Nach Nominierung des EM-Kaders

Schweinsteiger geht mit Löw hart ins Gericht: „Weg ist gescheitert“

Joachim Löw und Bastian Schweinsteiger stehen nebeneinander und blicken auf das Spielfeld.
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Unter Löw spielte Schweinsteiger elf Jahre lang für die Nationalmannschaft.

Bei der EM setzt Bundestrainer Löw wieder auf Thomas Müller und Mats Hummels. Ein Ex-DFB-Star erklärt Jogis Umbruch-Pläne deshalb vorerst für gescheitert.

München - Seit der Kader-Bekanntgabe am Mittwoch ist klar: Jogi Löw baut bei der anstehenden Europameisterschaft auf zwei bereits aussortierte Weltmeister. Thomas Müller (31) vom FC Bayern und Dortmunds Mats Hummels (32) sollen mit ihrer Erfahrung die junge DFB-Truppe wieder zum Erfolg führen.

Die meisten Fans sind von der Rückkehr der Routiniers begeistert, die Reaktionen im Netz fallen entsprechend positiv aus. Ein ehemaliger Weltmeister sieht in dieser Entscheidung von Löw aber vor allem ein Eingeständnis dafür, dass die Ausbootung dieser verdienten Spieler und der radikale Umbruch nicht funktioniert wie gewünscht funktioniert haben.

Schweinsteiger: Löws Weg nach WM 2018 „ist gescheitert“

„Den Weg, den man eingeschlagen hat, nach der WM 2018, muss man sagen, der ist gescheitert“, fand Bastian Schweinsteiger in seiner ARD-Analyse deutliche Worte. Dafür gibt der deutsche Ex-Kapitän aber nicht nur Löw die Schuld: „Viele Spieler haben auch nicht ihre Chancen genutzt, die sie bekommen haben in der Nationalmannschaft.“ Konkrete Namen nannte er dabei aber nicht.

Durch permanentes Rotieren und ausbaufähige Ergebnisse wirkte die Mannschaft in der Umbruchphase stark verunsichert. Umso wichtiger sei es nun, dass mit Hummels und Müller Spieler auf dem Platz stehen, „die Erfahrung und Qualität mitbringen und die auch mit ihren Mitspielern sprechen können“, so Schweinsteiger weiter. Löw entscheide sich mit der Nominierung der Verstoßenen „ganz klar nur für den Erfolg“.

EM 2021: Hoffnung auf Platz drei in der Todesgruppe

Trotz der zuletzt oftmals enttäuschenden Auftritte traut der ARD-Experte dem DFB-Team zu, nach dem blamablen Vorrunden-Aus 2018 in Russland bei der EM wieder zu seiner gewohnt starken Form bei großen Turnieren zu finden. Profitieren könne man unter anderem davon, meinte der 36-Jährige, dass auch die besten Gruppendritten in die K.o.-Runde einziehen.

Platz drei ist in der Todesgruppe mit Weltmeister Frankreich, Europameister Portugal und Außenseiter Ungarn die Mindestanforderung an die Mannschaft. Hummels und Müller sieht Schweinsteiger dabei in einer besonderen Verantwortung:  „Also beide werden eine tragende Rolle spielen. Ich denke nicht, dass beide Spieler sein werden, die auf der Bank sitzen werden“, erklärte er.

Volland und Günter bei EM dabei: Schweinsteiger kann sich Startelfeinsätze vorstellen

Einen Stammplatz traut Schweinsteiger auch den etwas überraschend nominierten Christian Günter (SC Freiburg) und Kevin Volland (AS Monaco) zu. Günter habe „einen starken linken Fuß und die nötige Dynamik“, sagte Schweinsteiger. „Er hat Chancen auf die erste Elf.“ Ähnlich positiv äußerte er sich über Ex-1860-Stürmer Volland: „Ich finde die Entwicklung, die er in Frankreich nimmt, sehr gut. Er ist ein Spieler, der Tore schießen kann - und die braucht man immer.“ (jn)

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