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Schick trifft, doch Bayer verspielt schon wieder Vorsprung

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Bayer Leverkusen - TSG 1899 Hoffenheim
Leverkusens Karim Bellarabi (l) und Hoffenheims David Raum versuchen im Laufduell an den Ball zu kommen. © Marius Becker/dpa

So hatten sich das die Leverkusener nicht vorgestellt. Patrik Schick trifft und trifft - doch wieder reicht es nicht zum Sieg. Hoffenheim dagegen jubelt.

Leverkusen - Als die Profis von Bayer Leverkusen zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen einen 2:0-Führung verspielt hatten, gab es beim Gang in die Kurve einige Pfiffe für sie.

Im Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga kam die Werkself trotz des nächsten Doppelpacks seiner Tormaschine Patrik Schick nur zu einem 2:2 (1:0) gegen 1899 Hoffenheim und hat das Überwintern auf einem Champions-League-Platz noch nicht sicher. Der tschechische EM-Star hatte Bayer mit seinen Treffern sieben und acht in den letzten drei Spielen scheinbar sicher in Führung gebracht (37./63.). Die Joker Angelo Stiller (80.) und Munas Dabbur (83.) glichen aber für die Gäste aus. In der Nachspielzeit wurde Leverkusens Moussa Diaby nach einem Frustfoul vom Platz gestellt.

Schick spricht von „Mentalitätsproblem“

„Ich weiß nicht, was passiert ist. Es war wie gegen Frankfurt“, sagte Schick bei Sky und sprach von einem Mentalitätsproblem. „Wir dürfen das letzte Heimspiel des Jahres nicht so verspielen! Mentalität ist ein Scheißwort, aber wir sind da einfach zu brav“, sagte Lukas Hradecky. Der Bayer-Torhüter wusste nicht, woran es lag, vermutete aber: „Wir führen und machen es wieder lässig.“ Ein Erklärung gab Hoffenheims Torschütze Stiller: „Wir wussten, dass sie defensiv eher mal einen Schritt weniger machen. Das wollten wir ausnutzen und das ist uns gut gelungen.“

Hoffenheim sitzt Bayer somit weiter mit einem Punkt Rückstand im Nacken. Leverkusen hatte schon Ende Oktober in Köln (2:2) und am Sonntag in Frankfurt (2:5) 2:0-Führungen aus der Hand gegeben. „

Schick kommt nun aber auf 16 Saisontreffer bei nur 13 Einsätzen. Dies ist Rekord in der inzwischen 43-jährigen Leverkusener Bundesliga-Geschichte. Nur Bayern-Star Robert Lewandowski hat zwei Treffern mehr erzielt, doch Schick scheint auf dem Weg zur fünften Torjäger-Kanone in Folge eine echte Gefahr.

Talent Wirtz schreibt Geschichte

Leverkusens Jung-Nationalspieler Florian Wirtz schrieb mit seinem Startelf-Einsatz ein kleines Stück Bundesliga-Geschichte: Er löste mit 18 Jahren und 226 Tagen den Dortmunder Giovanni Reyna als jüngsten Spieler mit 50 Bundesliga-Einsätzen ab. Und wie es zu dieser Geschichte passt, durfte er nach weniger als fünf Minuten schon jubeln - allerdings für maximal zwei Sekunden. Schiedsrichter Tobias Stieler hatte den im Abseits stehenden Offensivspieler nur deshalb einschießen lassen, damit die Szene per Video überprüft werden konnte, pfiff ihn dann aber umgehend zurück.

Ein frühes Tor hätte das Spiel sicher belebt. So wurde das Duell der beiden als offensivstark bekannten Teams durchaus ein munteres, aber zunächst eines ohne die erhofft vielen Torraumszenen. Stattdessen beharkten sich beide ordentlich im Mittelfeld, Schiedsrichter Stieler hatte einige Mühe, die Hektik im Griff zu halten.

Dann drehten beide auf - aber hatten beide Pech. Leverkusens Linksverteidiger Piero Hincapie traf nach einem Freistoß per Direktabnahme aus zehn Metern den Innenpfosten (28.), Hoffenheims Chris Richards nach einer Ecke die Latte (35.). Zwei Minuten später ging Bayer dann doch verdient in Führung, als Schick eine Flanke von Moussa Diaby volley verwertete. Hoffenheims Keeper Oliver Baumann hatte bei seiner Rettungsaktion Pech, kurz darauf verhinderte er mit gleich zwei starken Paraden gegen Schick und Wirtz das 0:2 (41.).

Nach der Pause verstärkten die bisher eher biederen Gäste den Druck, doch erst am Ende wurden sie belohnt. Schick, der eine Flanke von Hincapie einköpfte, schien zunächst alles klar gemacht zu haben. Auf der Gegenseite köpfte Kramaric ähnlich gut - traf aber nur den Pfosten (66.). Doch dann kam Stiller, dem der glücklich Anschlusstreffer gelang, Dabbur rettete mit der Hacke dann den Punkt für die Gäste. In der hitzigen Nachspielzeit sah Moussa Diaby dann noch Gelb-Rot. dpa

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