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Premier-League-Enthüllung: Zwei schwule Teamkollegen sollen Paar sein - und viele im Klub es wissen

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Von: Stefan Schmid

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Nur wenige Tage nach den schwulenfeindlichen Aussagen des katarischen Botschafters wird bekannt, dass zwei Spieler in der Premier League ein Paar sein sollen.

London - Im Rahmen der ZDF-Dokumentation „Geheimsache Katar“ sorgte eine schwulenfeindliche Aussage des katarischen WM-Botschafters Khalid Salman für Schlagzeilen. Nun wird enthüllt, dass angeblich zwei Spieler aus der Premier League, die gemeinsam in einem Team spielen, eine Beziehung führen sollen. Obwohl beide innerhalb ihrer Mannschaft offen damit umgehen sollen, schrecken demnach beide doch vor einem Coming-out zurück.

Beziehung innerhalb der Mannschaft kein Geheimnis

Die Information, dass zwei Premier-League-Spieler eine Beziehung führen sollen, wurde von der britischen Zeitung The Sun veröffentlicht, die sich auf einen Informanten bezieht. Dieser erzählt von der positiven Reaktion innerhalb des Vereins auf die intern offen ausgelebte Beziehung. „Sie sahen keine Notwendigkeit, sich vor ihren Mitspielern zu verstecken – und warum sollten sie auch? Niemand hat sich auch nur im Entferntesten daran gestört, und sie hatten die Rückendeckung des Managers und der Verantwortlichen im Verein.“ Um welchen Verein oder welche Spieler es sich handelt, ist jedoch nicht bekannt.

Fans von Newcastle United zeigen sich solidarisch mit der LGBTQI-Szene.
Fans von Newcastle United zeigen sich solidarisch mit der LGBTQI-Szene. © IMAGO/Mark Cosgrove/News Images

Zudem ist nicht klar, ob das britische Boulevard-Blatt Kenntnis über die Spieler oder deren Verein hat und beides aufgrund des Schutzes der Beteiligten nicht nennt. Allerdings gehen Äußerungen in den vergangenen Wochen in die ähnliche Richtung. So berichtete England-Legende Gary Lineker vor etwa einem Monat, dass er mehrere schwule Spieler kenne, die kurz vor einem öffentlichen Outing standen. Außerdem soll in einer gerade in der Produktion befindlichen Dokumentation ein Premier-League-Star offen über seine Homosexualität sprechen.

Kein öffentliches Outing – Sprechverbot für Mitspieler

Obwohl es innerhalb des eigenen Teams kein Problem mit der Beziehung der beiden Spieler geben soll, wollen beide nicht an die Öffentlichkeit gehen. Die Gründe dafür sollen weniger in möglichen negativen Reaktionen liegen, sondern in der generellen Ablenkung, die durch den Schritt an die Öffentlichkeit unvermeidbar ist. „Sie haben beschlossen, sich nicht öffentlich zu outen – obwohl sich beide nicht schämen und es in der Zukunft passieren könnte. Während der Saison wollten sie sich auf den Fußball konzentrieren. Das Outing wäre zwar ein positives Statement, könnte aber von ihren Leistungen auf dem Spielfeld ablenken“, so der Informant.

Dadurch, dass der Kreis der Wissenden auf den Verein beschränkt zu sein scheint, haben die Verantwortlichen die Mitspieler der beiden dazu angehalten, nicht darüber zu sprechen. „Auch ihre Mannschaftskameraden wurden angewiesen, nichts öffentlich zu sagen, um ihre Privatsphäre zu schützen.“ Ein solches Sprechverbot ist sicherlich im Sinne des Vereins, der weiterhin den sportlichen Erfolg im Fokus hat, ob dieses noch lange Bestand haben wird, wird die Zukunft zeigen. So denn überhaupt etwas an den Informationen dran ist.

Katars WM-Botschafter bezeichnet Schwulsein als „geistigen Schaden“ - Reaktionen folgen auf den Fuß

Eine besonders Brisanz gewinnt die Veröffentlichung der Sun durch die kürzliche getätigten Äußerung des katarischen WM-Botschafters. Während sein Land im Vorfeld der Fußball-WM weiter darum bemüht ist, ein möglichst weltoffenes Bild von Katar zu zeichnen, teilte Khalid Salman im ZDF-Interview seine ungeschönte Meinung mit. Homosexuelle hätten einen „geistigen Schaden“, so Salman, dessen Argument war, dass sein Sohn alleine durch die Beobachtung von Zärtlichkeiten zwischen zwei Männern schwul werden könnte.

WM-Botschafter Khalid Salman im Gespräch mit ZDF-Reporter Jochen Breyer.
WM-Botschafter Khalid Salman im Gespräch mit ZDF-Reporter Jochen Breyer. © Screen

Die menschenfeindlichen Aussagen von Salman stießen dabei nicht nur auf großflächige Verurteilung, sondern veranlassten auch Sky-Moderator Thomas Fleischmann zu einem bemerkenswerten Statement. Bezugnehmend auf die Äußerungen des Kataris begann er seine Moderation mit den Worten „Laut Katars WM-Botschafter habe ich einen geistigen Schaden. Ich versuche trotzdem, irgendwie unfallfrei durch die nächsten Minuten zu kommen.“ (sch)

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