Neuer Vertrag fast fix? Offensiv-Star wohl vor Vertragsverlängerung beim FC Bayern

Neuer Vertrag fast fix? Offensiv-Star wohl vor Vertragsverlängerung beim FC Bayern

Rummenigge knöpft sich Verlierer vor: So nicht!

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Karl-Heinz Rummenigge hat sich die Mannschaft vorgeknöpft

Bordeaux - Es war bezeichnenderweise fünf vor Zwölf, als sich Karl-Heinz Rummenigge in seiner Bankett-Rede die Verlierer von Bordeaux vorknöpfte. Die Fans haben danach geklatscht.

Für den Bayern-Chef war nach der kapitalen 1:2- Pleite in der Champions League gegen Girondins Bordeaux inklusive zwei Platzverweisen im Team-Hotel an der “Place de Comedie“ Schluss mit lustig. “Es ist jetzt eine Reaktion der Mannschaft gefragt. Es bedarf jetzt Siege, und damit müssen wir am Samstag gegen Frankfurt anfangen“, sagte Rummenigge in der Nacht zum Donnerstag und sprach die Profis an den festlich gedeckten Tischen direkt an: “Ich möchte Euch dringend empfehlen und anraten, eine andere Gangart anzulegen. Denn das wie heute wird nicht der Erfolgsweg des FC Bayern sein in dieser Saison.“ Die Edelfans klatschten nach der So-nicht-Rede.

Die geprügelten Profis flüchteten nach einem kurzen Happen vom Büffet schleunigst auf ihre Zimmer, während Louis van Gaal am Vorstandstisch mit Nebenmann Uli Hoeneß die Köpfe zusammensteckte. Der Manager mochte nur intern reden, Vorstandskollege Rummenigge hatte mit der unterschwelligen Drohung an die Spieler aber auch ein wenig vom Trainer abgelenkt, dessen Ergebnis-Bilanz aktuell schlechter ausfällt als die von Jürgen Klinsmann vor einem Jahr.

Bayern in Bordeaux: Bilder und Einzelkritik

Die Bayern zu Gast in der Weinstadt Bordeaux. Für Aufsehen hatte Trainer Louis van Gaal vor dem Spiel gesorgt, als er in der Sport Bild gesagt hatte: „Ich bin wie Gott“. © Getty
Doch göttlich war das Spiel der Bayern an diesem Mittwoch Abend wahrlich nicht ... © dpa
Die Bayern stolperten sich lethargisch zu ihrer ersten Champions-League-Niederlage dieser Saison. © dpa
Dabei hatte alles so gut begonnen ... © Getty
... in der 6. Minute ging der deutsche Rekordmeister ... © Getty
... durch ein Eigentor von Ciani in Führung ... © Getty
Doch der Treffer gab den Münchnern keine Sicherheit. © dpa
Bordeaux-Trainer Laurent Blanc musste nicht allzu lange so bedröppelt dreinschauen. © Getty
Die Abwehrmauer der Bayern wirkte zunehmend löchriger gegen die spielerisch starken Franzosen. © dpa
Beweglich: Der Ex-Münchner Cissé, heute Kapitän bei den Girondins. © dpa
Ein Bild mit Symbolcharakter: Die roten Franzosen obenauf, die weißen Bayern am Boden. © Getty
Und dann auch noch das: © Getty
Thomas Müller sah in der 30. Minute ... © Getty
... die Gelb-Rote Karte. © Getty
Bereits in der 13. Minute war der Youngster verwarnt worden ... © Getty
Nach den vielen Lobeshymnen der vergangenen Wochen nun der Rückschlag für den jungen Müller. © Getty
Doch erstaunlicherweise spielten die Bayern mit zehn Mann in der zweiten Halbzeit besser. © dpa
Auch Luca Toni zeigte sich bei seiner CL-Premiere in dieser Saison agil. © dpa
Anatoli Timoschtschuk (r) sollte die Kreise von Bordeaux-Star Yoan Gourcuff einengen. © dpa
Doch trotz der verbesserten Spielweise blieben Torchancen für die Bayern in der zweiten Halbzeit Mangelware. © dpa
Außer einmal, als Luca Toni völlig freistehend per Kopf den Pfosten traf. © dpa
Die Bayern konnten nicht mehr zulegen und mussten sich bei Elfer-Killer Butt bedanken, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel. © dpa
Bordeaux bejubelte den verdienten Sieg ... © dpa
... die Kritik an Bayern-rainer Louis van Gaal dagegen dürfte in den nächsten Tagen wieder lauter werden ... Sehen Sie nun die Bayern-Spieler in der Einzelkritik. © Getty
Jörg Butt: Hatte bei einem 30-Meter-Freistoß von Wendel arge Probleme, parierte dann einen Gourcuff-Schuss mit einer starken Parade. War an den Gegentoren schuldlos, hielt dann einen Elfmeter, den er zuvor jedoch ziemlich tölpelhaft selber verschuldet hatte. Stark: Auch den zweiten Strafstoß fischte er aus dem Eck. Note: 3 © Getty
Hamit Altintop: Erstmals von Beginn an als Rechtsverteidiger, was anfangs funktionierte. In der 40. Minute dann sein verunglückter, abgefälschter Abwehrversuch ins eigene Netz. Danach auch defensiv von der Rolle. Note: 5 © Getty
Daniel van Buyten: Wie in den vergangenen Wochen kopfball- und zweikampfstark. Bei den Gegentoren nicht direkt beteiligt, das Chaos bei Standards ordnen konnte er aber auch nicht. Negativer Höhepunkt: Sein Platzverweis nach dem Elfer. Note: 5 © Getty
Holger Badstuber: Als einziger Linksfuß der Bayern trat er die Ecken von rechts. Resultat: Gleich der erste Eckstoß führte zur 1:0-Führung. Defensiv mit starken Grätschen, aber bei den Gegentreffern war auch er nicht da. Note: 4 © Getty
Philipp Lahm: Von ihm war nicht viel zu sehen. Er machte seine Seite einigermaßen dicht. Hätte aber nach vorne mehr Druck machen können. Note: 4 © Getty
Mark van Bommel: Lieferte sich einige nicklige Duelle mit Wendel, bewegte sich meist hart an der Grenze der Legalität. Wechselte nach der Pause mehr ins Zentrum, wo er das Aufbauspiel besser in den Griff bekam. Note: 4 © Getty
ab der 78. Minute: Andreas Ottl: Ohne Bewertung. © Getty
Anatoli Timoschtschuk: Nahm Bordeaux’ Superstar Gourcuff bis zu Müllers Platzverweis nahezu in Manndeckung, was einigermaßen gut funktionierte. Im Spielaufbau aber lange nicht so stark wie man es sonst von van Bommel kennt. das Spiel ordnen konnte er aber nicht. Note: 5 © Getty
Bastian Schweinsteiger: Tauchte zu lange unter, war zweikampfschwach, ideenlos und teilweise zu lässig. Note: 5 © Getty
Thomas Müller: Was für ein Katastrophen-Auftritt des Shooting-Stars! Verlor zu Beginn beinahe jeden Zweikampf und flog dann schon nach 30. Minuten mit gelb-rot vom Platz. Auch wenn die erste Gelbe eine harte Entscheidung war, das zweite Foul war total übermotiviert und dumm. Ob der Trubel um seine Nationalmannschafts-Nominierung schuld war? Note: 6 © Getty
Miroslav Klose: Gewann eine Menge Defensiv-Zweikämpfe, war nach hinten stärker als nach vorne. Da gelang ihm nämlich so gut wie nichts. In der zweiten Hälfte spielte er mehr im rechten Mittelfeld als im Sturm. Note: 4 © Getty
ab der 72. Minute: Daniel Pranjic: Ohne Bewertung. © Getty
Luca Toni: Rieb sich als Stoßstürmer in vielen Eins-gegen-Eins-Duellen auf. War in der Spitze ziemlich auf sich alleine gestellt und tat sich schwer die Bälle zu behaupten. Hätte der Mann des Tages werden können, köpfte aber aus zwei Metern an den Pfosten. Das wär’s gewesen. Note: 4 © Getty
ab der 78. Minute: Mario Gomez: Ohne Bewertung. © Getty

Nach dem schlechtesten Start in die Gruppenphase seit 2002 droht urplötzlich ein K.o. in der Vorrunde - so wie vor sieben Jahren. “Wir haben Druck, wir müssen jetzt sechs Punkte einfahren in den zwei Heimspielen gegen Bordeaux und Maccabi Haifa“, forderte Rummenigge. Mit vier Punkten stürzten die Bayern in Gruppe A von Platz eins auf drei hinter Bordeaux (7) und Juventus Turin (5) ab. Dennoch warnte Philipp Lahm vor Panikmache: “Es ist noch alles drin. Wir sind heute noch nicht ausgeschieden“, kommentierte der Nationalspieler.

“Das war einer Spitzenmannschaft nicht würdig“, gestand Kapitän Mark van Bommel. Die 60 Minuten in Unterzahl nach der Gelb-Roten Karte von Saison-Aufsteiger Thomas Müller, der sich für seine “dumme Aktion“ in der Kabine bei den Kollegen “entschuldigte“, mochten die Bosse aber nicht als Alibi fürs Versagen zulassen. “Das war nicht der Schlüssel für die Niederlage“, sagte van Gaal, den vielmehr die lasche Spielweise nach dem 1:0 durch das Eigentor von Michael Ciani (6. Minute) aufbrachte. “Wir haben ein Geschenk aus dem Himmel bekommen. Und dann haben wir jeden Ball an die andere Farbe gespielt“, rügte er die erschreckende Fehlpass-Quote: “Wir haben sehr schlecht gespielt in der ersten Halbzeit - unglaublich.“ Rummenigge vermisste “Laufbereitschaft, kämpferischen Einsatz, Cleverness“ und bilanzierte ernüchtert: “Wir sind im Moment nicht stabil.“

Nach den Treffern von Ciani (29.) und Marc Planus (40.) “müssen wir froh sein, dass es nur 1:2 ausging“, meinte van Bommel. Torwart Jörg Butt parierte gleich zwei Elfmeter. Erst den von Yoann Gourcuff (66.), den er selbst verschuldete, dann den von Jussie (88.) nach einer mit “Rot“ bestraften Notbremse für Abwehrchef Daniel van Buyten. Umgekehrt hätte Luca Toni bei der einzigen Top-Chance mit zehn Mann einen Punkt retten können (72.). “Er köpft vor dem leeren Tor an den Pfosten“, ärgerte sich van Gaal, der ungewohnt kleinlaut feststellte. “Wir können etwas lernen von diesem Spiel.“

 Vor allem das: Es knirscht (noch) gewaltig im System van Gaal - und ohne die Fußball-Künstler Franck Ribéry (Patellasehnen-Reizung) und den fast wieder fitten Arjen Robben reicht es nicht. Ohne die Flügelzange fehlen dem Bayern-Spiel Tempo, Tricks und Tore. “Diese Spieler sind nicht zu ersetzen“, hatte van Gaal in Bordeaux schon vor dem Anpfiff geklagt. Nach dem 90-Minuten-Desaster hatte er die nächste bittere Nachricht parat: “Wir haben die Entscheidung getroffen, dass Ribéry seine Verletzung ausheilen soll. Das kann einen Monat dauern“, sagte der Coach. Oder sogar noch länger.

dpa

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