Skandal bei Franzosen-Spiel

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Raymond Domenech bleibt vorerst Trainer der französischen Nationalmannschaft.

Paris - Das Test-Länderspiel zwischen Frankreich und Tunesien wurde von skandalösen Umständen begleitet. Unterdessen steh fest: Raymond Domenech bleibt Trainer der Equipe tricolore.

Der Verband (FFF) sprach dem 56-Jährigen gestern in Paris das Vertrauen aus. FFF-Präsident Jean-Pierre Escalettes erklärte: „Ein Trainerwechsel zum jetzigen Zeitpunkt wäre lächerlich und würde die Mannschaft schwächen.“

Der Coach war nach dem Vorrunden-Aus bei der EM heftig kritisiert worden. Anfang Juli hatte der Verband aus den ersten drei WM-Qualifikationsspielen fünf Punkte gefordert. Der Vize-Weltmeister kam auf vier Zähler, zeigte aber zuletzt eine Leistungssteigerung. Auch im Testspiel in Paris gegen Tunesien, das Franck Ribéry & Co. mit 3:1 gewannen.

Vor 78 000 Zuschauern gelang Thierry Henry ein Doppelschlag (40./48.), nachdem Issam Jemaa (30.) die Gäste in Führung gebracht hatte. Im 107. Länderspiel stockte Henry sein Trefferkonto in der Equipe Tricolore auf 48 auf. Zudem traf Karim Benzema (58.). Ribéry, der sich zu Domenech bekannte („Wir haben auch für den Coach gespielt“), kam nur in der ersten Halbzeit zum Einsatz. Henry ergänzte: „Die Mannschaft steht hinter dem Trainer.“

Begleitet wurde das Spiel von skandalösen Vorkommnissen, weil tunesische Fans die Marseillaise mit Buhrufen und einem Pfeifkonzert begleiteten. Staatspräsident Nicolas Sarkozy persönlich hat im Elysée-Palast einen Krisengipfel geplant. Premierminister FranÇois Fillon forderte drastische Maßnahmen: „Das war eine Beleidigung für Frankreich und seine Nationalspieler. So etwas sollte nicht toleriert werden. Man sollte so eine Veranstaltung sofort beenden, wenn bei einer der Hymnen laute Buhrufe zu hören sind.“

Sarkozy will sich in den kommenden Tagen mit FFF-Chef Escalettes treffen sowie mit Sportminister Roselyne Bachelot und Staatssekretär Bernard Laporte über Präventionsmöglichkeiten beraten.

Laporte schlug vor, Spiele gegen nordafrikanische Länder nicht mehr im Stade de France vor den Toren von Paris auszutragen. Ähnliche Vorfälle wie am Dienstag hatte es bereits bei den Länderspielen gegen Marokko 2007 und gegen Algerien 2001 gegeben. Viele Einwanderer aus Nordafrika leben in den Pariser Vororten.

In einem Regierungsstatement hieß es: „Bachelot und Laporte waren geschockt von der Reaktion einiger Fans beim Abspielen der Marseillaise, dem Symbol der französischen Republik.“

Flitzer auf dem Fußballplatz

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Bei der WM 2006 waren die vielen Flitzer, die die Sicherheitshürden überwinden und aufs Feld rennen konnten, ein echtes Ärgernis. Bei der EM 2008 hat es nur einer auf den Rasen geschafft, der da nicht hingehört: Ein kroatischer Fan enterte den Platz, als Gastgeber Österreich gegen sein Heimatland spielte. In den letzten zehn Jahren gab es aber immer wieder Flitzer jeden Geschlechts bei Fußballspielen jeder Art ... © dpa
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In der Fußball-Regionalliga Nord tauchte am letzten Spieltag dieser Saison ein Flitzer in der Begegnung zwischen 1. FC Union Berlin und Rot-Weiß Oberhausen auf. Der Oberhausener Spieler Tim Kruse schaut den Ordnern zu, die den unbekleideten Mann überwältigen. © dpa
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Fußball-Freundschaftsspiel des FC Bayern München gegen den FC Barcelona am 15.08.2007 in der Münchner Allianz-Arena: Ein sportlicher Ordner versucht während des Spiels einen Flitzer zu fangen. © dpa
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WM 2006, Italien gegen Frankreich: Ein Flitzer versucht während der Halbzeit im Berliner Olympiastadion, das Spielfeld zu erreichen. Vergebens. © dpa
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WM 2006, Togo gegen die Schweiz: Ein Schweizer Fan rennt über den Platz im Dortmunder WM-Stadion. © dpa
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WM 2006, Brasilien gegen Kroatien: Ein kroatischer Fan schafft es auf den Rasen und fällt vor dem Spieler Dado Prso auf die Knie. © dpa
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WM 2006, öffentliches Training Niederlande: Ein mit Pandamaske und orangefarbenem T-Shirt bekleideter Flitzer stört die niederländische Nationalmannschaft. © dpa
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Ein Flitzer wird am 16.04.2005 im Westfalenstadion in Dortmund von Ordnungskräften vom Spielfeld geführt. © dpa
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Im Vorfeld war diese Szene im Spiel Borussia Dortmund gegen Arminia Bielefeld zu beobachten. © dpa
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Schweizer Flitzer im Jahre 2004. Damals spielten die BSC Young Boys gegen den Servette FC im Genfer Stadion. © dpa
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August 2002 und ein unvergessenes Motiv: Ein Flitzer grüßt Oliver Kahn. © dpa
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Als im Mai 2002 Bayer 04 Leverkusen gegen Real Madrid spielte, läuft ein schottischer Flitzer über den Rasen. Ort des Geschehens: der Hampden Park von Glasgow. Und immerhin handelt es sich um ein Champions-League-Finale. © dpa
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Weihnachten 1998: Middlesbrough-Spieler Paul Gasgoigne mit Teamkollege Robbie Mustoe sichtlich unsicher ob eines exhibitionistischen weiblichen Fans. © dpa

Quelle: tz

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