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Robben und Co.: Vier Verstoßene in Madrid

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Arjen Robben war bei Real Madrid nicht mehr ausdrücklich erwünscht
Arjen Robben war bei Real Madrid nicht mehr ausdrücklich erwünscht © Getty

Madrid - Mit einigen seit Monaten kaum zu haltenden Fußballern hätte Real Madrid in der Champions League wahrscheinlich weit mehr erreicht als sein schmähliches Aus in der ersten K.o.-Runde.

Arjen Robben und Samuel Eto'o im Angriff, Wesley Sneijder und Esteban Cambiasso gleich dahinter: Real hat jeden von ihnen aussortiert und weggeschickt, und die “schöne Geschichte“ (Robben) dieser Saison ist nun, dass sie mit Bayern München und Inter Mailand ausgerechnet zum großen Finale nach Madrid zurückkehren. Dorthin, wo Real um jeden Preis selbst hinwollte mit seinem wild zusammengekauften und für 250 Millionen Euro verstärkten Team.

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“Mein Gefühl ist eine Mischung aus viel Stolz und ein bisschen Genugtuung. Das Spiel ist etwas ganz Besonderes“, sagt Robben zu dieser Dramaturgie. Den Flügelfitzer und Sneijder hatte Real erst im August zum Abschied gedrängt. “Wir wollten am Anfang beide in Madrid bleiben“, erzählt der Niederländer. Aber “sie wollten mich einfach weghaben.“

Bei Robben stehen der Umgang mit ihm in Madrid und seine Klasse in dieser Saison in einem besonders krassen Gegensatz. Der 26-Jährige hat den FC Bayern erst in dieses Endspiel gebracht durch seinen Kracher in Manchester, die entscheidenden Tore gegen Florenz und seine schwindelerregenden Tempodribblings, wie sie die Bundesliga vor seiner Zeit noch nicht gesehen hatte. Inters Chefstratege Cambiasso sieht ihn auf einem Level mit Lionel Messi und hält ihn für besser als Zlatan Ibrahimovic oder Didier Drogba. Der von Real für den Sturm geholte Karim Benzema passt in diese Aufzählung im Moment so gut hinein wie Hertha BSC ins Finale der Champions League.

Cambiasso selbst wurde in Madrid 2004 für nicht mehr gut genug befunden. Das gleiche galt später auch für Stürmerschreck Walter Samuel (“Die Mauer“) und für Sneijder. Gemeinsam spielen sie bei Inter die wohl beste Saison ihrer Karriere. Vor allem Sneijder brachte genau den Spielwitz mit, der den Mailändern lange fehlte. Als die Mannschaft am Mittwoch in Madrid ankam, stürzten sich die Medien zuerst auf Trainer José Mourinho. Dann auf die einst Verstoßenen. “Triumphale Rückkehr“, titelte die “Gazzetta dello Sport“.

Stürmerstar Samuel Eto'o ist in Madrid ein besonderes Reizthema. Zwei Jahre lang ließ ihn Real einst in der B-Mannschaft versauern, als der Kameruner dann 2005 seinen ersten von drei Meistertiteln mit dem Erzrivalen FC Barcelona gewann, sang er vor laufenden Kameras: “Madrid, du Scheißverein, huldige dem Meister.“

Der 29-Jährige hat danach noch zweimal die Champions League mit “Barca“ geholt, was er allen anderen Spielern im diesjährigen Finale voraus hat. Und er ist gewissermaßen der Auslöser dafür, dass Inter in dieser Saison so stark ist. 2009 bekamen die Italiener vom FC Barcelona Eto'o und noch weitere rund 45 Millionen Euro für Zlatan Ibrahimovic. Für die Mailänder war es das beste Geschäft ihrer Vereinsgeschichte. Sie tauschten eine launische Diva gegen einen der beständigsten Stürmer der Welt und kauften sich vom restlichen Geld eine neue Achse zusammen, vor der sich halb Europa fürchtet: Lucio (7 Millionen) für das Abwehrzentrum, Sneijder (15 Millionen) für die kreativen Ideen, Diego Milito (25 Millionen) für die wichtigen Tore. Bei dieser Transferbilanz kann Real Madrid nur neidisch sein.

dpa

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