TV-Mann bekommt prominente Unterstützung

Sky feuert Dahlmann nach Spruch - TV-Moderator Elton reagiert empört: „Echt ‘ne Frechheit“

Sky-Moderator Jörg Dahlmann sollte zum Saisonende bei Sky seinen Job beenden, nun ist er wohl mit sofortiger Wirkung entlassen. Elton stärkt ihm den Rücken.

Update vom 13. März, 20.46 Uhr: Die Entlassung von Jörg Dahlmann löste gemischte Reaktionen aus. Jetzt bekam der Sky-Moderator prominente Unterstützung von einem Kollegen: Elton meldete sich auf Instagram zum Rauswurf - und hat eine klare Meinung.

„Der Rauswurf von Jörg Dahlmann bei Sky hat mich dann doch ein bisschen beschäftigt. Ich finde es sehr , sehr fragwürdig, warum der Mann wegen der Aussage ‚Japan, Land des Sushis‘ entlassen wurde. Ich finde, das ist echt eine Frechheit“, redete er sich in seiner Instagram-Story in Rage.

Jörg Dahlmann wird von Sky nach Spruch gefeuert - Internet diskutiert heftig

Update vom 13. März, 8.20 Uhr: Sky hat Jörg Dahlmann also vor die Tür gesetzt. Sein Spruch war den Sender-Verantwortlichen offenbar einfach zu viel. Dahlmann selbst ist traurig, sieht sich nicht als Rassist und wehrt sich gegen die Anfeindungen. Die Kündigung musste er natürlich dennoch akzeptieren.

Im Netz sind die Fans ebenso gespalten. „Gemeine Welt, in der man Asiat*innen nicht mal mehr beleidigen darf, ohne gefeuert zu werden“, kommentiert eine Userin ironisch und fügt an: „Gut reagiert, Sky.“ „Wie sehr kann man nicht in der Lage sein, Fehler einzugestehen und das eigene Verhalten zu reflektieren?“, fragt eine andere erbost zur Stellungnahme von Dahlmann.

„Und noch immer ist es bei manchen nicht angekommen, dass ein rassistischer Spruch nicht weniger rassistisch wird, bloß weil man es ‚witzig gemeint‘ hat“, schimpft ein User über die Debatte auf Twitter. Dahlmann wird von einigen Fans auch sehr verteidigt.

„Warum seid ihr so wütend auf ihn? Ich bin stolz, im Land der Sushis geboren zu sein, weil sie so lecker sind“, schreibt ein Fan. „Deutsche denken, es gibt nur eine Art Sushi und drehen durch, wenn Dahlmann Japan ‚Land der Sushis‘ nennt, weil das wieder zwanghaft auf die Menschen bezogen wird, anstatt auf die mehreren Sushi-Arten oder die mehreren Sushis auf einem Teller“, fühlt sich eine andere ebenfalls nicht beleidigt.

Dahlmann nach Sushi-Spruch gefeuert: Kommentator widerspricht Anfeindungen und ist „von Sky enttäuscht“

Update vom 12. März, 21.30 Uhr: Jörg Dahlmann hat sich selbst zu seiner Kündigung geäußert und sie dabei auch bestätigt. Anlass war, wie spekuliert, sein Sushi-Spruch (siehe Erstmeldung). Dazu nimmt er Bezug und findet sehr deutliche Worte: „Land der Sushis als Pseudonym für Japan. Ähnlich wie Land der Fjorde für Norwegen. Einige Leute haben daraus einen rassistischen Hintergrund gebastelt. Dass sich manch einer dem Diktat dieser Hater beugt, macht mich sehr traurig. Es ist ein Sieg ‚sozialer Hater‘ über den freien Journalismus“, so Dahlmann und führt aus: „Ich fühle mich nun durch die sofortige Trennung in eine rassistische Ecke gedrängt. Ich wehre mich aber mit Händen und Füßen gegen diese absurden Vorwürfe. Ich hasse Rassismus! Weltoffenheit und Diversität sind mir wichtige Anliegen“.

Dahlmann ist mit der Art der Entlassung und dem Hintergrund alles andere als einverstanden. Er bestätigt (wie in der Erstmeldung erwähnt), dass Japaner ihm es nicht übel nehmen, „Sushi als Synonym für Japan“ zu verwenden. Zur Entscheidung des Senders bezieht er deutlich Stellung: „Habt bitte Verständnis, dass da die Emotionen bei mir hochkochen und ich auch von Sky enttäuscht bin. Ich möchte Respekt und Gerechtigkeit, keine Fehlinterpretationen“. Er bedankt sich dennoch für die tolle Zusammenarbeit bei „Premiere/Sky“ und findet die Solidarität seiner Kollegen und Kolleginnen „unglaublich“.

Sushi-Spruch wird ihm zum Verhängnis: Jörg Dahlmann angeblich mit sofortiger Wirkung entlassenv

Erstmeldung vom 12. März, 17.28 Uhr: München - Der Job des Fußball-Kommentators ist wie der des Bundestrainers: 80 Millionen Deutsche denken, sie würden alles besser machen, als diejenige/derjenige am Mikro oder an der Seitenlinie. Wer dann das Kommentieren mal selbst ausprobiert hat, merkt, dass es so einfach gar nicht ist. Und jeder Kommentator hat seinen eigenen Stil, seine eigene Ausdrucksweise und hat andere Vorzüge.

Marcel Reif, Fritz von Thurn und Taxi, Gerd Rubenbauer oder Bela Rethy - all die Stimmen dieser Legenden hat man sofort im Kopf oder Ohr, wenn nur der Name fällt. Einer, der einen unmittelbaren Wiedererkennungswert besitzt, ist Jörg Dahlmann. Ob Sport1, ran oder Sky, seine prägnante Stimme ist fast jedem Fußball-Fan geläufig. Auch Dahlmann wird häufig dafür kritisiert, dass er hin und wieder so redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Meist ist das Geschmackssache. Nun hat er am Wochenende einen Vergleich angestellt, der mit seiner Vorgeschichte wohl zur vorzeitigen Entlassung geführt hat, wie t-online.de berichtet.

Sky-Kommentator Jörg Dahlmann unterlieft ein Fauxpas vor Weihnachten 2020

Die Vorgeschichte: Übers Ziel ist Dahlmann kurz vor Weihnachten hinausgeschossen, als er einen Macho-Spruch in Richtung Loris Karius tätigte, der für Union Berlin gegen Paderborn im DFB-Pokal im Tor stand. Karius, liiert mit Sophia Thomalla, war eher als Ersatzmann die Saison über im Einsatz, bis er selbst zwischen die Pfosten durfte. Dahlmann merkte damals an: „Jetzt in Berlin sitzt er eben nur auf der Bank. Hat den Vorteil, dass er zu Hause kuscheln kann mit seiner Sophia Thomalla. Aber für so eine Kuschelnacht mit Sophia würde ich mich auch auf die Bank setzen.“

Nun: Dahlmann kommentierte am vergangenen Wochenende (6. März) das 1:1 zwischen Erzgebirge Aue und Hannover 96. Bei einer Chance von Sei Muroya, Geburtsland Japan, beschrieb Dahlmann: „Es wäre sein erster Treffer für 96 gewesen. Den letzten hat er im Land der Sushis geschossen.“ Für die Fans, die bei Dahlmann seit Weihnachten wohl extra genau hinhören, ein rassistischer Kommentar.

Sky-Kommentator Jörg Dahlmann wehrt sich gegen die Rassismus-Kritik

Dahlmann wehrte sich dagegen, bekam viele Nachrichten von Japanern, wie er auf Instagram mitteilt, die das nicht schlimm finden, mit Sushi in Verbindung gebracht zu werden. Auch er selbst legte noch einen Post mit den Worten: „Ja zu Sushi, nein zu Rassismus“ nach.

Wie t-online.de nun beschreibt, trennt sich Sky von Dahlmann mit sofortiger Wirkung. Ohnehin wäre der Vertrag zwischen den beiden Parteien im Sommer ausgelaufen. Nun scheint es ein vorzeitige Trennung zu geben. Dahlmann hat sich noch nicht offiziell geäußert. (ank)

Rubriklistenbild: © Insta Jörg Dahlmann

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