Vor Russland-Spiel: Debatte um Kunstrasen

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Auch der FC Bayern hat bereits Erfahrungen auf dem Kunstrasen im Moskauer Luschniki-Stadion gesammelt. Archivbild vom Spiel der Bayern gegen Spartak Moskau im November 2006.

Frankfurt/Main - Zehn Tage vor dem vorentscheidenden WM-Qualifikationsspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Russland in Moskau am 10. Oktober geht die Debatte über den dortigen Kunstrasenplatz weiter.

Nach einem Bericht der “Sport Bild“ entspricht die Beschaffenheit des Kunstrasens im Moskauer Luschniki- Stadion nicht der des Belags in Mainz, wo sich das Team von Bundestrainer Joachim Löw vom kommenden Montag an für drei Tage auf die Begebenheiten in der russischen Hauptstadt vorbereiten will.

Die 10 besten Fußball-Stadien der Welt

Platz 10: Das Craven Cottage in London ist die Heimat des FC Fulham. Es ist eine der letzten wirklich alten und traditionsreichen Kampfbahnen in England. Es liegt am Ufer der Themse. © Getty Images
Verein: Fulham FC; Kapazität: 25 678 Plätze © Getty Images
Platz 9: Camp Nou, die Heimat des FC Barcelona, wird auch die Kathedrale Kataloniens genannt. Es ist Europas größtes Fußball-Stadion und besticht durch eine einmalige Atmosphäre - wenn es denn voll ist. Das ist bei Barca aber normalerweise der Fall. Es soll demnächst weiter ausgebaut werden. © Getty Images
Verein: FC Barcelona; Kapazität: 98 787 Plätze. © Getty Images
Platz 8: Das Stadionul Dinamo, die Heimat von Dinamo Bukarest, führt die „Times“ auf Rang 8. Es ist ein Meisterstück der stalinistischen Zeit des Kalten Krieges. Kapazität: 15.300 Plätze. © dpa
Platz 7: La Bombonera - dieser Name klingt schon nach Atmosphäre und Stimmung. Die Heimat der Boca Juniors Buenos Aires heißt offiziell Estadio Alberto Jacinto Armando und gilt als eines der Stadien mit der hitzigsten und emotionalsten Atmosphäre. © ap
Verein: Boca Juniors Buenos Aires; Kapazität: 57.395 Plätze © ap
Platz 6: Das Santiago Bernabeu in Madrid ist die neue Heimat von Superstar Cristiano Ronaldo und dessen neuen Verein Real Madrid. Das königliche Stadion besticht vor allem durch seine Enge. © ap
Verein: Real Madrid CF; Kapazität: 80 354 Plätze © dpa
Platz 5: Die Allianz Arena in München. Die Heimat des FC Bayern und 1860 München schafft es in die Top 5. Laut „Times“ wird hier gezeigt, wie man ein neues Stadion zu bauen hat. Neueste Technologie, hoher Komfort und dennoch stimmungsgewaltig. © dpa
Vereine: FC Bayern München, TSV 1860 München; Kapazität: 69 000 Plätze © dpa
Platz 4: Das Inönü-Stadion von Besiktas Istanbul schlägt die Konkurrenz von Galatasaray oder Fenerbahce alleine durch seine Umgebung. Einen wundervollen Ausblick zur asiatischen Seite Istanbuls kann man von den Rängen genießen - doch in dieser Atmosphäre achtet darauf niemand. Kapazität: 32 145 Plätze © fkn
Platz 3: Legendäre Gänsehaut-Atmosphäre bei „Youl‘ll never walk alone“. This is Anfield. Die Anfield Road ist die Heimat des englischen Rekordmeisters FC Liverpool. © dpa
Verein: Liverpool FC; Kapazität: 45 362 Plätze © dpa
Platz 2: Das Giuseppe-Meazza-Stadion von Mailand bekommt die Silber-Medaille. Die Heimat von des AC Milan und Lokalrivale Inter Mailand ist das größte Stadion Italiens - und das wohl schönste. Einmalig, wie die Tifosi hier ihre Teams anfeuern. Ein würdiger zweiter Platz für das San Siro. © dpa
Vereine: AC Mailand, Inter Mailand; Kapazität: 81 389 Plätze © Getty Images
Platz 1: Der Sieger kommt aus Deutschland und ist das größte und stimmungsgeladenste Stadion der Bundesliga. Der Signal Iduna Park von Dortmund wurde für den Fußball konstruiert, alleine die Südtribüne bietet Stehplätze für 25 000 Fans - die gelbe Wand. © dpa
Verein Borussia Dortmund; Kapazität: 80.552 Plätze © Getty Images

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bestätigte am Mittwoch, dass es zwischen den beiden Untergründen Abweichungen gebe. Diese seien jedoch auf die “unterschiedlichen Industrie-Normen“ in den beiden Ländern zurückzuführen. Beide Kunstrasenbeläge seien vom gleichen Hersteller verlegt worden. Probleme erwartet der DFB für die Spieler um Kapitän Michael Ballack deshalb nicht. Die Trainingsbedingungen würden “exakt den Spielvoraussetzungen in Moskau entsprechen“, heißt es in der Mitteilung. So seien auf beiden Plätzen wichtige Werte “wie Rollverhalten des Balles und Kraftabbau durch die Spieler identisch“.

Experte: Diskussion ist überzogen

Der Kunstrasenexperte Bernd Wutzer von der Firma Polytan aus Bergheim, der unter anderem den Kunstrasenplatz beim österreichischen Serienmeister Red Bull Salzburg angelegt hat, hält die Diskussion um den Kunstrasenplatz im Luschniki-Stadion für überzogen. Zwar seien die beiden Plätze in Moskau und Mainz “definitiv nicht identisch“, auf den Spielausgang dürfte dies aber keine Auswirkungen haben. “Am Ende setzt sich doch die technisch bessere Mannschaft durch“, sagte Wutzer der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Der Rasenexperte und Stadionplaner Rainer Ernst hält den Vorbereitungsort Mainz ebenfalls für richtig. “Der DFB hat mit der Wahl des Kunstrasenplatzes in Mainz die richtige Entscheidung getroffen, denn dort können optimal die Spielverhältnisse in Moskau getestet werden“, heißt es in der DFB-Mitteilung. Bundestrainer Joachim Löw hält die Diskussionen sowieso für überzogen. “Die Umstellung von Natur- auf Kunstrasen wird zu bewerkstelligen sein und darf auch kein Alibi sein“, sagte Löw der “Sport Bild“.

dpa

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