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Sky will Bundesliga für "20 bis 30 Jahre"

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Sky will noch lange die Bundesliga übertragen © Getty

Frankfurt/Main - Pay-TV-Sender Sky Deutschland strebt offenbar eine jahrzehntelange Partnerschaft mit der Fußball-Bundesliga an. Außerdem gibt es einen neuen Sport-Nachrichtensender.

„Wir wollen nicht nur der Bundesliga-Partner in der laufenden Rechteperiode sein, sondern natürlich auch darüber hinaus. Es ist unser Ziel, in den nächsten 20 bis 30 Jahren die Live-Rechte an der Fußball-Bundesliga zu halten“, sagte Brian Sullivan, Vorstandsboss von Sky Deutschland, dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Der Sky-Vertrag mit der Fußball-Bundesliga läuft noch bis zum Ende der Saison 2012/2013. Derzeit bereitet die Liga die Ausschreibung der Medienrechte ab der Spielzeit 2013/2014 vor. Die Bundesligisten und die Bieter müssen einen Fragebogen des Bundeskartellamts beantworten, der die Frage klären soll, unter welchen Bedingungen die Zentralvermarktung der Bundesliga weiter rechtens ist. „Wir befinden uns mit dem Kartellamt in sehr konstruktiven Gesprächen“, sagte zuletzt auch DFL-Boss Christian Seifert.

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Dagegen ist FC-Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, der zuletzt erneut eine mittelfristige Verdopplung der TV-Einnahmen in Deutschland (derzeit sind es rund 400 Millionen Euro pro Jahr) gefordert hat, mit der Entwicklung auf dem Pay-TV-Markt äußerst unzufrieden. Rummenigge erklärte, Sky müsse „mehr in die Verantwortung“ genommen werden. Allerdings wurden zuletzt auch Stimmen laut, wonach die Bayern selbst mehr für das Produkt Sky leisten müssten.

„Immer nur darauf zu verweisen, dass wir eine besondere Free-TV-Landschaft haben, ist mir zu wenig. Das war vor 20 Jahren schon bekannt. Die Pay-TV-Sender und auch die DFL müssen dem Kunden Konzepte anbieten, die so überzeugend sind, dass endlich eine positive Entwicklung stattfindet“, sagte der frühere Nationalspieler dem SID.

Noch mehr Exklusivität für die Pay-TV-Sender lehnte Rummenigge ab: „Wenn man diesen Weg gehen würde, wäre der wieder sehr negativ behaftet. Diese Diskussionen, etwa die Sportschau zu verschieben, um im Pay-TV mehr Exklusivität zu haben, gab es ja schon einige Male - mit dem Ergebnis, dass Pay-TV noch negativer diskutiert wurde.“

Auch für die ARD kommt derzeit eine Zusammenfassung der Samstagsspiele der Bundesliga nach 20 Uhr nicht infrage. Das stellte Steffen Simon klar, der als WDR-Sportchef für die Sportschau verantwortlich ist. „Die Bundesliga ist nach 20 Uhr bereits ein Mal grandios gefloppt, und sie wird wieder floppen. Aber nicht in der ARD, denn daran haben wir kein Interesse“, sagte Simon.

An den hitzigen Diskussionen im Zuge der neuen Rechte-Ausschreibung will sich Sky derzeit nicht beteiligen. Vielmehr versucht der Sender, mit innovativen Modellen aus der Schuldenzone zu kommen. Am Donnerstag gab Sky Deutschland bekannt, im Winter mit einem neuen Sender an den Start zu gehen. „Sky Sport News HD“ wird als 24-Stunden-Live-Nachrichtensender aktuelle Berichterstattung von Sportereignissen anbieten und einem speziellen Fokus auf Deutschland und Österreich legen. 100 Stellen sollen geschaffen werden.

Mit Hilfe des neuen Senders will Sky neue Kunden aquirieren und Schulden abbauen. Angesichts der hohen Kosten für den Ausbau des Angebots hat der Bezahlsender in 2010 ein Minus von 407 Millionen Euro verbucht. Im Vergleich zum Vorjahr konnte Sky seine Verluste allerdings um fast 270 Millionen Euro verringern. Auch für 2011 rechnet Sky noch mit roten Zahlen. „Ich bin ermutigt durch unsere Fortschritte, aber mir darüber im Klaren, dass wir uns immer noch in der Anfangsphase unserer Entwicklung befinden und dass es noch viel zu tun gibt“, sagte Sullivan, der unter anderem die sinkenden Kündigungsquoten positiv hervorhob.

sid

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