Königsblau kommt nicht zur Ruhe

Schalke-Chaos: Nach Spielerrevolte „abgesägt“? Jetzt meldet sich Trainer Gross zu Wort

Fußball: Bundesliga, 1. FC Union Berlin - FC Schalke 04, 21. Spieltag, Stadion An der Alten Försterei. Trainer Christian Gross von Schalke 04 betritt das Stadion.
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Schalke 04 hat Christian Gross entlassen: Jetzt spricht der Coach über „die größte Enttäuschung seiner Karriere.“

Auf Schalke rumort es gewaltig. Jetzt hat der Verein den Radikalschlag vollzogen. Trainer Gross muss seine Koffer packen, ebenso wie Sportvorstand Schneider.

Update vom 28. Februar, 19.37 Uhr: Nach einem turbulenten Wochenende steht Christian Gross ohne Job da. Ihm, Jochen Schneider, Co-Trainer Rainer Widmayer, Teammanager Sascha Riehter und Athletik-Coach Werner Leuthard wurde nach der 1:5-Schlappe gegen den VfB Stuttgart die Tür gezeigt.

Damit sind die Chaos-Tage auf Schalke aber wohl noch lange nicht vorbei. Die sportliche Misere bleibt dabei nicht der einzige Brandherd in Gelsenkirchen. Nur kurz nach seiner Entlassung meldet sich Christian Gross in der schweizerischen Boulevard-Zeitung „Blick“ zu Wort.

Christian Gross meldet sich nach Schalke-Ausbootung: „Größte Enttäuschung meiner Karriere“

„Die größte Enttäuschung meiner Karriere“, titelt das Blatt. Und obwohl sich der Eidgenosse gewohnt zurückhaltend ausdrückt, ist ihm die Frustration deutlich anzumerken. „Es ist ein ständiger Druck da“, klagt er über die „Schlangengrube“ Schalke, „aber verrückt ist: Ich lernte als Spieler bei Bochum, mit den Menschen offen zu sein. Mit ihnen direkt zu sprechen, wenn ein Problem da ist und es dann ausdiskutiert. Dass dies dann nun mutmaßlich ausgerechnet auf Schalke nicht der Fall war, das ist Schade.“

Das große Thema im Gespräch ist natürlich die angebliche Spieler-Revolte. Christian Gross will sie nach wie vor nicht mitbekommen haben und auch Jochen Schneider habe ihm versichert, es sein kein Profi bei ihm gewesen, bekräftigt Gross. Er selbst sei dann auch selbst auf die Spieler zugegangen. „Es kann ja sein, dass einem mein Gesicht nicht gefällt, dass er mich nicht mag. Aber dann kann man es doch offen aussprechen, kein Problem“, zeigt er sich kritikfähig. Bei den Winter-Transfers attestiert er seinem ehemaligen Arbeitgeber allerdings ein unglückliches Händchen.

Schalke 04: Christian Gross verwechselt Spielernamen - war es wirklich ein ständiges Problem?

Seine Probleme mit den Namen sieht er derweil halb so wild. Ja, er habe Alessandro Schöpf einmal „Massimo Schüpp“ genannt und Can Bozdogan „Kaan Erdogan“, aber abgesehen davon, sei ihm nie eine Verwechslung aufgefallen.

Für Schalke war Gross aus der Rente zurückgekehrt. Weil es ihm Ruhrpott nun so bescheiden lief, will der 66-Jährige nach dem königsblauen Ausrutscher jetzt erst recht weiter machen. „Es wäre kein Happy-End meiner Karriere“, erklärt der Schweizer, „Lassen Sie mich erst jetzt mal diese Enttäuschung verdauen und dann schauen wir weiter.“

Schalke-Chaos geht weiter: Trainer Gross und vier weitere gefeuert - Bekannte Nachfolger im Gespräch

Update vom 28. Februar, 12.34 Uhr: Der FC Schalke 04 hat die Entlassung von Trainer Christian Gross offiziell bestätigt. Wie der Bundesligist am Sonntagmittag bekannt gab, trennt sich der Klub auch von Sportvorstand Jochen Schneider, der zu Saisonende sowieso bei den Königsblauen aufgehört hätte. Zudem wurden Co-Trainer Rainer Widmayer, Teammanager Sascha Riether und Athletiktrainer Werner Leuthard von den Gelsenkirchenern beurlaubt.

„Die sportliche Gesamtverantwortung trägt bis auf Weiteres Peter Knäbel. Mit Blick auf die Planungen für die neue Saison wird der Direktor Nachwuchs und Entwicklung wie bisher von U19-Chef-Trainer Norbert Elgert und Mike Büskens unterstützt. Die Koordination der Lizenzspielerabteilung übernimmt bis zum Ende der Saison Gerald Asamoah, Manager der U23. Die für Montag (1. März) angesetzte Trainingseinheit wird von den Athletik-Trainern geleitet“, hieß es in einem Statement.

Der 66-jährige Christian Gross hatte erst Ende Dezember 2020 als Schalke-Coach begonnen und musste nach gerade 63 Tagen im Amt seinen Hut nehmen. Dabei holte er in zehn Bundesligaspielen einen Punkteschnitt von nur 0,45 (ein Sieg, sieben Niederlagen, zwei Unentschieden). Im DFB-Pokal scheiterte Schalke unter Gross im Achtelfinale gegen den VfL Wolfsburg. Nach David Wagner, Manuel Baum und Interimstrainer Huub Stevens war Gross schon der vierte S04-Trainer in der laufenden Saison 2020/21.

Schalke 04: Trainer Gross gefeuert - auch Schneider und Riether müssen gehen

Update vom 28. Februar, 11.12 Uhr: Bundesliga-Schlusslicht Schalke 04 hat nach übereinstimmenden Medienberichten Trainer Christian Gross entlassen. Auch Sportvorstand Jochen Schneider sowie Teammanager Sascha Riether und Athletiktrainer Werner Leuthard wurden demnach beurlaubt.

Wie die Bild berichtete, sollen die Aufgaben des gefeuerten Quartetts intern aufgefangen werden. Peter Knäbel, Leiter des Nachwuchsbereiches bei Schalke 04, könnte provisorisch Schneiders Kompetenzbereich übernehmen. Als möglicher Interimstrainer ist Mike Büskens im Gespräch. Für Knäbel würde Ex-Schalke-Keeper Matthias Schober übergangsweise die Geschicke der „Knappenschmiede“, dem Nachwuchsleistungszentrum der Königsblauen, leiten.

Schalke 04: Trainer Gross offenbar gefeuert - auch Schneider muss gehen

Update vom 28. Februar, 9.35 Uhr: Beim Tabellenletzten der Bundesliga hält das Chaos an. Einen Tag nach der 1:5-Pleite beim VfB Stuttgart hat der Klub laut Informationen von Sky Trainer Christian Gross gefeuert. Und nicht nur das: Auch Sportvorstand Jochen Schneider, Teamkoordinator Sascha Riether und Athletiktrainer Werner Leuthard müssen demnach gehen.

Vor dem Spiel in Stuttgart waren Berichte über eine Spieler-Revolte gegen Gross bekannt geworden. Trotzdem ging man mit dem Schweizer in die Partie. Wer nun auf dem Trainerposten folgen soll, ist noch offen. Laut Sky könnte vorerst Peter Knäbel, Leiter des Nachwuchsbereichs, die Aufgaben von Schneider übernehmen.

Schalke 04: Spieler-Revolte gegen Trainer Gross? Bittere Pleite in Stuttgart

Update vom 27. Februar, 19.51 Uhr: Die Diskussion um die angebliche Revolte beim FC Schake war natürlich auch vor und nach des Spiels der Schalker am Samstagmittag großes Thema. Die Partie beim VfB Stuttgart endete mit einer heftige 1:5-Klatsche. „Es ist eine bittere Niederlage“, sagte Christian Gross anschließend bei Sky, nachdem er zunächst wortlos nach Abpfiff das Feld verlassen hatte.

Er fühle sich von seiner Mannschaft nicht alleine gelassen, erklärte der Schweizer anschließend. „Ich denke, dass, wenn Konflikte da sind, dass man sie selbstverständlich ansprechen muss, aber auf die richtige Art“, sagte Gross. Er könne das, was in den Medien steht, „nicht unbedingt nachvollziehen“.

Er habe Spieler nicht zur Rede gestellt, sagte Gross. „Ich habe nur grundsätzlich gesagt, wie ich das sehe, wenn sie ein Problem hätten mit mir, dass sie auf mich zukommen müssen und wir das dann gemeinsam anschauen und offen und direkt ansprechen.“ Einen Rücktritt schloss Gross auch nach dem Debakel erneut aus. „Nein, nein. Ich bin diese Mission angetreten. Für mich gibt es kein Aufgeben, nie“, betonte er am Samstagabend.

Schalke 04: Spieler-Revolte gegen Trainer Gross? Drei Winter-Zugänge fordern wohl seinen Rauswurf

Update vom 27. Februar, 13.20 Uhr: Auf Schalke kracht es an allen Ecken und Enden. Nach der Derby-Pleite sollen Spieler gegen Trainer Christian Gross aufbegehrt haben. Von einer „Revolution“ und „Revolte“ war die Rede, der Klub hat diese mittlerweile dementiert.

Jetzt sollen sogar die Rädelsführer ausgemacht worden sein. Laut Bild-Informationen haben Sead Kolasinac, Klaas-Jan Huntelaar und Skhodran Mustafi das Gespräch mit der sportlichen Führung um Sportvorstand Jochen Schneider und Team-Manager Sascha Riether gesucht. Das Trio forderte angeblich die Ablösung von Trainer Gross und machte direkt einen Alternativ-Vorschlag. Eurofighter Mike Büskens und U19-Trainer-Legende Norbert Elgert sollten übernehmen, doch die beiden lehnten ab.

Pikant: Die drei Stars wurden erst im Winter von Schneider neu verpflichtet und galten als große Hoffnungsträger im Abstiegskampf.

Schalke 04: Spieler-Revolte gegen Trainer Gross? Mehrere Profis fordern wohl seinen Rauswurf

Meldung vom 27. Februar: Gelsenkirchen - Sportlich steht der FC Schalke 04 mit dem Rücken zur Wand. Dem abgeschlagenen Tabellenletzten droht der erste Abstieg aus der Bundesliga seit 1988. Zudem drücken die Königsblauen Schulden in Millionenhöhe.

Als wäre das nicht schon schlimm genug kommen jetzt offenbar auch noch interne Querelen dazu. Laut übereinstimmender Medienberichte rebellieren die Schalke-Spieler gegen Cheftrainer Christian Gross. Demnach forderten sie sogar die sofortige Ablösung des Schweizer Coaches.

Schalke 04: Führungsspieler sollen Trainer-Rauswurf gefordert haben

Wie Sport1 berichtete, sollen sich einige Führungsspieler nach der 0:4-Packung im Revierderby gegen Borussia Dortmund bei Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider für die Ablösung von Gross stark gemacht haben. Laut kicker kritisierten die Spieler zudem die Trainingsinhalte des 66-jährigen Schweizers.

Zuvor kursierten bereits Berichte, Gross habe auch mehrfach einige seiner Spieler mit den falschen Namen angesprochen. Das Verhältnis des Trainers zu seinen Akteuren habe dies zusätzlich belastet. Dabei wäre Zusammenhalt bei Schalke ob der sportlich nahezu aussichtslosen Situation so dringend nötig.

Spieler-Revolte bei Schalke 04: Verein will erst nichts sagen - dementiert dann aber doch

Der Verein wollte wenige Stunden vor dem Bundesligaspiel beim VfB Stuttgart (Samstag, 15:30 Uhr) zu den Medienberichten keine Stellung beziehen. „Wir sagen zu solchen Spekulationen nichts“, ließ ein Schalke-Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur verlauten.

Wenig später tat Schalke-Kommunikationsdirektor Marc Siekmann gegenüber dem sid aber das genaue Gegenteil. „Wir dementieren die Berichterstattung. Dass es speziell nach der Derby-Niederlage Frust gab, ist doch völlig klar. Dass dazu auch offene Gespräche und eine Aufarbeitung der aktuellen Situation gehören - daraus machen wir gar keinen Hehl. So etwas wie eine ‚Revolte‘ oder ‚Revolution‘ hat es jedoch nicht gegeben“, erklärte Siekmann.

Video: „Größter Träumer“ - Neururer zweifelt an Schalker Klassenerhalt

Schalke 04: Erster Bundesliga-Abstieg seit über 30 Jahren droht

Schalke 04 kommt einfach nicht zur Ruhe. Vor dem Spiel gegen den VfB beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer satte neun Punkte. Ob die Gelsenkirchener, die in der laufenden Saison in bislang 22 Begegnungen nur einen einzigen Sieg feiern konnten, diesen noch aufholen können? Es erscheint mehr als unwahrscheinlich. In neun Spielen unter Gross holte man nur fünf Punkte (ein Sieg, zwei Remis, sechs Niederlagen).

Wenn der Klub allerdings weiterhin - auch in der Öffentlichkeit - so zerstritten erscheint, dürfte auch ein möglicher Neuanfang in der 2. Liga kein leichtes Unterfangen werden. Sportvorstand Jochen Schneider wird dann nicht mehr auf Schalke sein, er gab kürzlich seinen Abschied zum Saisonende bekannt. Auch Trainer Gross dürfte dann seinen Hut nehmen - wenn nicht schon deutlich früher. (kh)

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