So sieht Magath die Länderspielpause

"Hart aber Felix": Jogi soll an Götze festhalten

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Felix Magath schreibt für die tz.

München - Felix Magath nimmt als tz-Kolumnist die Bundesliga unter die Lupe. Hier schreibt er über die Erkenntnisse des zweiten Spieltags.

Für die tz analysiert unser Kolumnist Felix Magath (62) immer montags die Lage in der Liga. Wer kann mit den Bayern mithalten? Was sind für Trends und Entwicklungen zu erkennen?

Unter dem Motto Hart aber Felix betrachtet der ­Meistertrainer die Liga durch seine Brille und zeigt auf, ­welche Teams in Schwierigkeiten kommen und wer auf ­Erfolgsserien hoffen kann.

Jogi Löw sollte an Götze festhalten

Erst zwei Bundesliga-Spieltage sind absolviert – schon steht nach dem kommenden Wochenende eine Länderspiel-Pause an. Ein seit jeher unglücklich früher Termin im internationalen Kalender – vor allem für die Klubs. Wie dem auch sei wird Joachim Löw am Freitag sein Aufgebot für die EM-Quali-Spiele gegen Polen und Schottland nominieren.

Klar ist die Lage im Tor. Manuel Neuer ist die unumstrittene Nummer eins. Dahinter werden jedoch Keeper benötigt, die im Notfall sofort funktionieren. Das können nur Bernd Leno und Marc-Andre ter Stegen sein – beide sind jung und sammeln in der Champions League Erfahrung.

Die deutsche Problemzone ist die Abwehr. Außer Mats Hummels und Jerome Boateng ist für mich kein Defensivspieler gesetzt. Das Experiment mit Sebastian Rudy als Rechtsverteidiger ist in meinen Augen gescheitert. Hinten rechts muss ein Spieler hin, der auf die Position passt – perspektivisch hoffe ich weiterhin auf Erik Durm, wenn er wieder fit ist. Marcel Schmelzer könnte für die linke Seite wieder eine Alternative werden, er zeigt einen klaren Aufwärtstrend. Ein interessanter Name: Nico Schulz, gerade erst aus Berlin nach Mönchengladbach gewechselt, was wichtig für ihn war. Auch Emre Can sollte nominiert werden. Er spielt in Liverpool eine dominante Rolle. Im Mittelfeld gibt es viele Optionen.

Bisher hat Löw oft an verdienten Spielern trotz Formschwankungen festgehalten. Beispiel Offensive; Beispiel: Lukas Podolski. Im Hinblick auf die WM 2018 – will man dort den Titel tatsächlich verteidigen – muss es aber Veränderungen in der Nationalmannschaft geben!

Bei einem Mario Götze, der momentan durchhängt, sehe ich aber unbestrittene Qualitäten. Sie sind in der aktuellen Situation begründet – an ihm sollte Löw festhalten! Ich würde mich freuen, wenn zudem die jungen Stuttgarter Daniel Ginczek und Daniel Didavi in der Offensive mehr ins Blickfeld rücken würden.

Vor der Sommerpause hatte Joachim Löw einen Umbruch angekündigt, zunächst aber mit Rücksicht auf die U21-EM auf jüngere Spieler verzichtet. Weltmeister-Bonus hin oder her, es braucht jetzt neue Leute. Spieler brauchen Zeit, um sich im Nationalteam zu entwickeln und die Ideen des Bundestrainers zu verstehen. Eine EM-Qualifikation sollte keinen Vorwand für ein Festhalten an bewährten Kräften darstellen. Die WM 2018 ist das eigentliche Ziel.

Felix Magath

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