Stevens wirbt offenbar für Trainer-Legende

Schalke-Beben! Baum weg - steht der wahre Nachfolger schon fest?

Bei Schalke 04 muss Manuel Baum seinen Hut nehmen. Kurzfristig springt Huub Stevens ein, doch der plant einem Bericht zufolge einen echten Coup mit einer Trainer-Legende.

  • Schalke 04 trennt sich von Manuel Baum.
  • Es ist bereits der zweite Trainerwechsel bei den Königsblauen nach der Trennung von David Wagner.
  • Huub Stevens übernimmt - aber nur vorübergehend. Steht der wahre Nachfolger schon fest?

Update vom 18. Dezember, 12.35 Uhr: Schalke 04 hat die Freistellung von Trainer Manuel Baum bestätigt. Sportchef Jochen Schneider dankt dem 41-Jährigen „für seinen unermüdlichen Einsatz“, als Interimslösung übernimmt wie erwartet Huub Stevens, ihm steht wie schon vor anderthalb Jahren Mike Büskens als Assistent zur Seite.

Gelsenkirchen - Zehn Spiele, vier Punkte, kein Sieg - mit dieser grausamen Bilanz muss sich Manuel Baum nach nicht einmal drei Monaten wieder von Schalke 04 verabschieden. Das pfeifen die Spatzen nicht nur in Gelsenkirchen von den Dächern und vermelden diverse Medien übereinstimmend. Nach dem desolaten Auftritt beim 0:2 gegen den SC Freiburg und nur einen Tag vor dem Kellerknaller gegen Arminia Bielefeld sollen die Bosse der „Knappen“ den Daumen gesenkt haben.

Zu brisant erscheint ihnen das Duell mit dem Aufsteiger, so dass sie noch vor der Mini-Winterpause Nägel mit Köpfen gemacht haben sollen, wie Bild, kicker und Sport1 berichten. Den Platz auf der Bank soll mit Huub Stevens jener Jahrhunderttrainer einnehmen, der an eine glorreiche Vergangenheit inklusive UEFA-Cup-Triumph und zwei Pokalsiegen erinnert. Bereits im Frühjahr 2019 war der Niederländer eingesprungen, um die wankenden „Königsblauen“ vor dem sich anbahnenden Absturz in den Tabellenkeller zu bewahren. Damals war seine Mission erfolgreich.

Trainer-Beben auf Schalke: Stevens will offenbar Funkel anlocken

Diesmal wird das Aufsichtsratsmitglied aber wohl nur übergangsweise einspringen. Denn wie die Bild berichtet, soll Stevens selbst schon zu Wochenbeginn intern für eine Ablösung Baums und eine Verpflichtung von Friedhelm Funkel plädiert haben. Der Vorstoß des Knurrers von Kerkrade gehe demnach auf eine Initiative von Ex-Spielern zurück.

Funkel hatte seine Trainer-Laufbahn zwar nach der Entlassung bei Fortuna Düsseldorf zu Jahresbeginn für beendet erklärt, scheint nun aber noch einmal umzudenken. In der Rheinischen Post wird der 67-Jährige so zitiert: „Ich wollte mit meiner Frau viele Reisen machen. Du kannst ja jetzt aber nichts machen. Das hat auch Einfluss auf meine Gedanken.“

Bald wieder in der Bundesliga vereint? Während Julian Nagelsmann (r.) RB Leipzig trainiert, soll Friedhelm Funkel bei Schalke 04 gehandelt werden.

Trainer-Beben auf Schalke: Funkel könnte wegen Corona-Pandemie sein Comeback geben

So könnte die Corona-Pandemie für ein unverhofftes Comeback der Trainer-Legende sorgen. Sein 1991 arbeitete der gebürtige Neusser im deutschen Profifußball für zehn verschiedene Vereine, feierte sechs Aufstiege in die Bundesliga und erreichte zweimal das Finale um den DFB-Pokal.

Noch gibt sich Funkel, was ein Engagement auf Schalke angeht, aber bedeckt. Wenig verwunderlich, schließlich hat der Klub die Trennung von Baum ja noch nicht einmal bestätigt. „Ich spreche grundsätzlich über nichts, von dem ich nichts weiß“, betont der Ex-Trainer der Löwen in besagtem Interview: „Jetzt soll ich mich für Dinge rechtfertigen, die an mich noch gar nicht herangetragen wurden. Das ist doch alles Zukunftsmusik.“

Trainer-Beben auf Schalke: Negativrekord von Tasmania Berlin schon in Reichweite

Allerdings drängt die Zeit auf Schalke, auch wenn mit einem Sieg nach Punkten zu Arminia Bielefeld aufgeschlossen würde. Doch die große Sorge betrifft vor allem den mentalen Zustand der Mannschaft: Seit mittlerweile 28 Bundesligaspielen wartet S04 auf einen Dreier, ist nur noch drei sieglose Partien vom Negativrekord von Tasmania Berlin entfernt. Vor Weihnachten steht auch noch das Pokalspiel gegen den Regionalligisten SSV Ulm an, im neuen Jahr geht es mit dem Ligaspiel bei Hertha BSC weiter. Bis zum Ende der Hinrunde heißen die weiteren Gegner TSG Hoffenheim, Eintracht Frankfurt und 1. FC Köln.

Es geht nun darum, den vierten Bundesliga-Abstieg der Vereinsgeschichte nach 1981, 1983 und 1988 mit aller Macht zu verhindern. Denn angesichts eines immensen Schuldenbergs von angeblich rund 200 Millionen Euro könnten bei einem erneuten Abschied in Richtung Zweitklassigkeit die Lichter ausgehen. Trott der finanziellen Misere wurde bereits David Wagner nach dem 2. Spieltag vor die Tür gesetzt, er besitzt wie Baum einen Vertrag bis 2022 auf Schalke und müsste entsprechend lange ausgezahlt werden. (mg)

Rubriklistenbild: © Uwe Anspach/dpa

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