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Schalke sucht Trainer: Viel spricht für Reis

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Matthias Kreutzer
Schalkes Interims-Trainer Matthias Kreutzer gestikuliert an der Seitenlinie. © Soeren Stache/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa

Schon bald soll der neue Schalke-Trainer feststehen. Ein ehemaliger Erfolgscoach des Clubs wird es nicht. Der als Favorit auf den Posten gehandelte Mann soll bereits früher über S04 nachgedacht haben.

Berlin/Gelsenkirchen - Mit Tabellenletzten kennt sich Thomas Reis aus. Der ehemalige Bochum-Coach wird als Top-Trainerkandidat beim Bundesliga-Schlusslicht FC Schalke 04 gehandelt und könnte in den kommenden Tagen zum Nachfolger des geschassten Frank Kramer werden.

Informationen von „Bild“ und Sport1 zufolge sollten am Montag die finalen Gespräche mit dem 49-Jährigen geführt werden. Der VfL Bochum hatte sich im September nach sechs Niederlagen zum Saisonstart von Reis getrennt - als 18. der Tabelle.

Reis hat bereits seine Qualitäten nachgewiesen

Bereits im Sommer soll Schalke Interesse an Reis gehabt, und der frühere Fußballprofi mit einem Wechsel geliebäugelt haben. Gerüchte darüber sorgten rund um den VfL zu Beginn der Saison für viel Aufregung und Diskussionen. Da Reis noch einen gültigen Vertrag besitzt, müsste sich Schalke nicht nur mit dem Coach, sondern auch mit dem Revier-Rivalen einigen.

Für den kernigen Reis spricht unter anderem, dass er das Ruhrgebiet kennt und schätzt. Bei den Schalker Fans und im Vereinsumfeld könnte er gut ankommen. Noch wichtiger ist allerdings: Reis hat in Bochum mit dem überraschend souveränen Klassenerhalt in der vergangenen Saison bereits gezeigt, dass er aus einem Kader mit auch finanziell bedingten Qualitätsnachteilen im Konkurrenzvergleich viel herausholen kann.

Sollte er nun Trainer von S04 werden, müsste er das auch dort schaffen. Die Gelsenkirchener wiesen ihre Bundesligatauglichkeit bislang nur sporadisch nach. Gemeinsam mit Bochum stellt Schalke die harmloseste Offensive der Liga. Zudem kassierten die Königsblauen, die bislang erst sechs Punkte in elf Partien holten, die zweitmeisten Gegentore im Oberhaus.

Ein wenig Hoffnung machte trotz der 1:2-Niederlage der Auftritt bei Hertha BSC. Spieler und Interimstrainer Matthias Kreutzer zeigten sich zumindest vorsichtig optimistisch, den ersten Schritt zur Trendwende geschafft zu haben. „Die Leistung war so, wie Schalke auftreten muss. Daran müssen wir anknüpfen, um uns das nächste Mal zu belohnen“, sagte Kreutzer.

Seine Mannschaft zeigte fünf Tage nach der 1:5-Pokalpleite bei der TSG 1899 Hoffenheim und der späteren Trennung von Kramer Leidenschaft und bot dem Gegner Paroli. Zudem erarbeitete sie sich immer wieder gute Torgelegenheiten. „Wir hatten genug Torchancen, um 2:2 oder 3:2 zu spielen“, sagte Mittelfeldspieler Mehmet Aydin. „Man muss auch die positiven Sachen sehen. Wir haben es besser gemacht als in den letzten Wochen.“

Stevens: „Die Fans werden alles dafür tun, zu helfen“

Prekär ist die Lage trotzdem. Der frühere Schalker Erfolgscoach Huub Stevens, der mit dem Club 1997 den UEFA-Pokal gewonnen hatte und auch schon zahlreiche Erfahrungen im Abstiegskampf sammelte, betonte beim Streamingdienst DAZN: „Wichtig ist, dass wir nicht in Panik verfallen. Wir wussten, in welche Situation wir geraten könnten.“

Obwohl die Aufgabe für den Kramer-Nachfolger sehr schwer wird, findet Stevens den Job attraktiv. „Es ist immer etwas Besonderes auf Schalke Trainer zu sein. Das macht auch Spaß, das gibt auch Vertrauen. Das musst du mitnehmen. Die Fans werden die Mannschaft nach vorne treiben. Die werden alles dafür tun, zu helfen.“ Laut Sportvorstand Peter Knäbel soll der neue Trainer in dieser Woche feststehen. „Die Prüfungsphase ist in den letzten Zügen, es wird nicht mehr lange dauern“, sagte der 56-Jährige am Sonntag.

Stevens stünde für ein erneutes Engagement nicht zur Verfügung. „Meine Zeit als Trainer ist vorbei. Ich genieße es, wie es jetzt ist“, sagte der 68-Jährige auf eine entsprechende scherzhafte Frage. dpa

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