Schlechtester Saisonstart

Ekel-Attacke von Kabak: Matthäus fordert Strafe, Gegenspieler schockiert - Täter bestreitet Absicht

 Schalkes Ozan Kabak (l) und Schalkes Mark Uth stehen nach dem Tor zum 0:1 im Strafraum.
+
Für Schalke Spieler Ozan Kabak (l.) war es nicht nur wegen des Ergebnisses ein rabenschwarzer Spieltag.

Auch im zweiten Spiel der neuen Bundesliga-Saison gelingt Schalke 04 der Befreiungsschlag nicht. Aber nicht nur die Leistung der Königsblauen war ein Grund zum Schämen.

  • Der FC Schalke 04 verliert auch sein erstes Heimspiel gegen den SV Werder Bremen.
  • Damit dürfte der Trainerstuhl von David Wagner kräftig wackeln.
  • Eine Ekel-Szene von Ozan Kabak wurde zum Aufreger der Partie.

Udpate vom 27. September 2020, 8.11 Uhr: Der Bremer Bundesliga-Profi Ludwig Augustinsson hat mit Entsetzen auf die Spuckattacke von Schalkes Abwehrspieler Ozan Kabak reagiert. „Das ist nicht schön, das hat nichts mit Fußball zu tun. Das ist nicht Fairplay“, sagte Augustinsson am Samstagabend nach dem 3:1-Erfolg von Werder Bremen beim FC Schalke 04 im TV-Sender Sky. Die Situation in der 27. Minute habe er gar nicht bemerkt, sagte der 26 Jahre alte Schwede beim Betrachten der Fernsehbilder.

„Das war Absicht, eine bewusste Aktion“, sagte Sky-Experte Lothar Matthäus. „Als Spieler angespuckt zu werden, ist das Schlimmste. Ich hoffe, dass er noch bestraft wird.“ In der 84. Minute sah Kabak wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte. „Das ist natürlich ein absolutes Unding, was nicht auf den Fußballplatz gehört“, sagte Werder-Trainer Florian Kohfeldt.

Kabak entschuldigte sich am Abend bei Augustinsson und beteuerte: „Es war keine Absicht, die Sicht von außen täuscht. Ich habe so etwas noch nie gemacht und werde es auch niemals tun, da es einfach unsportlich ist. Dies war sehr unglücklich. In jedem Fall Entschuldigung an Ludwig.“

Erstmeldung vom 26. September 2020, 21.36 Uhr: Gelsenkirchen - Bereits nach dem zweiten Spieltag ist es für den FC Schalke 04 eine Saison zum Vergessen. Auch zuhause konnten die Gelsenkirchner nicht gewinnen. Ihr Gegner Werder Bremen war in vielen Belangen die bessere Mannschaft und das obwohl die Hanseaten alles andere als krisenfest sind. Doch am Ende reichte ihnen ein Quasi-Hattrick von Stürmer Niclas Füllkrug zum verdienten 3:1-Auswärtssieg. Abseits des Spiels könnte die Partie für zwei Männer jedoch noch weitreichende Konsequenzen haben.

Schalke verliert gegen Bremen: Ist das das Aus für Coach David Wagner?

Mit dieser Niederlage erhöht Schalke-Trainer David Wagner (48) seine Negativ-Bilanz auf 18 Spiele ohne Sieg. Damit grüßt der Traditionsverein vom Ende der Tabelle. Und einen weiteren traurigen Rekord stellten die Schalker mit diesem Spiel auf, schreibt Bild.de. Sie sind das erste Bundesliga-Team, dass nach zwei Spieltagen elf Gegentore eingefahren hat. Denn bereits in der vergangenen Woche setzte es in München beim FC Bayern eine 0:8-Klatsche. Ist damit das Schicksal von Wagner besiegelt?

Noch vor dem Spiel blickte Wagner zuversichtlich auf die Partie (Video)

Die Luft für den 48-Jährigen in Gelsenkirchen wird jedenfalls immer dünner. Vor dem Spiel forderte Sportvorstand Jochen Schneider noch eine „deutliche Leistungssteigerung“. Die konnte die Mannschaft auf dem Platz jedoch nicht zeigen. Bremen hatte bereits in der ersten Halbzeit mehr Torschüsse und lief drei Kilometer mehr als die Schalker. In Halbzeit zwei wurde es dann auch nicht besser. In der 60. Minute schoss Füllkrug per Elfmeter sein drittes Tor der Partie (22., 37. Minute). Nur Uth (90.) durfte sich für die Königsblauen in die Torschützenliste eintragen. Im Laufe der Woche wird sich dann wohl entscheiden, ob am 3. Oktober im Spiel gegen Leipzig schon ein anderer als Wagner auf der Trainer-Bank Platz nehmen wird.

Schalke 04 auf Talfahrt: Ekel-Aktion überschattet Niederlage

Den Aufreger der Partie lieferte hingegen Schalkes Abwehrspieler Ozan Kabak. In der 26. Minute brachte er Bremens Augustinsson mit einem Bodycheck zu Fall. Während sich dieser noch abrollte, spukte Kabak in Richtung des Schweden - für den Schiedsrichter so gut wie unmöglich zu sehen. Erst in der Wiederholung konnte man die Ekel-Aktion erkennen. Augustinsson äußerte sich nach der Partie extrem milde: „Was soll ich sagen? Das ist nicht Fairplay ...“.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt wurde da schon deutlicher: „Das ist ein absolutes Unding, das nicht auf den Fußballplatz gehört. Das ist eine klare Rote Karte, wenn man es gesehen hätte.“ (Noch)-Trainer Wagner versuchte seinen Schützling jedoch zu verteidigen. „Ich kenne Ozan und bin zu einhundert Prozent davon überzeugt, dass es keine Absicht ist. Es sieht aus, als wäre es Absicht. Es ist unglücklich. Ich werde mit ihm sprechen.“ Am Ende flog Kabak trotzdem in der 84. Minute vom Platz. Nach einem Foul an Selke sah er die Gelb-Rote Karte. Es wird sich ebenfalls im Laufe der Woche zeigen, ob die Unsportlichkeit des Türken noch ein Nachspiel haben wird. (tel)

Auch interessant

Kommentare