Keine Eile mit der Meisterschaft

Shaqiri: "Dann halt nächste Woche"

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Auch Xherdan Shaqiri traf für Bayern

München - Der FC Bayern hat keine Eile mit der Meisterfeier - es gab ja immerhin einen 9:2-Sieg zu bejubeln. Dieser ließ andere bemerkenswerte Ereignisse in der Bundesliga fast in den Hintergrund treten.

Es war eine rauschende Ballnacht, nach der sich die Konkurrenz vor Jupp Heynckes und seinen Bayern tief verneigt. Dem 9:2 gegen den hilflosen Hamburger SV fehlte nur die Krönung: Noch-Meister Borussia Dortmund verhinderte mit dem 2:1 in Stuttgart den Titelgewinn der Münchner im Eiltempo. „Dann aber halt nächste Woche in Frankfurt“, versprach Bayern-Profi Xherdan Shaqiri.

Nach dem vierthöchsten Sieg in Bayerns Erstliga-Historie, zu dem Claudio Pizarro vier Tore besteuerte, dem zehnten Dreier im zehnten Rückrundenspiel und erstmals neun Münchner Treffern in der Allianz-Arena brauchen Heynckes und Co. nur noch zwei Pünktchen aus sieben Begegnungen, um dem scheidenden Coach die Schale zu schenken.

Andere bemerkenswerte Ereignisse in der Fußball-Bundesliga gingen fast unter. Adam Szalais Coup beispielsweise: Gerade einmal 12,6 Sekunden brauchte der ungarische Stürmer beim Mainzer 1:1 gegen Bremen für das schnellste Saisontor. Oder Raffaels Premierentreffer für Schalke beim 3:0 gegen Hoffenheim. Oder der doppelte Doppelpack der Leverkusener Stefan Kießling und André Schürrle beim 4:1 als Gast der immer stärker gefährdeten Fortuna in Düsseldorf, mit dem die Bayer-Elf wieder klaren Kurs auf die Champions League nahm - alles nahezu Randnotizen angesichts der furiosen Münchner Gala.

Die Bayern-Fans unter den 71 000 gerieten fast in Ekstase, Heynckes blieb cool. „Die Meisterschaft ist uns wohl nicht mehr zu nehmen“, konstatierte er. Und: „Wir haben teilweise Fußball wie aus dem Lehrbuch gespielt.“ Juventus Turin wird mit höchstem Respekt zum Viertelfinal-Hinspiel der Champions League am Dienstag antreten. „Wir haben noch einiges vor“, kündigte Heynckes an.

Die Hamburger wollten sich am liebsten ganz klein machen. Kapitän Heiko Westermann schämte sich ohne Ende. Es sei „einer der schwärzesten Tage in der HSV-Geschichte“. So wird es wohl nichts mit der Europa League, um die weiter im Schneckentempo gekämpft wird. Mainz trotz des 1:1 gegen Werder und Freiburg nach dem 2:0 durch zwei Treffer von Max Kruse gegen seinen wahrscheinlichen nächsten Arbeitgeber Mönchengladbach haben nicht nur mehr Punkte als der HSV, sondern aktuell auch die bessere Tordifferenz.

Dieses Geplänkel wird Jürgen Klopp nicht sonderlich anfechten. Die Champions-League-Reise zum FC Málaga (Mittwoch) ist ein viel größeres Problem für den BVB, hinter den Bayern zweitbestes Rückrundenteam. Denn in Klopps Geburtsstadt ging der VfB, der beim 1:2 die siebte Heimniederlage erlebte, überaus ruppig zu Werke. „Ich hatte irgendwann Angst, dass noch mehr passiert“, bekannte Klopp. Am schlimmsten traf es Marcel Schmelzer, der blutüberströmt ausgewechselt werden musste. Martin Harnik hatte den BVB-Mann unglücklich am Kopf getroffen und ihm dabei die Nase gebrochen. Klopp: „Sie stand in alle Himmelsrichtungen.“

"Auf der Titanic waren alle gesund": Die Sport-Sprüche des Jahres

„Uli, ich wünsch dir, bleib gesund. Gesundheit ist das Wichtigste im Leben. Na fast: Die auf der Titanic waren alle gesund - aber sie hatten kein Glück.“ (Franz Beckenbauer am 13.1. zu seinem Präsidenten-Nachfolger Uli Hoeneß bei der Gala zu dessen 60. Geburtstag) © dpa
Es gab drei Leute im Stadion, die es nicht gesehen haben. Und die, die am Bierstand waren.“ (Werder Bremens Geschäftsführer Klaus Allofs am 21. Januar nach dem 0:0 beim 1. FC Kaiserslautern über den nicht geahndeten Tritt von FCK-Stürmer Dorge Kouemaha an den Kopf von Sebastian Prödl) © dpa
Mainz ist sehr gut organisiert. Wir haben ja nicht gegen den FC Hönnetepöpp gespielt.“ (Schalkes Trainer Huub Stevens am 4. Februar nach dem 1:1 gegen Mainz 05) © dpa
„Da können drei Otto Rehhagel auf der Bank sitzen und José Mourinho noch dazu - wenn wir so weiterspielen, dann kann uns keiner helfen.“ (Hertha-Kapitän André Mijatovic am 25. Februar nach dem 0:3 in Augsburg) © dpa
„In Euro.“ (Schalkes Manager Horst Heldt am 1. März auf die Frage, ob er das Vertragsangebot für Raúl in Deutsch, Englisch oder Spanisch verfasst habe.) © dpa
„Wie das auch im echten Leben ist, gibt es noch ein paar Gurken, die auf der Strecke rumfahren.“ (Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel über die Kollision mit HRT-Pilot Narain Karthikeyan beim Großen Preis von Malaysia am 25. März) © dpa
„Das wär' nicht schlecht. Haben Sie einen?“ (Hoffenheims Trainer Markus Babbel am 21. April auf die Frage eines Journalisten, ob Hoffenheim nicht einen braucht, der die Tore macht) © dpa
„Halb Angst... Ich habe 1943 in einem Keller im Ruhrgebiet gesessen, als uns die Amerikaner bombardiert haben.“ (Hertha-Trainer Otto Rehhagel am 25. Mai auf die Frage, ob er bei den Ausschreitungen in der Schlussphase des Relegationsspiels in Düsseldorf Angst gehabt habe) © dpa
„Mir blieb nichts anderes übrig, als den Ball reinzuschießen. Ich hätte 80 Meter wieder zurücklaufen müssen.“ (Deutschland Matchwinner Lars Bender am 18. Juni in Danzig zu seinem EM-Siegtor gegen Dänemark) © dpa
„Ich kannte seinen Namen nicht. Ich habe Chirac zu ihm gesagt.“ (Der Führende der Tour-de-France Bradley Wiggins am 20. Juli nach der Siegerehrung, die Frankreichs Staatspräsident François Hollande als Ehrengast vornahm) © dpa
„Ich muss jetzt ganz schnell betäubende Mittel in mich reinschütten.“ (Hockey-Nationalspieler Philipp Zeller nach dem Gewinn der olympischen Goldmedaille) © dapd
„Ich habe Klaas-Jan Huntelaar meinen Vertrag vorgelegt, und ich nehme seinen. Da hat er aber doof geguckt.“ (Schalkes Sportvorstand Horst Heldt am 17. August zu den Vertragsverhandlungen mit dem Bundesliga-Torschützenkönig.) © dpa
„Ich habe eigentlich gesagt, dass ich Samuel Eto'o haben will. Jetzt ist es Edu geworden. Da gab es wohl eine Verwechslung.“ (Fürths Trainer Mike Büskens am 31. August zur Verpflichtung des Schalkers Edu) © dpa
„Deutsche Ärzte haben mir so viel Blut gegeben, dass ich eigentlich einen deutschen Pass bekommen sollte.“ (Der frühere Formel-1-Fahrer Alessandro Zanardi aus Italien, der 2001 auf dem Lausitzring beide Beine verlor und bei den Paralympics in London die Goldmedaille im Zeitfahren gewann, am 5. September) © dpa
„Wer weiß, vielleicht ist es diesmal ja für immer.“ (Michael Schumacher im Scherz bei seiner Formel-1-Rücktrittserklärung am 4. Oktober in Suzuka) © dpa
„Lance Armstrong ist wie der Weihnachtsmann: Wenn man größer ist, merkt man, dass es den Weihnachtsmann gar nicht gibt.“ (Radprofi Bradley Wiggins bei der Tour-Präsentation am 23. Oktober in Paris über den wegen jahrelangen Dopings verurteilten Amerikaner) © dpa
„Die Aussagen des holländischen Nationaltrainers sind so relevant, wie wenn in Peking ein Fahrrad umkippen würde.“ (Bayern-Trainer Jupp Heynckes am 2. November zur Kritik von Louis van Gaal, der Vereinspräsident Uli Hoeneß attackiert hatte) © dpa
„Schnee-Weiß Bethlehem.“ (Bayern-Trainer Jupp Heynckes am 4.12. auf die Frage, ob er einen Wunschgegner für das Champions-League-Achtelfinale habe) © dpa
„Ein Mann, der nicht nur Trainer, Manager und Sportdirektor sein möchte, sondern möglichst auch noch Herausgeber der Vereinszeitung.“ (Bayern-Präsident Uli Hoeneß am 9. November über den beim VfL Wolfsburg entlassenen Trainer Felix Magath) © dpa
„Dass Theo Zwanziger kein guter Präsident ist, wusste ich schon lange. Dieses Buch wird ihn nach seinem mehr als peinlichen Rücktritt endgültig in die Isolation treiben.“ (Bayern-Präsident Uli Hoeneß am 11. November zur Autobiografie von Theo Zwanziger, in der auch er vom ehemaligen DFB-Präsidenten scharf kritisiert wird) © dpa
„Ich bin nicht Gott, sondern nur ein Trainer mit Laufschuhen an.“ (Schalkes Trainer Huub Stevens am 20. November auf die Frage, ob Torjäger Klaas-Jan Huntelaar im folgenden Champions-League-Spiel gegen Olympiakos Piräus wieder treffen werde.) © dpa
„Bei Chelsea ist eine Trainerentlassung nur wie jeder andere Tag im Büro.“ (Chelseas Ex-Trainer André Villas-Boas, heute in Diensten von Tottenham Hotspur, am 22. November über die Entlassung seines Nachfolgers Roberto Di Matteo.) © dpa
„Ich kenn' Pokalendspiele oder Champions-League-Endspiele oder Uefa-Cup-Endspiele. Das sind Spiele, da geht es um alles oder nichts. So viel ich weiß, gibt es für uns aber nach Bremen noch Spiele.“ (Hoffenheims Bundesliga-Trainer Markus Babbel am 30.11. auf die Frage, ob die Partie gegen Werder Bremen ein Endspiel für ihn ist. Nach der anschließenden Niederlage trennte sich der Club von ihm) © dpa
„Hätte er den auch rein gemacht, hieße er jetzt Julian Heber.“ (Trainer Jürgen Klopp am 5.12. über den gescheiterten Versuch des Dortmunder Angreifers Julian Schieber, den Torhüter von Manchester City kurz nach dem Treffer zum 1:0 mit einem Heber zu überlisten) © dpa
„Wir haben versucht, mit der Polizei zu sprechen, damit sie Messi festnimmt.“ (Carlos Gonzalez, Präsident des spanischen Fußball-Zweitligisten Real Club Deportivo Córdoba am 11.12. vor dem Pokalspiel gegen den FC Barcelona mit Weltfußballer Lionel Messi, Foto) © dpa

In Hoffenheim geht es Richtung Abstieg, in Augsburg weiter Richtung Relegation. Die Rückkehr von 1899-Trainer Marco Kurz und Manager Andreas Müller nach Gelsenkirchen endete mit der 0:3-Pleite „auf Schalke“, wo sich Chefcoach Jens Keller von der geplanten Interims- zur Dauerlösung entwickelt. Hoffenheims Angreifer Kevin Volland wusste: „Auf uns kommen jetzt nur noch Endspiele zu.“ Müller gewann dem 27. Spieltag wenigstens einen positiven Aspekt ab: „Wir sind noch am Leben, weil Augsburg verloren hat.“ Das 0:2 des FCA gegen Hannover belässt es bei der Vier-Zähler-Differenz zwischen Augsburg auf Rang 16 und Hoffenheim auf Platz 17.

dpa

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