Sitzstreik und "Allofs raus"-Rufe nach Bremer Blamage

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Klaus Allofs

Heidenheim - Nach der Pokalpleite von Werder Bremen beim 1. FC Heidenheim blockierten 70 Bremer Anhänger etwa 15 Minuten lang mit einem Sitzstreik den Mannschaftsbus ihres Teams

Sie skandierten lautstark: “Allofs raus“. Viel schlimmer als mit diesr 1:2 (1:0)-Pokalschlappe hätte der Pflichtspielauftakt für die Bremer kaum verlaufen können.

Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs sprach von einem “materiellen und einem Imageschaden“, den man durch die Niederlage erlitten habe. Letzteres dürfte weit schwerer wiegen. “Wir wollten besser in die Saison starten, das tut uns heute weh. Das wäre gut für das Selbstvertrauen gewesen“, sagte Trainer Thomas Schaaf und ergänzte: “Es wird so weitergehen, dass wir morgen früh trainieren wie immer. Wir wollen versuchen, die Dinge besser anzugehen. Wir haben noch die gesamte Saison vor uns.“

Zwtl: Rosenberg sorgt für Werder-Führung

Der Drittligist 1. FC Heidenheim benötigte dabei gerade einmal zwei Minuten, um den sechsmaligen Pokalsieger zu entzaubern. Vor 10.000 Zuschauern in der Heidenheimer Voith-Arena wurde die Mannschaft von Schaaf in einem packenden Pokal-Fight für einen verschossenen Elfmeter bestraft und verlor die Begegnung trotz Führung. Die Treffer von Christian Sauter (57.) und Marc Schnatterer (58.) führten Heidenheim bei seiner fünften Teilnahme im Pokal zum ersten Mal in die zweite Runde, nachdem Rückkehrer Markus Rosenberg (33.) Bremen zunächst in Führung gebracht hatte.

“Es macht keinen Sinn durchzudrehen“

“Es macht keinen Sinn durchzudrehen, aber eine riesen Enttäuschung ist es schon“, sagte Allofs und fügte an: “Wir müssen uns noch entscheidend verbessern, um in der Saison besser abzuschneiden als im letzten Jahr.“

Ganz anders war selbstverständlich die Stimmungslage bei den Gastgebern: “Ich habe den Spielern gesagt: laufen, laufen, laufen, laufen“, beschrieb Heidenheims Trainer Frank Schmidt seine vorgegebene Marschroute. Und laufen sollten seine Schützlinge.

Bremen ohne Mehmet Ekici

Schaaf, der in der Anfangsformation zunächst auf seinen neuen Spielmacher Mehmet Ekici verzichten musste, übertrug das vakante Amt des Kapitäns zumindest vorübergehend Nationalspieler Clemens Fritz. In der Abwehr vertraute der 50-Jährige aufgrund des Ausfalls von Per Mertesacker (Fersenblessur) in Andreas Wolf, Lukas Schmitz und Sokratis Papastathopoulos im ersten Pflichtspiel der Saison drei Neuzugängen, die allerdings teilweise desolat agierten.

Überhaupt konnten die Hanseaten ihrer Favoritenrolle nur in wenigen Phasen des Spiels gerecht werden. Gegen kompakt stehende und immer wieder lauernde Heidenheimer fanden die Bremer schon in der ersten Hälfte kaum ein Rezept, einzig Nationalspieler Marko Marin konnte Heidenheims Keeper Frank Lehmann mit einem Freistoß in Bedrängnis bringen (12.). Dessen Gegenüber Tim Wiese musste in der Anfangsphase deutlich öfter eingreifen: Eine Ecke von Florian Tausendpfund (17.) und eine Hereingabe des starken Außenverteidigers Sandro Sirigu (20.) entschärfte Bremens Torwart in letzter Sekunde (17.) Bremen musste tatsächlich auf eine Unachtsamkeit des Drittligisten warten.

Von Giftgrün bis Königsblau - die Bundesliga-Trikots 2011/12

Aufsteiger FC Augsburg lässt Tobias Werner, Dominic Peitz und Marcel Ndjeng (v.l.) zur Präsentation antreten.  © ap
Am blau-weißen Trikot von Aufsteiger Hertha BSC Berlin hat sich nicht allzuviel verändert.  © getty
Gladbach-Neuzugang Oscar Wendt scheint sich im blütenweißen Trikot der Borussia wohlzufühlen.  © getty
Mit giftig-grüner Trikotfarbe tritt der Meister von 2009 an, der VfL Wolfsburg.  © dapd
Für Klaas-Jan Huntelaar und Schalke 04 hat sich an der Trikotfarbe nichts geändert: königsblau.  © getty
Marko Marin trägt den klassisch grünen Dress von Werder Bremen.  © getty
Neuer Mann, neue Arbeitskleidung: William Kvist zeigt das neue Trikot des VfB Stuttgart.  © dpa
Die in weißem Grundton mit dezenten blauen Längsstreifen gehaltene Arbeitskleidung von 1899 Hoffenheim schmückt in der Saison das Logo des neuen Hauptsponsors Suntech.  © dapd
Die Laune des kölschen Prinzen Lukas Podolski kann nur wenig verderben - erst recht nicht das strahlend weiße Jersey des 1. FC Köln.  © getty
Der SC Freiburg vertraut auf ein rot-schwarzes Streifenmuster.  © dpa
David Jarolim in der dem Trikotsponsor des Hamburger SV angepassten Pose.  © getty
Das erneut in Bordeauxrot gefärbte Trikot des 1. FC Kaiserslautern gefällt auch Neuzugang Richard Sukuta-Pasu.  © getty
Der "Club " aus Nürnberg präsentiert abgesetzte Querstreifen auf der Brust.  © dpa
Rot ist die dominierende Farbe des Mainzer Trikots, hier vorgeführt von neuzugang Zoltan Stieber.  © getty
Steht auch verletzten Spielern ganz gut: das neue Jersey von Hannover 96.  © ap
Rot und Gold sind die Farben des neuen Bayern-Trikots.  © dpa
Lars Bender trägt das schwarz-rot gehaltene Jersey von Bayer Leverkusen.  © getty
Shinji Kagawa präsentiert das neue Trikot des amtierenden Meisters Borssia Dortmund.  © getty

Rosenberg eiskalt zum 1:0

Als sich die Augen fast aller Heidenheimer noch auf einen Zweikampf am Bremer Strafraumgrenze konzentrierte, passte Aaron Hunt in den Lauf von Rosenberg, der aus 20 Metern eiskalt zum 1:0 in den linken Winkel abzog (33.). Bremen wirkte nach dem Treffer befreit, wenn auch nicht entfesselt. Einen Freistoß von Marin konnte Lehmann wegfausten (40.), Thy verzog aus der Drehung (41.). Nach der Pause ließ Marin, zuvor trotz eines Tritts am Rande einer Tätlichkeit nicht vom Platz gestellt, die Möglichkeit zur Vorentscheidung ungenutzt: Seinen umstrittenen Handelfmeter parierte der frenetisch gefeierte Lehmann (51.). “Das war die spielentscheidende Szene“, stellte Schmidt trefflich fest.

Denn im Anschluss wurden geschockt wirkende Bremer innerhalb von zwei Minuten jäh bestraft. Sauter hämmerte einen Freistoß aus rund 20 Metern zum überraschenden 1:1 ins rechte Eck (57.), ehe Schnatterer nur 120 Sekunden später nachlegen konnte. Der Mittelfeldspieler tänzelte nach einer Hereingabe von Christian Essig Wiese aus und schob locker zum 2:1 ein (58.). Der Bremer Torwart bewahrte seine Mannschaft in der 67. Minute sogar vor dem 1:3, als er erneut gegen Sirigu parierte. Bremens verzweifelte Versuche, ein Tor zu erzwingen, blieben allerdings erfolglos: Einen Freistoß des eingewechselten Arnautovic hielt Lehmann, Schmitz verzog (74.), Schnatterer rettete auf der Linie (85.).

dapd

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