Irre Szenen auf den Sportplätzen

Fußball-Legende Ronaldo mit der lustigsten Beichte des Jahres? „Ich entschuldige mich bei allen Müttern“

Brasiliens Ronaldo jubelt im WM-Finale 2002 gegen Deutschland.
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Brasiliens Ronaldo fiel bei der WM 2002 durch seinen ungewöhnlichen Haarschnitt auf.

Ronaldo fiel bei der WM 2002 auf - mit seinen Toren, mit seiner Spielweise und natürlich: Mit seinem außergewöhnlichen Haarschnitt.

München - Verrückte Frisuren sind in den letzten Jahren für viele Fußballstars zum Markenzeichen geworden. Der Brasilianer Neymar wechselt seine Haarpracht gefühlt öfter als er auf dem Platz steht. Ex-Bayern-Star Arturo Vidal ist berühmt für seinen Irokesen-Schnitt. Auch Mats Hummels mit gelb gefärbten Haaren oder Jerome Boateng in lila verblüfften die Fans mit einem gewagten Look. Unvergessen bleiben zudem der kolumbianische Lockenkopf Carlos Valderrama oder der Afro von Paul Breitner.

Ronaldo erinnert sich an seine Frisur: „Sie war schrecklich“

Dabei treten die Spieler - gewollt oder ungewollt - häufig ins Fettnäpfchen. So auch die brasilianische Stürmer-Legende Ronaldo. Seine Frisur von der Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea sollten die Fans weltweit so schnell nicht mehr vergessen. Vor dem Halbfinale gegen die Türkei rasierte sich der dreimalige Weltfußballer den Schädel, ein Teil am Vorderkopf blieb jedoch ungeschoren. Und schon war eine der berühmtesten Fußballer-Frisuren geboren.

Im Finale gegen Deutschland schoss Ronaldo die deutsche Mannschaft mit zwei Toren im Alleingang ab und führte Brasilien zum fünften und bislang letzten WM-Titel. Fast zwei Jahrzehnte später ist „Il Fenomeno“ nicht stolz über seine damalige Frisur. „Sie war schrecklich!“, erinnert sich Ronaldo im Interview mit Sports Illustrated.

Ronaldo-Frisur wird von Kindern kopiert - Brasilianer entschuldigt sich bei Müttern

„Ich entschuldige mich bei allen Müttern, deren Kinder danach den gleichen Haarschnitt bekommen haben“, erklärte der 44-Jährige. Nach dem Turnier schossen auf den Fußballplätzen weltweit plötzlich kleine Ronaldo-Fans mit ähnlich rasierten Köpfen wie Pilze aus dem Boden. Die Nachwuchskicker wollten eben genauso aussehen wie ihr Idol.

Auch Everton-Star Richarlison ließ sich als kleiner Junge den legendären Haarschnitt verpassen. „Ronaldo ist jemand, der mich seit meiner Kindheit inspiriert hat. Der Moment, der mich wirklich geprägt hat, war das zweite Tor im Finale 2002“, sagte der 23-Jährige bei TV Globo.

Ronaldo-Frisur war in Wirklichkeit nur ein Ablenkungsmanöver

Doch Ronaldo hatte mit seinem gewagten Haarschnitt keine modische Selbstverwirklichung im Sinn. Im Gegenteil: Der clevere Torjäger, der in seiner Karriere unter anderem für Barca, Inter, Real Madrid und Milan spielte, plante ein Ablenkungsmanöver. Ronaldo schlug sich mit einer Leistenzerrung herum. Seine Frisur sollte die Presse auf eine andere Fährte locken.

Und der Köder wurde geschluckt. Plötzlich stand ein ganz anderes Thema im Fokus und Ronaldo musste sich nicht mehr den quälenden Fragen nach seiner Fitness aussetzen. „Die Journalisten haben meine Verletzung vergessen“, so Ronaldo. „Ich habe meine Teamkollegen gesehen und sie gefragt: ‚Gefällt dir meine Frisur?‘ Und sie sagten: ‚Nein, es ist schrecklich! Schneid das ab!‘ Egal. Denn die Journalisten sahen meine Frisur und vergaßen die Verletzung.“ Der Rest ist bekannt. Und wer weiß, was bei so mancher verrückten Frisur heutzutage dahinter steckt? Ein Ex-Klub von Ronaldo überraschte zuletzt ebenfalls mit seiner äußeren Erscheinung, Inter Mailand änderte sein Logo. (ck)

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