1. tz
  2. Sport
  3. Fußball

Ex-Schalker täuschte eigenen Tod vor - er gewann mit Manuel Neuer den DFB-Pokal

Erstellt:

Von: Christoph Klaucke

Kommentare

Ein früherer Mitspieler von Manuel Neuer bei Schalke 04 wurde wegen Versicherungsbetrugs verurteilt.
Ein früherer Mitspieler von Manuel Neuer bei Schalke 04 wurde wegen Versicherungsbetrugs verurteilt. © Anke Waelischmiller/Imago

Ein Ex-Schalker hat offenbar seinen eigenen Tod im Kongo vorgetäuscht und muss nun ins Gefängnis. Seinen größten Erfolg als Spieler feierte er mit Manuel Neuer.

München/Essen - Diese Geschichte klingt wie ein schlechtes Drehbuch, was an allen Ecken und Enden gehörig hakt. Ein ehemaliger Fußballprofi aus Nordrhein-Westfalen hat in seinem Heimatland Kongo seinen Tod vorgetäuscht. Das Motiv: Habgier. Der 35-Jährige, der auch für Schalke 04 gespielt hat, wurde wegen Versicherungsbetrugs vom Landgericht Essen zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. 

Seine mitangeklagte Ehefrau sollte eine hohe Lebensversicherung kassieren. Der 41-Jährigen sind Ende 2016 tatsächlich 1,2 Millionen Euro ausgezahlt worden. Auch sie wurde zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt.

Ex-Schalker versucht mit Scheintod Versicherungsbetrug

Hiannick K. hatte die Lebensversicherung 2015 abgeschlossen und war kurze Zeit später zu einem Besuch in das Heimatland seiner Eltern - der Demokratischen Republik Kongo - aufgebrochen. Von dort erreichte seine Frau Anfang 2016 die Nachricht, dass ihr Mann bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sei. Daraufhin habe sie falsche Todespapiere für ihren Ehemann vorgelegt. Nach eingehender Prüfung habe die Versicherung die Versicherungssumme an die Angeklagte ausgezahlt.

2018 war Hiannick K. plötzlich in der Deutschen Botschaft in Kongos Hauptstadt Kinshasa aufgetaucht. Dabei hatte er erklärt, dass er nicht ums Leben gekommen, sondern entführt worden sei - von seiner Mutter und anderen Verwandten und Bekannten. Die Familie habe ihn nach einer Reise im Urwald ausgesetzt. Anschließend habe er rund anderthalb Jahre gebraucht, um Kinshasa zu erreichen. Diese Geschichte glaubte das Gericht dem Mann jedoch nicht.

„Wir sind überzeugt, dass es einen Versicherungsbetrug gegeben hat“, sagte Richter Markus Dörlemann bei der Urteilsbegründung. Die Entführungsgeschichte sei „völlig oberflächlich, ohne Details und Emotionen“ geschildert worden und auch nicht überprüfbar. Die Angeklagten selbst hatten über ihre Verteidiger ihre Unschuld beteuert und eine Betrugsabsprache bestritten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.  

Ex-Schalker täuscht eigenen Tod vor - einziger Titel mit Manuel Neuer

Hiannick K. spielte von 1999 bis 2007 für den früheren Bundesliga-Klub FC Schalke 04 in der Jugend und der zweiten Mannschaft. Der Rechtsverteidiger brachte es in der West-Staffel der U19-Bundesliga auf 40 Einsätze und einen Treffer. Zusammen mit dem späteren Nationalkeeper und Kapitän des FC Bayern Manuel Neuer holte er 2005 den Junioren-Pokal.

Damals wurde Hiannick K. in der 54. Minute beim Stand von 0:1 eingewechselt, am Ende gewann Schalke gegen Tennis Borussia Berlin mit 3:1. Nach seinem Abschied auf Schalke war er noch für unterklassige Vereine in Nordrhein-Westfalen aktiv, bis zu seinem Verschwinden kickte er bis Ende 2015 beim VfB Hüls.

Als sich die Nachricht von seiner Todesmeldung endgültig als falsch herausgestellt hatte, meldete sich sogar Neuer zu Wort. „Ich habe mich sehr gefreut, als ich gehört habe, dass er noch lebt. Die Nachricht von seinem Tod hat mich damals schockiert. Umso erfreulicher, dass es sich jetzt als Falschmeldung herausstellt“, sagte er der Bild. Über den versuchten Versicherungsbetrug dürfte Neuer dagegen weniger erfreut gewesen sein. (ck)

Auch interessant

Kommentare