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Skandal-Franzose fordert 2,9 Millionen Euro

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Raymond Domenech. © dpa

Paris - Der Skandal-Coach schlägt zurück: Frankreichs Ex-Nationaltrainer Raymond Domenech hat seinen früheren Arbeitgeber, den FFF-Verband vor einem Arbeitsgericht auf Zahlung von 2,9 Millionen Euro Schadenersatz verklagt.

Nach dem skandalösen Auftritt der “Bleus“ bei der Fußball-WM in Südafrika war Domenech - von Medien und Fans “verrückter Professor“ genannt - zunächst nach Vertragsende von Laurent Blanc als Nationalcoach abgelöst worden. Anfang September wurde der 58-Jährige dann auch noch seinen Posten als Trainerausbilder des Verbandes los. Der “Direction Technique Nationale“ des FFF gehörte er seit 1993 an.

Zur fristlosen

Kündigung

führte nach Angaben des

FFF

“grobes Fehlverhalten“ in drei Hauptpunkten: Domenech wurde vorgeworfen, er habe die Funktionäre nicht informiert, nachdem er bei der

WM

von

Stürmer

Nicolas Anelka beschimpft worden sei. Kritisiert wurde auch das Verhalten das Trainers beim Trainingsstreik, mit dem das

Team

um

FC

-Bayern-Star

Franck Ribéry

gegen den darauffolgenden Ausschluss Anelkas protestierte. Außerdem stieß die Weigerung Domenechs übel auf, seinem Gegenüber Carlos Alberto Parreira nach der 1:2-Niederlage gegen

Südafrika

die Hand zu schütteln.

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Domenechs Anwalt Jean-Yves Connesson erklärte unterdessen in der Sporttageszeitung “L'Équipe“ (Mittwoch), man müsse arbeitsrechtlich zwischen dem Job als Nationaltrainer und der Arbeit als Trainerausbilder unterscheiden. “Die vom Verband kritisierten Punkte betreffen nur die Funktion als Nationaltrainer“, sagte er. Die fristlose Kündigung Domenechs sei “schikanös, brutal und verspätet“ und verletze das Arbeitsrecht, so Connesson.

Domenech bezog als Trainerausbilder 12 000 Euro monatlich. Als Nationaltrainer hatte er 45 000 Euro verdient. Der Weltmeister von 1998 war in Südafrika nach der Vorrunde sieglos ausgeschieden - aber die “Équipe Tricolore“ blamierte sich vor allem abseits des Platzes.

Domenech war von Anelka in der Halbzeit des Vorrundenspiels gegen Mexiko (0:2) wüst beschimpft worden. Als der Verband den Chelsea-Profi deshalb vorzeitig nach Hause schickte und die Spieler am 20. Juni mit einem Trainingsboykott gegen die Entscheidung des Verbandes protestierten, ließ sich Domenech im WM-Lager in Knysna sogar dazu überreden, den Protestbrief der Profis den Journalisten vorzulesen.

dpa

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