1. tz
  2. Sport
  3. Fußball

Putin-Freund Abramowitsch verkauft FC Chelsea - und verspricht Milliarden-Spende für die Ukraine

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Alexander Kaindl

Kommentare

Der FC Chelsea wird verkauft: Eigentümer Roman Abramowitsch verkündete nun seine Entscheidung - mit einem Milliarden-Versprechen für die Ukraine.

London - Paukenschlag in der Premier League: Roman Abramowitsch und der FC Chelsea gehen getrennte Wege. Der russische Oligarch kündigte an, den Verein zu verkaufen. Seit dem Beginn des Ukraine-Krieges war in nationalen und internationalen Medien heftig darüber spekuliert worden, ob sich Abramowitsch aus dem Geschäft zurückzieht. Schließlich drohen ihm und allen anderen russischen Oligarchen in Großbritannien heftige Sanktionen.

Der 55-Jährige hatte zuletzt bereits seinen Rückzug aus dem operativen Geschäft verlauten lassen, nun geht er also einen Schritt weiter und verkauft den aktuellen Tabellendritten der Premier League. Abramowitsch gilt als Freund von Wladimir Putin, seine Tochter Sofia positionierte sich zuletzt aber öffentlich gegen den russischen Präsidenten.

Roman Abramowitsch und der FC Chelsea: Für 210 Millionen Euro gekauft, für 3,6 Milliarden Euro verkauft?

Abramowitsch ist mit einem geschätzten Vermögen von über 14 Milliarden Dollar einer der 150 reichsten Menschen der Welt. 2003 hatte er den FC Chelsea für 210 Millionen Euro gekauft. Mit spektakulären Transfers gelang es ihm, den traditionsreichen Klub aus London in der europäischen Elite zu etablieren. Die Blues gewannen seit Abramowitschs Einstieg unter anderem fünf Mal die Premier League, fünf Mal den FA Cup, zwei Mal die Europa League und zwei Mal die Champions League. Nun also der heftige Schnitt - die blaue Zukunft findet ohne Abramowitsch statt.

Der Russe sagte in einem offiziellen Statement: „Ich möchte auf die Spekulationen in den Medien in den letzten Tagen in Bezug auf meine Eigentümerschaft beim FC Chelsea eingehen. Wie ich bereits gesagt habe, habe ich Entscheidungen immer im besten Interesse des Klubs getroffen. In der aktuellen Situation habe ich mich daher entschieden, den Klub zu verkaufen, da ich glaube, dass dies im besten Interesse des Klubs, der Fans, der Mitarbeiter sowie der Sponsoren und Partner des Klubs ist.“

FC Chelsea wird verkauft: Zwei Superreiche als Abramowitsch-Nachfolger im Gespräch

Es wird vermutet, dass Abramowitschs Preisvorstellung für Chelsea bei umgerechnet etwa 3,6 Milliarden Euro liegt. Der Schweizer Milliardär Hansjörg Wyss und der US-Investor Todd Boehly, Miteigentümer des Baseballteams Los Angeles Dodgers, bereiten Berichten zufolge ein gemeinsames Angebot für Chelsea vor. Abramowitsch kündigte außerdem an, dass er sein Team beauftragt habe, eine gemeinnützige Stiftung zu gründen, an die der gesamte Reinerlös aus dem Verkauf gespendet wird. „Die Stiftung kommt allen Opfern des Krieges in der Ukraine zugute. Dazu gehört die Bereitstellung kritischer Mittel für die dringenden und unmittelbaren Bedürfnisse der Opfer sowie die Unterstützung der langfristigen Wiederherstellungsarbeit.“

Was Putin wohl zu Abramowitschs Milliarden-Spende für die Ukraine sagen wird? Aktuell (Stand: 3. März) rücken seine Truppen weiter vor und bombardieren Großstädte wie Charkiw oder Kiew. Die Stadt Cherson wurde am Vorabend bereits eingenommen.

Thomas Tuchel reagiert auf den Chelsea-Verkauf von Roman Abramowitsch

Das Abramowitsch-Statement endet wie folgt: „Ich hoffe, dass ich ein letztes Mal die Stamford Bridge besuchen kann, um mich persönlich von Ihnen allen zu verabschieden. Es war ein Privileg meines Lebens, Teil von Chelsea FC zu sein, und ich bin stolz auf all unsere gemeinsamen Erfolge. Der Chelsea Football Club und seine Fans werden immer in meinem Herzen sein.“

Abschied besiegelt: Roman Abramowitsch verkauft den FC Chelsea.
Abschied besiegelt: Roman Abramowitsch verkauft den FC Chelsea. © PA Images / Imago

Trainer Thomas Tuchel sagte nach dem 3:2-Sieg im FA Cup gegen Zweitligist Luton Town, bei dem Timo Werner das zwischenzeitliche 2:2 für Chelsea erzielt hatte, zu Abramowitschs Entscheidung: „Ich konnte mir Chelsea bisher nur mit Roman Abramowitsch vorstellen. Ich habe es noch nicht wirklich realisiert. Es ist natürlich eine massive Veränderung.“

Im März 2022 hat auch Robert Lewandowski einen Sponsor weniger: Aufgrund von vermeintlicher Cyber-Unterstützung für Russland beendet der Stürmer eine lukrative Zusammenarbeit. (akl)

Auch interessant

Kommentare