Jörg Dahlmann

Nach Mega-Shitstorm: Sky-Kommentator bestürzt

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Jörg Dahlmann.

Die Sportredaktion des Pay-TV-Senders Sky hat im Sommer einige Neuerungen eingeführt. Unter anderem wurden weitere Kommentatoren verpflichtet. Zwei von ihnen kassierten am 1. Bundesliga-Spieltag jedoch einen heftigen Shitstorm.

Mit dem Umzug in ein neues, hochmodernes Studio sorgte Sky bereits vor Beginn der neuen Bundesliga-Saison für Aufsehen. Nach zehn Monaten Bauzeit, einer intensiven Testphase und einer Investitionssumme im zweistelligen Millionen-Bereich wurde "Sky Sport HQ" am 1. Juli 2017 in Betrieb genommen und wird künftig die Heimat aller Studio-Produktionen von Sky Sport sein. 

Neben der runderneuerten Infrastruktur setzte der Pay-TV-Sender auch inhaltlich neue Reize und verpflichtete nach dem Abgang von Kult-Kommentator Fritz von Thurn Taxis neues Personal. Unter anderem auch altbekannte Stimmen wie Frank Buschmann und Jörg Dahlmann - und die beiden Routiniers mussten nun bei ihrer Bundesliga-Premiere am vergangenen Samstag einen Mega-Shitstorm über sich ergehen lassen. Im Zentrum der Kritik stand dabei vor allem die emotionsgeladene Art und Weise der beiden Journalisten, mit denen sie ihre Spiele kommentieren. Sowohl Buschmann als auch Dahlmann waren in der Konferenz im Einsatz, Buschmann beim Spiel zwischen dem VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund, Dahlmann bei der Partie FSV Mainz gegen Hannover 96. Die Kritik zahlreicher Zuschauer in den sozialen Netzwerken war vernichtend.

Auch in verschiedenen Medien hagelte es Kritik. Der Blogger Frank Fligge schrieb in einer Art offenem Brief an Buschmann und Dahlmann beispielsweise: „Sie blasen den Fußball auf, indem sie ihn 90 Minuten lang künstlich unter Maximal-Emotion setzen. Alles ist Superlativ, alles ist so . . . WOW . . . und . . . BÄMMM . . . und . . . ALTAAAH, ICH WERD‘ VERRÜCKT!!! Sie benutzen den Fußball als Vehikel, um in 90 Minuten möglichst viele kunterbunte Sprachbilder abzusetzen. Sie machen aus einem ganz normalen Kick die ganz große Show.“

Während Buschmann über eine große Fan-Basis verfügt und entsprechend viele User bei Twitter und Facebook sich auch positiv über „Buschi“ äußerten, erhielt Dahlmann so gut wie gar keinen Zuspruch. Im Gegenteil: Die Intensität der Schmähungen und Beleidigungen erscheint selbst für neutrale Beobachter bedrückend. Dementsprechend geknickt zeigte sich Dahlmann hinterher im Interview mit der WAZ. „Ich habe mit Kritik gerechnet, allerdings nicht mit dieser offensichtlichen Heftigkeit. Es ist schade, aber ich respektiere die Meinungen“, sagte der 58-Jährige, der in den 90er Jahren mit diversen Kommentaren Kult-Status erreicht hatte und einmal sogar den Journalistenpreis für die Reportage eines Wechselfehlers von Otto Rehhagel erhalten hatte. Die Gegenwart allerdings sieht weniger rosig aus. Der ehemalige Sport1-Kommentator rechtfertigt seine Art des Kommentierens: „Es war ausdrücklicher Wunsch von Sky, dass neben der Fachlichkeit mehr Emotionen transportiert werden. Fußball ist Emotion. Stellen Sie sich mal vor, ich wäre in Brasilien Reporter. Die würden mich als Einschlaf-Lusche rausschmeißen.“

Dementsprechend will Dahlmann seinen Stil auch nicht umstellen. „Ich bin keiner, der Kritik arrogant an sich abprallen lässt. Konstruktiv vorgetragene Vorschläge und Hinweise höre ich mir immer an. Ich habe kein Problem damit, an der ein oder anderen Stelle etwas Saft rauszunehmen. Aber bitte, bitte lassen Sie mich, den Ruhrpott-Jungen, bei Highlights auch weiterhin aus dem Sattel steigen.“

Für den früheren ZDF-Reporter ist es jedoch auch nicht verwunderlich, warum viele Fernsehzuschauer so dünnhäutig auf seine Arbeit reagieren. „Vielleicht sucht sich der Fan auch neue Opfer, nachdem jahrelang Marcel Reif und Fritz von Thurn und Taxis von vielen gehatet wurden. Jetzt sind es eben "Buschi und Dahli.“

Dahlmann war wenige Tage nach dem Shitstorm wieder für Sky im Einsatz, als er am Dienstagabend die Champions-League-Qualifikation kommentierte. Einen kleinen Seitenhieb gegen seine Kritiker lieferte Dahlmann zu Beginn der Übertragung des Spiels zwischen NK Maribor und Hapoel Beer Sheva. „Respekt für diese beiden kleinen Mannschaften, dass sie es überhaupt so weit geschafft haben. Respekt, der ab und zu in manchen Bereichen verloren zu gehen scheint.“

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