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Sabine Töpperwien: ARD-Hammer als Abschieds-Geschenk! Eine Frau kommentiert WM-Finale 2022

Der WM-Pokal hinter dem Logo Katars
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Die nächste Fußball-Weltmeisterschaft findet in Katar statt. Das Finale soll eine Frau kommentieren.

Das nächste WM-Finale soll von einer Frau kommentiert werden. Das Versprechen der ARD ist eine Art Vermächtnis für die Pionierarbeit Sabine Töpperwiens.

  • Sabine Töpperwien* beendet ihre Karriere als Sportjournalistin.
  • Als Dankeschön für ihre jahrelange Arbeit machte ihr die ARD ein besonderes Geschenk.
  • Das nächste WM-Finale wird (zumindest im Radio) von einer Frau kommentiert.

Köln - Sabine Töpperwien beendet nach mehr als 30 Jahren ihre Arbeit als Sportjournalistin. Die gebürtige Niedersächsin war 1989 die erste Frau, die in Deutschland live ein Fußballspiel im Fernsehen kommentierte. In den vergangenen Jahrzehnten war Töpperwien regelmäßig in Fernsehen und Radio zu hören und leistete so Pionierarbeit für den Beruf der Sportjournalistin.

Nach Angaben des WDR hat Töpperwien insgesamt mehr als 700 Fußballspiele kommentiert, knapp 600 davon in der Bundesliga*. Das Aus als Journalistin habe gesundheitliche Gründe, wie es auf der WDR-Homepage heißt: „Ich bin nun 60 und habe seit knapp einem Jahr chronische Schmerzen in den Nerven und Sehnen beider Arme. Das ist eine Folge der immer mehr gewordenen Computerarbeit. Mit halbem Dampf arbeiten – das will ich nicht.“

Sabine Töpperwien: Eine „Legende des Sportjournalismus“ hört auf - und bekommt großes Abschiedsgeschenk

Kollegin Katrin Müller-Hohenstein beschrieb Töpperwien als „Pionierin, die vielen anderen Frauen nach ihr die Tür ein Stück aufgestoßen hat. Etwa mir“, WDR-Intendant Tom Buhrow bezeichnete sie gar als „Legende des Sportjournalismus“. Als großes Dankeschön für ihre jahrelange Arbeit, unter anderem als Sportchefin von WDR 2, machte ihr die ARD nun ein besonders Geschenk - eine Art Vermächtnis für ihre Karriere.

Per Urkunde wurde Töpperwien versprochen, dass das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar* im ARD-Radio definitiv von einer Frau kommentiert werden wird. Die 60-Jährige erklärte dahingehend gegenüber der Bild: „Mich hat es gestern umgehauen, als mir unsere WDR-Programmdirektorin (Valerie Weber, d. Red.) als Abschiedsgeschenk diese Urkunde überreicht hat.“

Am Mikrofon fühlt sie sich am Wohlsten: Sabine Töpperwien.

Sabine Töpperwien: WM-Finale von Frau kommentiert - ARD will „Frauen im Sport fördern“

Auf dieser steht unter anderem geschrieben: „Die Audioprogrammkonferenz beschließt einstimmig, dass das Finale der Fußball-WM 2022 in Katar auf den Radiowellen der ARD von einer Reporterin kommentiert werden soll.“ Dieser Beschluss solle „den Wunsch der APK unterstreichen, Frauen im Sport der ARD weiterhin zu fördern.“

Töpperwien selbst hatte indirekt den Anstoß zu dieser Entscheidung gegeben. In mehreren Interviews der letzten Tage beklagte die ehemalige Tischtennisspielerin, dass sie es „nicht mehr erleben werde, dass eine Frau bei einer Fußball-EM oder WM das Finale fürs Radio oder Fernsehen übertragen wird.“ Diese Aussagen hätten den zuständigen Direktorinnen der ARD „sehr zu denken gegeben“, wie Töpperwien nun erklärte.

Sabine Töpperwien: WM-Finale 2022 von Frau kommentiert - Baczyk oder eine Newcomerin?

Bleibt die Frage, wer das Finale 2022 kommentieren soll? Die ARD kündigte an, dass mit Blick auf das Endspiel „mehrere Kolleginnen dahingehend aufgebaut“ werden sollen. Eine naheliegende Besetzung ist dabei Stephanie Baczyk. Die 34-Jährige ist seit der Saison 2019/20 für die Sportschau im Einsatz und erhält für ihre Berichterstattung viel Lob - auch in den sozialen Medien.

Baczyk bewundert die Arbeit Töpperwiens und meinte jüngst gegenüber dem Spiegel: „Dass Frauen im Fußball heute selbstverständlicher am Start sind, ist mit Sabines Verdienst.“ Denkbar scheint indes auch, dass die ARD die Stelle mit einer anderen Kommentatorin besetzt - und somit eine weitere Frau in der Sportberichterstattung etabliert. Bis zum WM-Finale bleibt der ARD bis dahin noch etwas Zeit. Das Turnier beginnt in 662 Tagen. *tz.de ist wie Merkur.de Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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