Slomka-Nachfolge

Schaaf will nicht Trainer bei Hannover 96 werden

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Ex-Werder-Meistertrainer Thomas Schaaf.

Hannover - Hannover 96 hat bei der Suche nach einem Nachfolger für Trainer Mirko Slomka eine Absage von Ex-Werder-Meistertrainer Thomas Schaaf erhalten.

Beim Fußball-Bundesligisten Hannover 96 ist die Suche nach einem Nachfolger für Trainer Mirko Slomka bereits im Gange. Obwohl Slomka noch im Amt ist, gab es offenbar erste Sondierungsgespräche mit möglichen Kandidaten. Eine  Absage holte sich der Club dabei von Thomas Schaaf ab. Das meldeten am Dienstag die „Neue Presse“ und „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (Dienstag). „Er hat sich klar positioniert und steht nicht zur Verfügung“, sagte Clubchef Martin Kind über den früheren Coach von Werder Bremen: „Er wird es nicht und will es nicht. Er hat da seine eigene Denke.“

Schaaf, der zuvor bereits als potenzieller Nachfolger von Jens Keller bei Schalke 04 gehandelt worden war, will nach Angaben von Kind „in der Rückrunde keinen Trainerjob annehmen“. Dass Slomka deshalb ähnlich wie nun Keller auf Schalke Trainer bleibt, scheint allerdings nahezu ausgeschlossen. Kind äußerte sich bereits über die finanziellen Folgen der wohl bevorstehenden Trennung von Slomka: „Das Ganze wird sehr, sehr teuer für 96.“

Alle Herbstmeister seit 1989 - und wer am Saisonende den Titel holte

Vor 21 Jahren jubelte der FC Bayern bereits im Herbst - mit Trainer Jupp Heynckes holte das Team rund um Augenthaler, Flick und Strunz die Herbstmeisterschaft - hier der Stürmer Alan McInally. © Getty
Bereits zwei Spiele vor Saisonende war klar: Bayern wird Meister. Und so konnte Trainer Jupp Heynckes schon vor 21 Jahren mit der Schale in der Hand jubeln. Mit 49:19 Punkten lag der FCB damit sechs Punkte vor dem Vizemeister 1. FC Köln. © Getty
Im Herbst 1990 stand eine ganz andere Mannschaft an der Tabellenspitze: Werder Bremen mit Trainer Otto Rehhagel. Der heutige Coach Thomas Schaaf war damals noch im Kader als Abwehrspieler - und Geschäftsführer Klaus Allofs Stürmer. Hier auf dem Bild kämpft Günter Herrmann (r.) gegen den Düsseldorfer Anthony Baffoe.  © Getty
Die Schale hielt am Ende aber ein ganz anderer Verein in den Händen: der 1. FC Kaiserslautern - hier Trainer Karl-Heinz Feldkamp und Stürmer Stefan Kunz. In der Vorsasion war Kaiserslautern nur Zwölfter gewesen, aber unter Trainer Karl-Heinz Feldkamp holten sich die Lauterer ihren dritten Meistertitel nach 1951 und 1953. © ap
Herbstmeister in der Saison 1991/92 wurde Eintracht Frankfurt mit Tainer Dragoslav Stepanovic - ein einziges Mal in einer Bundesliga mit 20 Mannschaften, da zwei Mannschaften aus der ehemaligen DDR eingegliedert wurden, Rostock und Dresden. Ralf Falkenmeyer (l.)kämpft hier gegen Rostock. © Getty
Meister wurde allerdings der VfB Stuttgart -  knapp vor Dortmund und der Eintracht. © Getty
Der FC Bayern mit dem damaligen Vizepräsidenten Franz Beckenbauer wurde in der Saison 1992/93 Herbstmeister unter Trainer Erich Ribbeck. © Getty
Meister wurde allerdings ein anderer: Werder Bremen mit nur einem einzigen Punkt Vorsprung vor den Bayern. © Getty
Herbstmeister 1993 wurde wieder einmal Eintracht Frankfurt, hier Trainer Klaus Toppmöller mit Uwe Bein.  © Getty
Doch die Meisterschale ging erneut an einen anderen Verein: Den FC Bayern. Doch nicht mit Ribbeck, sondern mit Interims-Trainer Beckenbauer - Ribbeck war zur Winterpause nach einer Vize-Herbstmeisterschaft entlassen worden. © Getty
In der Saison 1994/95 kam Andreas Möller von Juventus Turin zurück nach Dortmund - und damit auch der Erfolg. Unter Trainer Hitzfeld wurde Dortmund Herbstmeister. © Getty
Zu einer Kontroverse kam es gegen Ende der Saison wegen Möllers Schwalbe, mit der er in einem Spiel gegen Karlsruhe einen Foulelfmeter herausholte und so das Spiel letztlich gewonnen wurde. © Getty
Durch diese "Mogelei" konnte Dortmund Werder Bremen um einen Punkt enteilen - und wurde Deutscher Meister. © Getty
Möller konnte als Spielgestalter, Vorbereiter und Torschütze punkten - auch bei den Fans war er beliebt. Und so konnte die Borussia auch in der folgenden Saison 1995/96 die Herbstmeisterschaft gewinnen... © 
...und ein zweites Mal in Folge hielt Dortmund am Ende der Saison die Schale in den Häden. Hier Matthias Sammer. © Getty
In der darauffolgenden Saison 1996/97 wurde Giovanni Trapattoni an die Isar geholt - und schon war Bayern wieder Herbstmeister (hier mit Co-Trainer Klaus Augenthaler).  © Getty
Unter dem Italiener wurde Bayern nach drei Jahren wieder Deutscher Meister: Mario Basler, Lothar Matthäus und Sammy Kuffour (v.l.) mit der Meisterschale. © Getty
Im Winter 1997/98 jubelte dagegen der Herbstmeister 1. FC Kaiserslautern... © Getty
...und Trainer Otto Rehhagel holte für Kaiserslautern auch die Schale. Damals eine Sensation, denn die Pfälzer waren gerade erst aus der 2. Bundelsiga aufgestiegen. © Getty
Schon in der nächsten Saison 1998/99 war Bayern wieder vorne: mit dem auf diesem Bild divenhaften Lothar Matthäus konnte Trainer Ottmar Hitzfeld die Herbstmeisterschaft... © Getty
... und auch die Deutsche Meiserschaft souverän mit 15 Punkten Vorsprung an die Isar holen. Und Michael Tarnat klatschte begeistert zu den künstlerischen Schalen-Balancier-Einlagen von Giovane Elber.  © Getty
Auch die nächste Saison 1999/2000 wurde von den Bayern bestimmt: Scholl, Jancker, Jeremies und Matthäus holten die Herbstmeisterschaft... © Getty
...und Hitzfeld konnte wieder die Schale in den Händen halten - diesmal allerdings gewann Bayern nur knapp dank der besseren Tordifferenz. Unvergessen: Leverkusen verlor am letzten Spieltag in Unterhaching, während die Bayern gegen Bremen gewannen. Leverkusen war mal wieder Zweiter. © Getty
Die Saison 2000/01 begann unter blau-weißer Führung: Schalke wurde Herbstmeister. Hier gratuliert Manager Rudi Assauer dem Spieler Ebbe Sand - rechts Trainer Huub Stevens. © Getty
Doch zu früh gefreut: Obwohl der FC Schalke 04 ab dem 29. Spieltag Tabellenführer war, mussten die Schalker am letzten Spieltag ihre größte Niderlage hinnehmen. Während S04 nach dem Sieg gegen Unterhaching die Meisterschaft feierte, holte sich Bayern in allerletzter Sekunde ein Unentschieden in Hamburg und wurde wieder Deutscher Meister - Schalke musste sich mit dem Titel "Meister der Herzen" begnügen. © Getty
Herbstmeister der Saison 2001/02 wurde Bayer Leverkusen unter Trainer Klaus Toppmöller. © Getty
Doch am Ende der Saison jubelte wieder einmal Dortmund unter Trainer Matthias Sammer, mit nur einem Punkt Vorsprung vor Leverkusen - dem ewigen Zweiten. © Getty
Mit Kahn, Lizarazu, Sagnol, Ballack, Schweinsteiger, Scholl, Salihamidzic, Ze Roberto, Pizarro und Co. lief der FC Bayern in der Saison 2002/2003 zur Höchstform auf: Herbstmeister... © Getty
...und Deutscher Meister - mit 16 Punkten Vorsprung. © Getty
In der Saison 2003/04 musste sich Bayern gegen Werder Bremen (hier Torjäger Ailton) schon in der Herbstmeisterschaft geschlagen geben... © 
..und auch die Meisterschale ging an die Weser und somit in die Hände von Trainer Thomas Schaaf. © Getty
Der Titan schreit, und Fußballdeutschland zieht den Kopf ein: Die Bayern-Dominanz in der Liga wurde wieder stärker. In der Saison 2004/05 holte der FC Bayern wieder die Herbstmeisterschaft ... © Getty
...und wurde Deutscher Meister - dazu gewann das Team von Trainer Felix Magath den DFB-Pokal. © Getty
Und der Erfolg ging weiter: Auch in der Saison 2005/06 wurde Bayern Herbstmeister... © Getty
...und gewann am Ende das Double. Magath gelang also, was keinem vorher gelang: Das Double - zwei Jahre in Folge. © Getty
Im darauffolgenden Jahr 2006/2007 konnte Werder Bremen die Herbstmeisterschaft erringen - die Bremer feierten als Weihnachtsmänner verkleidet. © Getty
Doch Deutscher Meister wurde, Überraschung, Überraschung: der Vfb Stuttgart. Die jüngste Mannschaft der Liga mit Trainer Armin Veh holte sich mit zwei Punkten Vorsprung vor Schalke den Titel - hier Sami Khedira und Fernando Meira. © Getty
2007/2008 kehrte Bayern auf den Thron zurück - den vierten Platz aus der Vorsaison wollte man schnell vergessen - Bayern ging an sein Festgeldkonto und investierte 70 Millionen in neue Spieler. Toni und Ribéry kamen in den Kader, und so wurde man unter Hitzfeld Herbstmeister. © Getty
In der letzten Saison von Oliver Kahn triumphierte der Rekordmeiser mit zehn Punkten Vorsprung vor Werder. © Getty
Aufsteiger Hoffenheim, das erste Mal in der Liga, sorgte in der Saison 2008/09 für ein "Fußball-Wunder" und wurde Herbstmeister - mit schnellem Spiel und beherztem Auftreten.  © Getty
Meister wurde jedoch überraschend der Vfl Wolfsburg. Unter Trainer Felix Magath holte sich die beste Rückrundenmannschaft nach einer furiosen Aufholjagd mit Siegen gegen Bayern, Bremen und Hoffenheim die Schale. © Getty
2009 war nun Leverkusen Herbstmeister. Der Werks-Klub hat in der Hinrunde kein einziges Spiel verloren - und Jupp Heynckes ist ein erfahrener Trainer, der die junge Truppe energisch führt. © Getty
Doch am Ende der Saison 2009/2010 jubelten mal wieder die Bayern © Getty
Borussia Dortmund spielte eine überragende Hinrunde in der Saison 2010/2011. Bei 10 Punkten Vorsprung stand die Herbstmeisterschaft schon nach dem 15. Spieltag fest. © dpa
Die Schale ging dann auch Dortmund © dapd
Hier feiert Rafinha auf dem Rücken von Mario Gomez. Die Münchner haben auch 2011 die Herbstmeisterschaft geholt. © dapd
Meister 2011/2012 © dpa
Schon nach dem 14. Spieltag durften die Spieler des FC Bayern am 28. November 2012 über den Herbstmeistertitel jubeln © dapd

Nach Informationen der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ soll eine Abfindung nur für Slomka mehr als eine Million Euro betragen. Slomka steht bei 96 noch bis 2016 unter Vertrag.  Mit Slomka müsste auch dessen Trainerteam gehen. „Wenn ein neuer Trainer kommt, muss auch das Umfeld neu strukturiert werden“, sagte Kind.

Nach einer enttäuschenden Hinserie mit nur 18 Punkten und ohne einen einzigen Auswärtszähler steht der frühere 96-Erfolgscoach kurz vor der Ablösung. Eine Trennung über die Weihnachtstage hatte Kind aber ausgeschlossen. Slomka ist zur Zeit im Urlaub in Abu Dhabi und kehrt erst in der kommenden Woche zurück.

In der Zwischenzeit wurde bei einem Treffen von Kind und Sportdirektor Dirk Dufner am Montagabend bereits über erste Nachfolge-Kandidaten neben Schaaf diskutiert. Kind favorisiert offenbar einen jungen Trainer. „Im alten Kreisverkehr weiterzufahren, hat doch keinen Sinn“, sagte der Clubchef. Altbekannte und derzeit freie Bundesliga-Trainer wie Bruno Labbadia, Markus Babbel oder Michael Frontzeck scheinen damit auszufallen.

Chancen auf den Job dürfte hingegen der frühere 96-Profi André Breitenreiter haben. „Breitenreiter wäre solch ein Trainer, der jung ist und perspektivisch“, sagte Kind über den aktuellen Coach von Zweitligist SC Paderborn.

dpa

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