13. Spieltag

Schalke auch mit Stevens weiter sieglos

FC Schalke 04 - Arminia Bielefeld
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Schalkes Salif Sane (r-l), Torwart Ralf Fährmann und Benjamin Stambouli nach dem 0:1. Foto: Guido Kirchner/dpa

Die Null steht - aber auf der falschen Seite. Das 0:1 gegen Bielefeld hat die Abstiegsnöte der Schalker weiter vergrößert. Vereinslegende Huub Stevens konnte nicht verhindern, dass beim Tabellenletzten das lange Warten auf einen Sieg weiter geht.

Gelsenkirchen (dpa) - Selbst «Jahrhunderttrainer» Huub Stevens kann beim FC Schalke 04 keine Wunder bewirken.

Konsterniert musste der erst am Vortag als Nachfolger von Manuel Baum reaktivierte 67 Jahre alte Fußball-Lehrer mit ansehen, wie sein Herzensclub sich auch im Kellerduell mit dem Tabellendrittletzten Armina Bielefeld nicht von seinem Sieglos-Trauma befreien konnte. Doch auch nach dem ernüchternden und verdienten 0:1 (0:0) verweigerte Stevens die Kapitulationserklärung: «Sollen wir denn aufgeben? Aufgeben ist das Allerletzte. Wir kämpfen weiter und hoffen auf ein wenig Glück.»

Wie der Niederländer versuchte sich auch Lizenzspielerchef Sascha Riether in Durchhalteparolen: «Im Moment traut uns keiner etwas zu. Aber im Fußball ist immer alles möglich. Jetzt müssen wir die richtige Schlüsse ziehen und werden dann mit Mut und Kraft den Abstiegskampf annehmen», sagte er bei Sky.

Doch den meisten Beobachter mangelte es an Fantasie bei der Vorstellung, wie der Revierclub bei einer Ausbeute von nur vier Punkten aus 13 Spielen noch den Klassenverbleib schaffen will. Der historische Rekord von Tasmania Berlin aus der Saison 1965/66 mit 31 Spielen ohne Sieg ist nur noch zwei Bundesliga-Partien entfernt.

Am kommenden Dienstag sitzt Stevens im Pokalspiel gegen den Regionalligisten SSV Ulm noch ein weiteres Mal auf der Schalker Bank, dann soll wieder Schluss sein. Die Frage nach einer möglichen Verlängerung seines Engagements beantwortete Stevens auf seine Art - mit der Botschaft zwischen den Zeilen: «Lass euch überraschen. Ich möchte gern Weihnachten in Ruhe zu Hause sein. Auch an Silvester.»

Noch ist unklar, wie es nach seinem Kurzzeit-Intermezzo weitergeht. Der Revierclub will nach dem Pokalspiel über die Nachfolgeregelung informieren. Jochen Schneider hat bereits einen konkreten Nachfolger im Kopf. «Ja», antwortete der Sportvorstand vor der Partie auf eine entsprechende Frage bei Sky. Namen nannte er jedoch nicht: «Schauen wir mal, das werden wir verkünden, wenn es so weit ist.» Dem Vernehmen nach soll Friedhelm Funkel ein Kandidat sein.

Auf den neuen Coach wartet eine Herkulesaufgabe. Denn auch in dem zuvor als Schlüsselspiel ausgerufenen Kräftemessen mit Bielefeld spielte der FC Schalke wie ein Abstiegskandidat. Bei allem Eifer fiel - wie schon in den vergangenen Wochen - das Herausspielen von Torchancen schwer. Es wurde viel gerannt und gekämpft, aber nur selten gekonnt kombiniert.

Dagegen schöpfte die Armina neuen Mut im Abstiegskampf. Dank des Treffers von Fabian Klos in der 53. Minute ging eine Serie von zuletzt fünf Auswärtsniederlagen zu Ende. Damit vergrößerten die Bielefelder ihren Abstand zum Schlusslicht Schalke auf sechs Punkte. «Da habe ich ja zum richtigen Zeitpunkt das zweite Saisontor gemacht. Der Sieg tut der Seele unheimlich gut» , kommentierte Torjäger Klos. Als Matchwinner wollte sich der Angreifer jedoch nicht bezeichnen lassen: «Matchwinner ist unsere Abwehrleistung. Ich bin unheimlich stolz auf die Jungs.»

Ähnlich erleichtert wie der Torschütze wirkte Trainer Uwe Neuhaus. «In der Halbzeit haben wir uns fest vorgenommen, uns selbst zu belohnen. Das ist uns gelungen. Darüber sind wir sehr glücklich», sagte der Arminia-Coach und verwies auf einem Aufwärtstrend: «Die Mannschaft hat in den letzten Spielen eine gute Antwort gegeben. Sie tritt als Einheit auf.»

© dpa-infocom, dpa:201219-99-755784/3

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