23. Spieltag

Schalke geht in Mainz unter - Heidel hört im Sommer auf

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Der Mainzer Karim Onisiwo feiert seinen Treffer zum 1:0. Foto: Torsten Silz

Der FC Schalke 04 rutscht sportlich immer tiefer in die Krise und muss sich auf der Führungsebene neu aufstellen. Sportvorstand Heidel verlässt den Verein spätestens im Sommer.

Mainz (dpa) - Der Rückzug von Sportvorstand Christian Heidel drängte den blamablen Auftritt des deutschen Vizemeisters Schalke 04 beim 0:3 (0:1) gegen den FSV Mainz 05 erst einmal in den Hintergrund.

Während die Spieler nur schnell weg wollten, erläuterte der Schalker Sportvorstand in den Stadion-Katakomben ausführlich die Gründe für seinen Rücktritt spätestens am Saisonende. "Ich glaube, dass ich die Verantwortung tragen muss für die sportliche Situation und auch ein Zeichen setzen muss. Ich habe immer aus einer Position der Stärke heraus gearbeitet. Die habe ich derzeit nicht", sagte Heidel.

Seit fünf Spielen ist der Champions-League-Teilnehmer in der Fußball-Bundesliga ohne Sieg, der Abstand zum Abstiegsrelegationsplatz beträgt nur noch fünf Zähler. "Ich hatte nicht die Hoffnung, dass wir auf Schalke in den nächsten Wochen in Ruhe arbeiten können, wenn ich da bin", erklärte Heidel.

Die Mainzer Tore von Karim Onisiwo in der 18. und 84. Minute sowie Joker Jean-Philippe Mateta (73.) nur neun Minuten nach seiner Einwechslung taten Heidel an seiner alten Wirkungsstätte vor 26.005 Zuschauern besonders weh. Für den 55-Jährigen war es im sechsten und letzten Duell mit seinem Herzensvereins die erste Niederlage.

Mit seiner Entscheidung hatte die Pleite nichts zu tun. "Ich habe in meinem Leben immer konsequent gehandelt. Deshalb habe ich schon am vergangenen Montag Aufsichtsratschef Clemens Tönnies über meinen festen Entschluss informiert", teilte Heidel mit. Am Freitag wurde dann auch Trainer Domenico Tedesco eingeweiht. "Für mich ist das sehr traurig, weil er ein super Mensch ist. Er hat mich als unbekannten Zweitligatrainer hierher geholt, wir haben sehr vertrauensvoll zusammengearbeitet", sagte Tedesco.

Bis ein Nachfolger gefunden ist, wird Heidel noch "mit Rat und Tat zur Verfügung" stehen, allerdings nicht mehr in der ersten Reihe agieren. Ein heißer Kandidat ist der frühere Leverkusener Sportdirektor Jonas Boldt.

Eine weitere Großbaustelle tut sich im sportlichen Bereich auf, denn Schalke enttäuschte in Mainz auf ganzer Linie. Dabei hatte Tedesco nach dem 2:3 in der Champions League gegen Manchester City seine Startelf gleich auf vier Positionen verändert. Torwart Alexander Nübel löste nach verbüßter Rot-Sperre wieder Ralf Fährmann zwischen den Pfosten ab, zudem durften Sebastian Rudy, Omar Mascarell und Steven Skrzybski von Beginn an ran. Belebend wirkte sich das nicht aus.

Die Hausherren verdienten sich mit Kampfgeist und Laufbereitschaft die Führung, die Anthony Ujah (25.) und Jean-Paul Boetius (27.) hätten ausbauen können. Kurz vor der Pause kam dann Schalke doch einmal gefährlich vor das Mainzer Tor, doch FSV-Keeper Florian Müller verteilte bei einem Kopfball von Matija Nastasic mit einem Reflex den Ausgleich.

23 Minuten vor Schluss versammelte Tedesco seine Schützlinge in einer kurzen Behandlungspause eines Mainzer Spielers noch einmal an der Seitenlinie und schwor sie für eine Schlussoffensive ein. Doch dem Vizemeister fiel weiter nichts ein. Keine Ideen, wenig Bewegung und zahlreiche Fehlpässe - so war die kompakte FSV-Abwehr nicht zu knacken. Stattdessen lud Schalke die Hausherren förmlich zum Toreschießen ein, was diese gerne annahmen. "Das müssen wir erst einmal sacken lassen. Das war heute in allen Bereichen zu wenig", kritisierte Tedesco.

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