Robben-Rückkehr stellt van Marwijk vor Probleme

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Bert van Marwijk freut sich über die Rückkehr von Arjen Robben (l.), doch sie stellt ihn auch vor Probleme

Johannesburg - Spätestens nach der Rückkehr von Arjen Robben wird die Wahl der Offensivkräfte für "Bondscoach" Bert van Marwijk endgültig zur Qual.

Riesenqualität, aber auch großes Konfliktpotenzial: Die Traum-Offensive der Niederländer kann jede Abwehr der Welt zur Verzweiflung bringen - doch manchmal auch den eigenen Trainer. Im Achtelfinale gegen die Slowakei probte Robin van Persie den Aufstand, weil er wütend war, dass er und nicht Wesley Sneijder ausgewechselt wurde. Nationalcoach Bert van Marwijk reagierte prompt, wusch dem Stürmer vom FC Arsenal den Kopf und berief ein interne Teamsitzung ein. “Damit ist das Thema erledigt“, sagte van Marwijk, der für sein schnelles Eingreifen vor dem Viertelfinal-Klassiker gegen Brasilien am Freitag in Port Elisabeth (16.00 Uhr) von der Tageszeitung “De Telegraaf“ (Mittwoch) als “guter Krisenmanager gelobt wurde.

Schließlich haben die Holländer Erfahrung mit Scharmützeln im eigenen Trainingscamp. Bei der EM 2008 stritten van Persie und Sneijder öffentlich darüber, wer im Viertelfinale gegen Russland einen Freistoß ausführen sollte. Zwei Jahre zuvor bei der WM in Deutschland geriet van Marwijks Vorgänger Marco van Basten mit Ruud Nistelrooy aneinander. Besonders hoch her ging es bei den “Oranjes“ 1996 bei der EM in England, als durch das Team ein tiefer Riss zwischen schwarzen und weißen Spielern ging. Als Höhepunkt schickte Guus Hiddink damals den aufmüpfigen Edgar Davids vorzeitig nach Hause, weil der Mittelfeldspieler ihn öffentlich kritisiert hatte.

“Ich werde es niemals akzeptieren, dass etwas die Konzentration auf das nächste Match beeinträchtigt“, sagte van Marwijk im niederländischen Fernsehen NOS. Bislang ist ihm das mit Ausnahme des Vorfalls um van Persie gut gelungen, alle Spieler beschwören den guten Geist der Mannschaft. Doch Härtefälle werden kommen, schließlich verfügt der Bondscoach vor allem im Sturm über eine exquisite Auswahl.

Arjen Robben, Wesley Sneijder, Rafael van der Vaart, Dirk Kuyt und van Persie: Die “Big Five“ der Holländer lesen sich wie ein “Who is Who“ des Weltfußballs. Technisch brillant, schnell und immer für ein Tor gut ist jeder einzelne aus der Angriffsreihe der “Oranjes“. Einer der Superstars wird sich gegen den Rekordweltmeister trotzdem auf der Bank wiederfinden - aus Fünf mach Vier heißt das Motto.

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Spätestens seit der Rückkehr von Robben ist bei der “Elftal“ Feuer unter dem Dach, auf der WM-Bühne will schließlich jeder aus dem Ausnahme-Quintett seine Visitenkarte abgeben. “Ich bin froh, dass ich eine solche Auswahl an Weltklasse-Fußballern habe“, sagt van Marwijk nüchtern, wenn er auf die Problematik angesprochen wird. Die Entscheidung, wer die starke Abwehr der Brasilianer in Verlegenheit bringen soll, wird dem früheren Trainer von Borussia Dortmund noch zwei schlaflose Nächte bereiten.

Vieles deutet darauf hin, dass es van der Vaart treffen wird. Der Mittelfeldstratege von Real Madrid trainierte nach seinen Wadenproblemen am Mittwoch zwar wieder mit dem Team, bleibt aber erste Wahl für einen Startplatz auf der Bank. “Dass Arjen zurückkommt ist kein Problem. Er spielt rechts, ich links“, sagte der frühere Hamburger. Trotzdem wäre van der Vaart für van Marwijk die einfachste Variante - der 27-Jährige würde weniger Stunk machen als der exzentrische Sneijder.

Überraschend gesetzt ist bei van Marwijk dagegen der Liverpooler Kuyt, den viele Experten vor der WM als Streichkandidaten gesehen hatten. “Dirk arbeitet viel nach hinten uns ist damit extrem wichtig für das Team“, lobt der Bondscoach seinen “Lieblingsspieler“. Der 29- Jährige dankt es bisher mit starken Leistungen, bereitet gegen die Slowakei unter anderem das entscheidende zweite Tor mustergültig vor. Und ohne Robben geht von nun an eh nichts. “Ich bin froh, dass er zurück ist“, meinte selbst der sonst so zurückhaltende van Marwijk, und das klang für seine Verhältnisse fast schon überschwänglich.

dpa

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