das i-Tüpfelchen auf eine tolle Zeit“, sagt der 48 Jahre alte Manager im Interview.

Die Rückrunde begann für den FC Augsburg mit einer bitteren 0:1-Pleite beim Abstiegskonkurrenten SC Freiburg. Der FCA ist wieder Tabellenletzter, Sie vermissten “Leidenschaft“. Welche Reaktion erwarten Sie am Samstag im Kellerduell gegen Kaiserslautern?

Rettig: “Die Mannschaft war sehr selbstkritisch und weiß, dass sie es gegen Kaiserslautern besser machen muss. Davon sind wir alle überzeugt.“

Die mächtigsten Männer im deutschen Fußball

Die "Sport Bild" hat die elf mächtigsten Männer des deutschen Fußballs gekürt. Klicken Sie sich hier durch die Liste. Platz 11: Reinhard Rauball (Ligapräsident) © Getty
Platz 10: Oliver Bierhoff (Nationalelf-Teammanager) © Getty
Platz 9: Matthias Sammer (DFB-Sportdirektor) © Getty
Platz 8: Wolfgang Niersbach (DFB-Generalsekretär) © Getty
Platz 7: Franz Beckenbauer (Bayern-Ehrenpräseident und Mitglied des FIFA-Exekutivkommittees) © Getty
Platz 6: Philipp Lahm (Kapitän FC Bayern und DFB-Team) © Getty
Platz 5: Joachim Löw (Bundestrainer) © Getty
Plat 4: Christian Seifert (Vorsitzender der Geschäftsführung der DFL) © dpa
Platz 3: Theo Zwanziger (DFB-Präsident) © Getty
Platz 2: Uli Hoeneß (Bayern-Präsident) © Getty
Platz 1: Karl-Heinz Rummenigge (Bayern-Vorstandsboss und Chef des europäischen Clubverbands ECA) © Getty

Sie sagten, Sie verspürten in Augsburg die “größte Jobzufriedenheit“ in Ihrer Manager-Laufbahn. Warum gehen Sie dann im Sommer?

Rettig: “Die Lebensplanung meiner Frau und mir hatte nicht vorgesehen, dass wir sechs Jahre in Augsburg bleiben würden. Es war klar, dass wir irgendwann zurück ins Rheinland gehen.“

Was möchten Sie bis zu Ihrem Abschied noch erledigen?

Rettig: “Das Wichtigste ist der Klassenerhalt. Das wäre - in dem Wissen um unsere Möglichkeiten - das i-Tüpfelchen auf eine tolle

Zeit.“

Befürchten Sie nicht, zur sogenannten “lahmen Ente“ zu werden?

Rettig: “Nein, überhaupt nicht. In der Kommunikation mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Peter Bircks, dem Präsidenten Walther Seinsch und Trainer Jos Luhukay hat sich nichts geändert. Die Entscheidungen werden in dem Kreise getroffen. Da hatte mein Wort früher natürlich mehr Gewicht, denn die strategischen Dinge bringe ich jetzt nicht mehr so mit auf den Weg. Aber ich bin weiterhin in alles involviert. Nein, 'lame duck' trifft die Sache nicht.“

Das belegen wohl auch die zahlreichen Vertragsverlängerungen mit den Torhütern Jentzsch und Amsif oder Feldspielern wie Callsen-Bracker, Oehrl, Verhaegh, Werner, Sankoh und de Jong.

Rettig: “Ich arbeite weiterhin so, als wenn ich auch die nächsten fünf Jahre hier wäre. Mein Ziel ist nicht, mit Blumensträußen und Hurra-Rufen verabschiedet zu werden, sondern ich möchte, dass der Verein am Saisonende gut aufgestellt ist.“

Kann der FCA in der Bundesliga besser leben als in der 2. Liga?

Rettig: “Jeder Verein steht in der Bundesliga besser da, weil er einfach mehr Geld im Portemonnaie hat. Entscheidend ist, wie man damit umgeht. Wenn das Mehr dazu führt, auch mehr Risiko einzugehen und unvernünftige Dinge zu tun, wird es zu einer Belastung. Das haben viele Vereine leidvoll erfahren, man denke an Ulm, Waldhof Mannheim oder Rot-Weiß Essen. Wir planen so, dass nichts zusammenbricht, dass kein Mitarbeiter Sorge um seinen Arbeitsplatz haben muss.“

Die Transferperiode läuft noch bis Ende des Monats. Können Sie ausschließen, dass der FC Augsburg in Panik gerät und sich doch noch zu etwas Unvernünftigem auf dem Spielermarkt hinreißen lässt?

Rettig: “Ich kann nicht ausschließen, dass wir noch etwas machen werden, aber unvernünftige Dinge kann ich ausschließen. Wir werden den sogenannten Mechanismen der Branche trotzen. Der FC Augsburg ist am Beginn seiner Reise, sich im Profifußball fest zu etablieren. Dazu gehören Rückschläge. Es gibt keinen Ersatz für wirtschaftliche Vernunft. Wir sind seriöse Kaufleute, wir lassen uns nicht treiben.“

Präsident Seinsch sagte vor Saisonbeginn, Jos Luhukay könne alle 34 Spiele verlieren, ohne entlassen zu werden. Ist der Trainerwechsel als letztes sportliches Mittel auch in der Rückrunde ein Tabu?

Rettig: “Während meiner Amtszeit kann ich eine Trennung von Jos Luhukay ausschließen. Und da ich weiß, wie Peter Bircks und Walther Seinsch ticken, bin ich mir absolut sicher, dass unser Trainer auch in Zukunft ruhig schlafen kann.“

Wird sich der FC Augsburg mittelfristig auf ein Dasein an der Schwelle zwischen erster und zweiter Liga einrichten müssen?

Rettig: “Ja, Vereine wie Freiburg, Bochum oder Kaiserslautern sind unsere Kragenweite. Die gehen auch mal rauf und runter. Unsere vielen Vertragsverlängerungen sind da genau das richtige Signal.“

Inwiefern?

Rettig: “Es kann auf der Zielgeraden ganz wichtig sein, wenn die Spieler wissen, dass sie von einem Abstieg keinerlei persönliche Vorteile haben, sondern weniger im Portemonnaie. Denn wenn wir in der Bundesliga bleiben, werden wir keinem Spieler Geld abziehen.“

Der FC Augsburg ist demnach gewappnet für den Fall des Abstiegs?

Rettig: “Ja. Alle Spielerverträge bei uns sind leistungsbezogen. Und auch bei unseren Partnern haben wir bei den Erstliga-Konditionen nicht versucht, den letzten Euro herauszuholen. Wir haben auch Wert auf Top-Zweitligaverträge gelegt, das heißt vereinfacht: Mir sind 20 000 Euro in der zweiten Liga mehr wert als 80 000 in der ersten. Wir sind vorbereitet für den Fall X.“

Jan Moravek ist bislang der einzige Zugang im Winter. Was versprechen Sie sich von der Leihgabe des FC Schalke?

Rettig: “Uns fehlte in der Hinrunde Torgefahr aus dem Mittelfeld. Jan hat seine Fähigkeiten im Offensivbereich. Er geht in die Spitze, ist torgefährlich, kann den Pass zum Tor spielen. Er hilft uns sicher.“

Wie hoch wäre die Leistung von Jos Luhukay zu bewerten, wenn er mit dieser Mannschaft den Bundesligaverbleib erreichen würde?

Rettig: “Dann werden wir unserem Trainer ein Denkmal setzen. Aber das bekommt er ohnehin, wenn er hier mal aufhört. Ganz klar, Jos Luhukay ist hier neben Präsident Seinsch der Vater des Erfolges.“

Was zeichnet Jos Luhukay aus?

Rettig: “Er ist unglaublich loyal. Er ist fachlich unumstritten. Er hat eine große Gabe in der Mannschaftsführung. Und er identifiziert sich mit der Vereinssituation. Er schreit nicht pausenlos nach neuen Spielern, um sich damit selbst ein Alibi zu beschaffen. Ich bin mir sicher, dass der FC Augsburg für ihn nicht die Endstation ist.“

Bis wann sollte Ihre Nachfolge geregelt sein?

Rettig: “Die Entscheidung treffen Peter Bircks und Walther Seinsch. Sie haben mich zu dem einen oder anderen Kandidaten befragt. Ich sehe keinen Druck, dass mein Nachfolger morgen präsentiert werden müsste, zumal der Trainer auch im nächsten Jahr Jos Luhukay heißen wird.“

Welche neue berufliche Herausforderung streben Sie nach dem FCA an?

Rettig: “Ich habe keine neue Aufgabe vor meinem geistigen Auge. Meine Frau verdient ordentlich. Und Statussymbole wie die dicke Uhr, der dicke Wagen oder Designerklamotten bedeuten mir nichts. Dann hat man nach 20 Jahren im Fußball diese Freiheit, ohne neuen Job aufzuhören. Es ist mir nicht leicht gefallen, das hier in Augsburg aufzugeben. Aber ich glaube, es ist nach sechs Jahren gut, mal wieder etwas Anderes zu machen, was nicht unbedingt im Fußball sein muss.“

Könnte es auch wieder die 2. Liga sein? Oder möchten Sie nach Freiburg, Köln und Augsburg endlich mal Champions League spielen?

Rettig: “Ich definiere meine Jobzufriedenheit nicht über die Spielklasse. Es kann auch Rot-Weiß Essen sein, für den Club hatte ich schon immer ein Faible. Etwas zu entwickeln - wie damals in Freiburg und aktuell in Augsburg - hat mir schon immer Freude gemacht.“

Wenn Sie heute einschlagen könnten, dass Augsburg am Saisonende 16. wird und die Relegationsspiele erreicht, würden Sie das tun?

Rettig: “Ja. Wenn wir es schaffen würden, mit dem kleinsten Etat zwei Mannschaften in der Bundesliga hinter uns zu lassen und damit noch eine Chance auf den Ligaverbleib gegen den Dritten der 2. Liga zu haben, wäre das ein Etappenziel, das aller Ehren wert wäre.“

dpa

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